Gümmenen 31.07.2019

Ein Denkmal erhält ein Lifting

Der denkmalgeschützte Saaneviadukt in Gümmenen wird derzeit komplett saniert. Das Bauwerk aus dem Jahr 1901 wird nicht nur aufgefrischt, sondern auch mit einer Doppelspur versehen. Inklusiver aller Nebenarbeiten dauert dies bis Ende 2021.

Er ist nicht zu übersehen, der imposante Saaneviadukt in der Gemeinde Gümmenen. Bereits seit Herbst 2018 ist das Bauwerk in den Händen von Handwerkern und Brückenspezialisten. Denn der denkmalgeschützte Viadukt, der 1901 gebaut worden ist, braucht dringend eine Auffrischung. Die Generalüberholung umfasst die Bögen und die Pfeiler des Mauerwerks, da sie ausgewaschene Fugen und Risse aufweisen. Geschädigte Mauersteine werden teils abgeschliffen und mit Beton reprofiliert, teils vollständig ersetzt. Die Renovierung des Viadukts ist aber nur ein Teil des Grossprojekts, in das die BLS insgesamt rund 50 Millionen Franken investiert. Neu wird diese Strecke auch auf Doppelspur ausgebaut. Es ist das letzte Stück Doppelspur zwischen Bern und Gümmenen, das bisher noch fehlt, wie die BLS in einer Mitteilung schreibt.

Damit die Doppelspur gelegt werden kann, muss der heutige Betontrog, in dem das Gleis liegt, entfernt und durch einen breiteren Trog ersetzt werden. Der Betontrog kommt über die ganzen 400 Meter zu liegen, das heisst über die 22 Steinbögen über der Talebene, über die neue Stahlverbundbrücke über der Saane und über die fünf weiteren Steinbögen auf der Ostseite der Saane.

Zum Projekt gehört auch, dass die heutige Stahlbrücke über die Saane durch eine neue ersetzt wird. Auf der Westseite in Richtung Gümmenen muss der 450 Meter lange Damm aufgeschüttet und um zehn Meter verbreitert werden – auch dies, um ein zweites Gleis bauen zu können. Die 80 000 Kubikmeter Kies, die dafür nötig waren, hat die BLS im Rahmen des Neubaus des Rosshäusern-Tunnels gewonnen. Umfangreiche Arbeiten gibt es auch auf der Ostseite: Dort muss der Geländeeinschnitt um rund 15 Meter verbreitert werden. Dafür wird auf einer Länge von etwa 100 Metern der Hang abgetragen. Zudem müssen auf der Ostseite fünf Pfeiler verbreitert werden.

«Die neue Stahlbrücke über die Saane ist die grösste Veränderung fürs Auge», schreibt die BLS. Im Grossen und Ganzen bleibe der Charakter des Bauwerks aber erhalten. Damit beim Ausbau auf Doppelspur der ästhetische Wert des Viadukts erhalten bleibe, hat die BLS die eidgenössischen Kommissionen für Denkmalpflege sowie für Natur- und Heimatschutz bereits bei der Planung einbezogen.

Die Arbeiten laufen seit Ende 2018. Am intensivsten wird es im Sommer 2020, dann ist die Strecke für etwa fünf Wochen gesperrt, weil der schmale Trog durch einen breiteren ersetzt wird. Die BLS plant, den Viadukt Ende 2021 wieder in Betrieb zu nehmen.