Schwarzenburg 30.11.2018

Ein vor Hochwasser sicheres Schwarzenburg

Die Kinderreporter der 7H mit dem Experten der Mobiliar.
Schwere Verwüstungen, Sachschäden in Millionenhöhe: Das Schwarzenburger Hoch­wasser im Jahr 1985 war dramatisch. Die Gemeinde hat in der Folge einen effektiven Hochwasserschutz errichtet. Wie dieser funktioniert, erklärt die Klasse 7H vom Schönberg.

Sie lesen eine Sonderseite mit Artikeln von Schülerinnen und Schülern, die für die FN als Reporter im Einsatz standen. Im Rahmen des Projekts «Zeitung in der Schule» schreiben rund 750 Kinder aus 24 Deutschfreiburger Primarschulen nebst einer Klasse aus der Sonderschule Les Buissonnets Zeitungsartikel. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der FN mit drei Wirtschaftspartnern und dem deutschen Bildungsinstitut IZOP.

Heute:

Die Klasse 7H vom Stadtfreiburger Schönberg-Schulhaus war in Schwarzenburg. Das Dorf war vor 33 Jahren von einem schweren Hochwasser betroffen. Seither wurden zahlreiche Vorkehrungen getroffen, um eine derartige Lage künftig zu verhindern. Die Kinder liessen sich den Hochwasserschutz vor Ort durch einen Experten der Mobiliar erklären. Die Tafersner Klasse 8H A hat Raemys Ziegenhof in Schwarzsee besucht.

cz

 

Mitte November, der Herbstnebel hängt über den Hügeln, und wir fahren nach Schwarzenburg. In der bernischen Gemeinde angekommen, führen uns die netten Begleitpersonen von der Mobiliar-Versicherung gleich zu einer Stelle oberhalb des Dorfes, wo vor neun Jahren ein riesiges Rückhaltebecken für den Dorfbach angelegt wurde.

Auf den ersten Blick sieht man nur eine grüne Wiese, aber seitlich wird diese Wiese von einem Damm begrenzt. Den einzigen Durchgang fürs Wasser bildet eine dicke Röhre, durch die der kleine Bach normalerweise in Richtung Dorf fliesst. Bei grossen Regenmengen in der hügeligen Umgebung kann der Wasserpegel stark und schnell anschwellen. Dann wird das Wasser an dieser Stelle zurückgehalten und breitet sich auf der Wiese aus. So ist das Innere des Dorfes vor einer Überflutung geschützt. Die Kosten für die Bauarbeiten betrugen etwa 4,5  Millionen Franken. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, wird ersichtlich, wenn man an die Ereignisse zurückdenkt, welche sich vor 33  Jahren in Schwarzenburg abspielten.

Das Hochwasser von 1985

Als sich damals an einem heissen Sommertag ein heftiges Gewitter mit starken Regenfällen zusammenballte, verwandelte sich der harmlose Dorfbach in einen reissenden Fluss. Das Wasser drang unaufhaltsam ins Dorf ein. Es überschwemmte die Strassen, riss auf seinem Weg alles mit sich und drang in die Häuser. Das Wasser stieg bis auf 1,65  Meter an. Die Schäden waren verheerend und verursachten in der Folge Kosten von 24  Millionen Franken. Wir sind beeindruckt von den Fotografien von damals, die Raoul Kern von der Mobiliar uns zeigte.

Ein neues Bett für den Bach

Als zusätzliche Massnahme wurde der Lauf des Baches, der mitten durch das Dorf fliesst, neu gestaltet. Der Bach wurde verbreitert und an den Rändern mit bis zu zwei Meter hohen Mauern oder Böschungen versehen. Im Bachbett selber aber gibt es genug Platz für Kiesbänke oder grüne Inseln. Das sieht nicht nur schön aus, es bietet auch Lebensraum für Fische und Vögel. Dies ist ganz im Sinne der Mobiliar, welche dem Projekt beratend und finanziell zur Seite stand.

Die Massnahmen in Schwarzenburg gehören zu einem von schweizweit rund 130 Projekten im Bereich Naturgefahrenprävention, welche von der Mobiliar seit 2006 im Rahmen ihres Gesellschaftsengagements unterstützt wurden. Von Anfang an sollte sowohl das Dorf vor Hochwasser geschützt als auch der Bevölkerung ermöglicht werden, sich weiterhin an der Natur zu erfreuen.

Interview

«Wir analysieren, was passieren könnte»

Raoul Kern, was ist Ihre Aufgabe bei der Mobiliar?

Ich leite Überprüfungen im Bereich Naturgefahrenprävention.

Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor?

Wir analysieren, was im schlimmsten Fall passieren könnte, und machen Vorschläge für Gegenmassnahmen.

 

Was mögen Sie an dem Projekt von Schwarzenburg?

Dass neben dem Schutz vor Hochwasser auch die Naherholungskomponente und der Naturschutz berücksichtigt werden konnten.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Ich wollte eigentlich Archäologe oder Biologe werden, habe mich dann aber für ein Geografiestudium entschieden.

Braucht man in der Schule gute Noten, um später in Ihrem Beruf arbeiten zu können?

 

(schmunzelnd)

Vielleicht nicht gerade ausgezeichnete, aber gute Noten sollten es schon sein.

Klasse 7H