Münchenwiler 16.05.2019

Gemeinderat lässt Bürger im Ungewissen

Der Gemeinderat von Münchenwiler informierte an der Gemeindeversammlung über die Zukunft der Schule. Neues war dabei kaum zu erfahren. Das sorgte für teils hitzige Diskussionen und Kritik am Gemeinderat.

«Ruhe», mahnte Priska Marti, Gemeindepräsidentin von Münchenwiler, an der Gemeindeversammlung. Im voll besetzten Gemeindesaal brach letzten Donnerstag mehrfach Unruhe aus. Der Grund: Der Gemeinderat informierte über die Zukunft der Dorfschule, dies auf Antrag der letzten Gemeindeversammlung.

In Münchenwiler steigen die Schülerzahlen an. Weil die Gemeinde aber klein ist, können diese Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken.

Misstrauische Stimmbürger

Längerfristig steht darum zur Diskussion, Klassen nach Murten zu verlegen. Das beunruhigt vor allem zahlreiche Eltern. Priska Marti wollte sich an der Versammlung noch nicht näher zur langfristigen Entwicklung der Schule äussern. Das stiess bei den Stimmbürgern auf teils heftige Kritik. «Wir wollen eure Vision hören», forderte ein Bürger, «sonst werden wir garantiert gegen euch stimmen.» Marti verteidigte sich: «Wir sind immer noch am Abklären.» Sobald der Gemeinderat definitiv über die Zukunft der Schule entschieden habe, werde er informieren. Der Entscheid falle in die alleinige Kompetenz des Gemeinderats.

Je stärker der Gemeinderat seine Kompetenzen betonte, desto argwöhnischer reagierten die Stimmbürger. Sie warfen dem Gemeinderat unter anderem fehlende Transparenz und mangelnde Kommunikation vor.

«Wollt ihr die Schule überhaupt erhalten?», fragte jemand. «Wir alle wollen sie erhalten», antwortete Gemeinderat Thomas Sahli, «wir müssen aber realistische Lösungen finden.» In der zeitweise hitzigen Atmosphäre gab es auch Stimmen des Ausgleichs: «Wenn wir wissen, was ihr denkt, können wir euch besser verstehen», sagte ein Bürger. Könne der Gemeinderat seinen Entscheid erklären, werde sich niemand dagegen wehren. Ein Antrag auf eine Konsultativabstimmung lehnte die Versammlung nach langem Hin und Her ab. Der Gemeinderat stellte stattdessen in Aussicht, die Bürger mittels Umfrage einzubeziehen.

Container für ein Jahr

Kurzfristig hat die Gemeinde eine Lösung gefunden. Für das kommende Schuljahr bewilligte das Berner Schulinspektorat eine dritte Primarklasse. Um den nötigen Schulraum zu schaffen, will der Gemeinderat auf dem Schulhausplatz Container aufstellen. Seit letzter Woche liegt das entsprechende Baugesuch auf.