Laupen 12.07.2018

Laupen kauft die Tankanlage doch

Die alte Tankanlage der Armasuisse.
Nach anfänglichem Zögern hat der Gemeinderat von Laupen entschieden, die Tankanlage an der Murtenstrasse zu kaufen. Eine Kommission soll Ideen für die künftige Nutzung erarbeiten.

Ja, Nein, Ja: Der Gemeinderat von Laupen tat sich schwer mit der Frage, ob er dem Bund zwei Parzellen an der Murtenstrasse abkaufen soll. Nun hat er sich entschieden: Die Gemeinde kauft dem Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) die Parzelle mit den alten Öltanks ab. Das teilt die Gemeinde mit.

Die hintere Parzelle bleibt im Besitz des Bundes. «Diese wollte er im zweiten Anlauf nicht mehr verkaufen», sagt Gemeindepräsident Urs Balsiger. Für die Parzelle mit den Öltanks zahlt die Gemeinde laut Balsiger einen Preis von 600 000 Franken. Dazu kommen 650 000 Franken für den Rückbau der Tankanlage. «Solange nicht klar ist, wie wir die Parzelle nutzen, bauen wir die Anlage aber nicht zurück», sagt Balsiger.

Zuerst zu teuer

«Als der Bund die beiden Parzellen zum Verkauf ausschrieb, war für uns klar, dass wir einen Kauf prüfen», erklärt Balsiger. Der Bund forderte damals für beide Parzellen 3,4 Millionen Franken. «Das war uns zu teuer, weshalb wir uns gegen einen Kauf entschieden.» An der Gemeindeversammlung im letzten Dezember forderte ein Stimmbürger, die Gemeinde solle mit dem Bund verhandeln. «Weil die Armasuisse ihre Parzelle nicht loswurde, war sie immer noch an einem Verkauf interessiert.» Wie Balsiger erklärt, war sie auch bereit, den Preis zu reduzieren.

Wohl nicht belastet

Entgegen ursprünglichen Befürchtungen des Gemeinderates scheint der Boden unter der Anlage nicht belastet zu sein. Das zeigen Stichproben der Armasuisse. «Die Arma­suisse hat uns aber versprochen, dass sie für allfällige Belastungen geradestehen ­würde.»

Was nun mit der Parzelle geschieht, ist noch nicht klar. Der Gemeinderat will eine nichtständige Kommission einsetzen. «Auf dem Tisch liegen ganz unterschiedliche Ideen», sagt Balsiger. Zurzeit liegt die Parzelle in einer Zone mit Planungspflicht. «Wir müssen also in der nächsten Ortsplanungsrevision erst noch definieren, was wir in dieser Region wollen.» Eine Wohnzone direkt an der Saane wäre zwar langfristig möglich, angesichts der benachbarten Gewerbebetriebe aber nicht unproblematisch.

Von Bedeutung könnte die Parzelle für eine allfällige Teil­umfahrung von Laupen werden. Eine Gruppe von Laupener Bürgern hatte diese Idee ins Spiel gebracht. Für den Gemeinderat hat das Projekt zwar im Moment nicht oberste Priorität. «Sollten wir diese Umfahrung aber eines Tages verwirklichen, könnten wir sie even­tuell über die Parzelle führen, die wir jetzt kaufen.» Mit dem Kauf der alten Tankanlage könne der Gemeinderat auch stärker über die künftige Nutzung des Terrains mitbestimmen.