guggisberg 05.09.2019

Lichterlöschen für den Sternenpark

Letzten Donnerstag schaltete der Gemeindepräsident von Guggisberg, Hanspeter Schneiter, symbolisch die Strassenlampen von Ottenleuenbad ab. Der Naturpark Gantrisch wollte damit auf die Lichtverschmutzung aufmerksam machen.

«Energie verpufft schnell. Wenn eine Lichtreklame um 3 Uhr nachts leuchtet und das niemand sieht, ist das verpuffte Energie. Wenn Insekten endlos um Lampen fliegen und vor Erschöpfung sterben, dann ist das ebenfalls verpuffte Energie.» Nicole Dahinden, Leiterin des Projekts «Nachtlandschaft» im Naturpark Gantrisch, findet deutliche Worte, wenn sie von Lichtverschmutzung spricht.

Gerade in der dicht besiedelten Schweiz nimmt diese stetig zu. In den letzten 20 Jahren haben in der Schweiz die Lichtemissionen um 70 Prozent zugenommen. Die Folgen für Mensch und Tier sind katastrophal (siehe Text oben). Der Regionale Naturpark Gantrisch hat den Nutzen der Dunkelheit für Mensch und Umwelt erkannt und deshalb den Gemeinden des Naturparks eine rund 100 Quadratkilometer grosse Lichtschutzzone innerhalb des Naturparks vorgeschlagen. Diese umfasst die Moorlandschaft Gurnigel-Gantrisch und schützt die dort ansässigen Biotope. Auch die International Bird Area IBA über der Wasserscheide Gurnigel gehört zu dieser Zone und erleichtert Zugvögeln die Orientierung.

Geschützter Nachthimmel

Letzten Donnerstagabend schaltete der Gemeindepräsident von Guggisberg, Hans­peter Schneiter, symbolisch die Strassenlaternen in Ottenleuenbad ab. Dies erfolgte im Rahmen der Kampagne «Kleine Weltwunder» des Bundes­amts für Umwelt und in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Schweizer Pärke. Mit dem symbolischen Lichterlöschen um 22  Uhr wollte man den offiziellen Beginn des Sternenparks Naturpark Gantrisch feiern. Dieser hat seine Bewerbung, als internationales Lichtschutzgebiet anerkannt zu werden, bereits eingereicht. Momentan prüft die «International Dark Sky Association», die Gebiete auszeichnet, die über besondere, geschützte Nachthimmel verfügen, ob der Naturpark Gantrisch die Anforderungen erfüllt, um als «International Dark Sky Park» zertifiziert zu werden. Laut Nicole Dahinden, Leiterin des Projekts «Nachtlandschaft» im Naturpark Gantrisch, ist die Zertifizierung auf gutem Wege. Der Sternenpark im Naturpark Gantrisch wäre das erste zertifizierte Lichtschutzgebiet der Schweiz.

Nachhaltige Beleuchtung

Mit dem Projekt «Nachtlandschaft» will der Naturpark Gantrisch den Wert der natürlichen Dunkelheit aufzeigen. Zusammen mit den betroffenen Gemeinden hat er Richtlinien für einen nachhaltigen Umgang mit Beleuchtungen entwickelt. «Die meisten Gemeinden haben die Richtlinien umgesetzt», so Dahinden. Konkret heisst das, dass eine effiziente Beleuchtung eingesetzt wird und der Blauanteil im Licht möglichst gering gehalten wird.