GANTRISCH 19.03.2020

Schneemangel sorgt für miserablen Winter für die Skigebiete im Gantrisch

Die Temperaturen waren viel zu hoch: Die Skigebiete im Gantrisch haben seit Jahrzehnten keinen so schlechten Winter mehr erlebt.

Die Skigebiete der Region Gantrisch haben ihre Saison schon Mitte März beendet. Wobei man hier kaum von einer Skisaison sprechen kann: Bei den meisten Skigebieten der Region waren die Pisten diesen Winter an keinem einzigen Tag geöffnet.

Pisten stets geschlossen

Manfred Baumann, Verwaltungsratspräsident der Skilifte Rüschegg Eywald, erklärt auf Anfrage der FN, weshalb das Skigebiet diese Saison nicht öffnen konnte. «Der Winter fand bei uns schlicht nicht statt.» Wenn es mal Schnee gegeben habe, sei er oft von einem Sturm weggefegt worden. Im Allgemeinen sei es aber viel zu warm gewesen, und es sei schlicht zu wenig Schnee gefallen. «Im Januar gab es insgesamt nur fünf Eistage», sagt Baumann. Der Boden in Rüschegg sei somit nie kalt genug gewesen, um eine Basis für eine gute Schneeschicht zu bilden. «Qualitativ war dies einer der miserabelsten Winter, die wir je hatten.»

Dies bestätigt auch Stephan Lanz von Schnee Selital. Auch diese Station verzeichnete diesen Winter nicht einen einzigen Betriebstag. «Wir waren oft kurz davor, die Pisten zu öffnen. Dann wurde es wieder wärmer, es regnete, und der Schnee war weg.» Der Winter sei schlicht zu wenig konstant gewesen. Mal habe es ein paar Tage geschneit. Die Zeit habe jedoch nicht gereicht, den Schnee zu komprimieren, da das Wetter umgeschlagen sei und die Temperaturen zu hoch gewesen seien.

Auch auf den Skilift Gurnigelbad mussten die Skifahrer diesen Winter verzichten. Der Schnee, der nur spärlich fiel, sei wegen starker Winde oder steigender Temperaturen schnell wieder verschwunden, sagt Verwaltungsratspräsident Reto Mani.

Halbe Piste offen

Das einzige Skigebiet, das diesen Winter einige Tage offen hatte, waren die Skilifte Gantrisch Gurnigel. «Kurz vor Weihnachten haben wir einen Zwischeneinstieg installiert, damit wir die obere Hälfte des Lifts in Betrieb nehmen konnten», sagt der Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Schmid. So konnte das Skigebiet in den Monaten Dezember und Ja­nuar immerhin 21 Betriebstage notieren. «Allerdings war nur die obere Hälfte des Skilifts offen, da die Talstation stets im Grünen lag.» Man habe die Tickets zu reduzierten Preisen angeboten. Die Kunden hätten diese Lösung und vor allem die Bemühungen des Personals sehr geschätzt. «Wir haben sehr treue Kunden, die immer sehr gerne zu uns kommen.»

Finanzielle Auswirkungen

Für viele Skiliftbetreiber in der Region Gantrisch war dies der erste Winter seit langem, an dem sie ihre Anlagen nicht öffnen konnten. «Seit ich hier bin, war das der erste Winter mit keinem einzigen Betriebstag», sagt Mani vom Skilift Gurnigelbad. Dies sei seine neunte Saison. Auch Lanz von Schnee Selital sagt, dass er in den zehn Jahren, in denen er dabei sei, noch nie so einen schlechten Winter gesehen habe. «Ich glaube, das letzte Mal blieben die Anlagen vor 30  Jahren die ganze Saison geschlossen.» Finanziell gesehen, war dieser Winter für die Skigebiete selbstredend ein Desaster. «Der Gewinn vom letzten Jahr ist wieder weg», sagt Baumann vom Skigebiet Rüschegg Eywald. Die Betreiber der Skilifte sind sich einig: Diesen schlechten Winter werde man noch verkraften können. «Doch wenn der nächste Winter auch so miserabel wird, haben wir ein ernsthaftes Problem», sagt etwa Lanz von Schnee Selital. Dieser Aussage schliessen sich sämtliche Liftbetreiber an. Schmid vom Skilift Gantrisch Gurnigel sagt es unmissverständlich: «Nächstes Jahr muss Geld her, sonst ist fertig.» Beim Skilift Gurnigelbad komme noch dazu, dass ein Sturm vor zwei Wochen eine Tanne auf einen Skilift gefegt habe. «Das ist schon recht deprimierend», sagt Mani. «Die ganze Saison über fällt kaum Schnee, und jetzt müssen wir noch Geld aufbringen, um den Lift zu reparieren.»

Trotz diesen düsteren Aussichten lassen die Betreiber in den Skigebieten im Gantrisch den Kopf nicht hängen. Das Personal sei stets mit viel Herzblut dabei und lasse sich nicht entmutigen.