Archiv 09.06.2011

Schwarzenburg steht hinter Eisbahn

Die Schwarzenburger wollen die Eisbahn Schwarzwasserbrücke kaufen, obwohl sie damit vermutlich nie einen Gewinn einfahren werden. Damit das Geschäft zustande kommt, muss nun noch die Gemeinde Köniz dem Kauf zustimmen.

Autor: Ueli Strasser

Der Entscheid war unumstritten: Am Montag haben die Schwarzenburger an der Gemeindeversammlung den Kauf der Eisbahn Schwarzwasserbrücke einstimmig genehmigt. Ausschlag für den Kauf war der Entscheid von Walter Maurer, Miteigentümer des Areals sowie Betreiber des Lokals «Wanne-Träff». Aus Altersgründen will er den Gastrobetrieb per sofort einstellen und den Vereinen den Mietvertrag für die Umkleide- und Materialcontainer künden. Dies stellt einige Akteure vor existenzielle Fragen.

In der Saison 2010/11 haben 19 Vereine und Teams mit insgesamt 400 Mitgliedern ihre Sportart an der Schwarzwasserbrücke ausgeübt. Zusätzlich besuchten rund 100 Schulklassen pro Jahr das Areal und die freie Eiszeit wurde von rund 7500 Personen genutzt. Um diesen Besuchern die Infrastruktur zu erhalten, haben die Gemeinden Schwarzenburg und Köniz mit dem Besitzer Kaufverhandlungen geführt, mit folgendem Resultat: Der Preis von 1,55 Millionen Franken für das Areal, inklusive Restaurant und Inventar, soll von beiden Gemeinden je zur Hälfte getragen werden.

Alternative Berner Oberland

Gemeinderat Andreas Kehrli sprach an der Versammlung für den Kauf der Eisbahn: Sollte die Übernahme der Eisbahn abgelehnt werden, würde dies für die Eishockeyvereine heissen, dass sie für freie Eiszeiten in Zukunft bis nach Kandersteg oder Grindelwald reisen oder dass sie und die Curler ihre Vereine mindestens teilweise auflösen müssten.

Es sei aber auch klar, dass man mit der Eisbahn nie einen Gewinn machen werde, so Kehrli. Die Deckung der Betriebs- und Unterhaltskosten sei ein Risiko, das man mit dem Kauf tragen müsse. Die Infrastruktur sei aber in einem guten Zustand, so dass man für die nächsten zehn Jahre nicht mit grösseren Investitionen rechnen müsse.

Laut Ronald Menzi, Präsident des EHC Schwarzenburg, hat man für die Übernahme des Restaurationsbetriebs bereits Kontakt mit Fachleuten aufgenommen. Er hoffe, dass sich die «Wanne» schon nach zwei bis drei Jahren in den schwarzen Zahlen bewegen werde und damit zur finanziellen Entlastung beitragen könne.

Solarzellen auf dem Dach

Bei einem Kauf sieht der Gemeinderat laut Kehrli die Chance einer erweiterten Nutzung durch eine Überdachung mit Solarzellen. Dies wäre sinnvoll, weil die Anlage trotz massiven Aufwandes nur während vier Monaten genutzt werden kann. Ausserdem könnten im Sommer Freiluft-Sportangebote in Betracht gezogen werden. Allerdings, relativierte Kehrli, habe man zurzeit keine konkreten Pläne für diese Ideen – und auch kein Geld.

Köniz entscheidet Ende Juni

Einer Meinung war man darüber, dass es sich beim Kauf der Eisbahn um eine einmalige Chance handelt. Kehrli verwies auf die Unmöglichkeit, einen anderen so perfekt an den öffentlichen Verkehr angebundenen Ort für eine Eisbahn zu finden; und Ronald Menzi betonte, dass eine neue Anlage schnell das Zehnfache des verhandelten Betrages kosten würde.

Der Kauf der Eisbahn kommt nur zustande, wenn nach Schwarzenburg auch die Gemeinde Köniz dem Geschäft zustimmt. Das Könizer Parlament entscheidet Ende Juni.

Die Schwarzenburger wollen 755 000 Franken bezahlen, um die Eisbahn Schwarzwasserbrücke zu retten.Bild Corinne Aeberhard

Investitionen: Strassensanierung vertagt, Schulhaus wird renoviert

Die Schwarzenburger nahmen an der Gemeindeversammlung vom Montag die Rechnungen der Gemeinden Wahlern (mit einem Ertragsüberschuss von 292 000 Franken, der für zusätzliche Abschreibungen eingesetzt wird) und Albligen (mit einem Aufwandüberschuss von 512000 Franken, einschliesslich einem Nachkredit von 782000 für zusätzliche Abschreibungen) an.

Gegen Plastikpoller

Die Abstimmung über die Sanierung der Ringgenmattstrasse für 1,5 Millionen Franken wurde verschoben. Nach dem Widerstand von Gewerblern und Anwohnern gegen eine Installation von Plastikpollern zur Schulwegsicherung will die Gemeinde mit den Grundbesitzern verhandeln. Das überarbeitete Projekt kommt an der nächsten Versammlung wieder vors Volk.

Den Verpflichtungskredit von 376000 Franken für Unterhaltsarbeiten am Schulhaus Steinebrünnen haben die Schwarzenburger bewilligt. Das Votum, man habe bei der Schliessung des Schulhauses Moos falsch, beziehungsweise unvollständig über den Zustand der Immobilien informiert, sorgte für Diskussionen. Ein Rückweisungsantrag wurde jedoch klar abgelehnt.us