Rüschegg 28.03.2019

Sturm führt zu höherem Verlust

Die Mitglieder des Naturparks Gantrisch genehmigten gestern Abend in Rüschegg die Jahresrechnung und den Jahresbericht der Geschäftsstelle.

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins Region Gantrisch verlief gestern ohne Überraschungen. Gemeindevertreter und Einzelmitglieder mit gesamthaft 392 Stimmen bewilligten in der Wislisau den Jahresbericht und die Jahresrechnung des Trägervereins des Naturparks einstimmig.

92 Prozent erfüllt

Die Mitgliedersituation des Vereins sei ähnlich wie im Vorjahr, sagte Christoph Kauz, Geschäftsführer des Naturparks. Sechs juristische Personen als Neumitglieder stehen zwei Abgängen bei den natürlichen Personen gegenüber. Der Naturpark habe mit Bund und Kanton 92 Meilensteine definiert. «92 Prozent haben wir voll und weitere teilweise erreicht», sagte Kauz.

Im Bereich Natur bepflanzt der Naturpark unter anderem mit Freiwilligen Ufer von Gewässern, um diese besser vor Hitze zu schützen. Im Bereich Kultur wollen sieben regionale Museen 2020 eine gemeinsame Ausstellung zum Thema «Gelebte Traditionen» umsetzen.

«Wir hatten gerade in der Westschweiz eine gute Medienpräsenz», sagte Marketingleiterin Ramona Gloor. Der Park habe mittlerweile die Website und einen Prospekt ins Französische übersetzt.

Im Mai will der Naturpark den Neubau des Gäggerstägs in Angriff nehmen. Die Baubewilligung liege vor. Zwei Drittel der Gelder seien zugesagt. «Noch fehlen uns 70 000 Franken an Spenden», sagte Bereichsleiterin Karin Remund.

Verlust erwirtschaftet

Die Erfolgsrechnung des Parks schliesst mit einem Verlust von 55 500 Franken ab, dies bei einem Aufwand von 2,32  Millionen Franken. Budgetiert war ein Verlust von knapp 27 000 Franken. Der Grund für den höheren Verlust liegt unter anderem in den Schäden, welche der Sturm Burglind im Parkgebiet angerichtet hatte. «Unser Eigenkapital ist aber so gut, dass wir den Verlust verkraften können», sagte Christoph Kauz.

Neue Wege

Sonja Plüss stellte den Vereinsmitgliedern ihre Semesterarbeit vor. Die Studentin der Lebensmittelwissenschaften analysierte die Vermarktung der regionalen Produkte. 27  Marketingpartner des Parks, von denen 18 bereits zertifizierte Produkte herstellen, beteiligten sich an einer Umfrage.

Einige Betriebe bemängelten, das Label sei noch zu wenig präsent. Der Naturpark solle zudem Kontakte zu Grossverteilern herstellen. Er solle überdies auch nicht zertifizierte Produkte stärker fördern. Die bestehenden Produzenten seien zufrieden, bilanzierte Plüss. Zusätzliches Potenzial gebe es vor allem bei Frischwaren sowie bei neuen Absatzkanälen, wie etwa einem Online-Shop.