Riggisberg 10.05.2012

Textile Bildkunst des Mittelalters

Im Mittelalter waren Kirchen reich mit Textilien geschmückt. Eine Sonderausstellung in der Abegg-Stiftung in Riggisberg präsentiert die Vielfalt dieser sogenannten Ornamenta.

Sie erzählen aus dem Leben Jesu Christi: Die textilen Bilder, die im Mittelalter in vielen Kirchen zu sehen waren, zeigen die Kindheits- und die Passionsgeschichte, Apostel und Heilige. Auch theologische Konzepte wie die Wandlung von Brot und Wein in Jesu Christi Leib und Blut wurden mit textilen Techniken bildlich umgesetzt.

Während man heutzutage unter Ornament nur noch sich wiederholende, oft abstrakte Muster versteht, meinte der lateinische Begriff «ornamenta» im Mittelalter viel mehr. Er umfasste sämtliche schmückenden Ausstattungselemente der Liturgie und des Kirchenraumes. Dazu gehörten auch sakrale Geräte wie Kelch, Hostiengefäss oder Kerzenleuchter und vor allem Textilien. Ihnen ist die Sonderausstellung in der Abegg-Stiftung in Riggisberg gewidmet.

Sämtliche Ausstellungsstücke stammen aus der eigenen Sammlung der Abegg-Stiftung, mit einer Ausnahme: Ein Ziborium gehört dem Museum Schnütgen in Köln. Das Gefäss diente zur Aufbewahrung der Hostie. Vollflächig bedeckt mit aufgestickten Korallen-, Fluss-, Glas- und Goldperlen sowie Metallappliken, handelt es sich um ein einzigartiges Objekt der mittelalterlichen Schatzkunst.mk

Abegg-Stiftung, Werner-Abegg-Strasse 67, Riggisberg. Ausstellung bis 11. November, täglich 14 bis 17.30 Uhr.