BERN 31.10.2019

Von Jägern und Wildtieren

Das soeben erschienene Buch «Jagd und Wildtiere im Kanton Bern» geht der Frage nach, welchen neuen Herausforderungen sich die Jagd in Zeiten von Biodiversität und den Bestrebungen, Arten zu erhalten, stellen muss.

Die Jagd hat viele Aspekte: Für die einen ist sie mit Tradition verbunden, mit Jagdhornbläsern und Jagdvereinen, die vor Jahrzehnten gegründet worden sind. Für die anderen ist sie schändlich und hat nichts mit Tierliebe zu tun: Wehrlose Rehe und Füchse werden geschossen, ausgeweidet und landen auf den Tellern von Gourmets. Zwischen diesen Extremen gibt es ganz viele andere Aspekte und Nuancen. Einige davon beleuchtet das Buch «Jagd und Wildtiere im Kanton Bern».

Kritische Fragen haben Platz

Die drei Autoren Simon Capt, Peter Juesy und Fred Bohren, alle drei Jäger, gehen im Buch unter anderem der Frage nach, wie weit sich die Jagd anpassen muss, um der Abnahme der Artenvielfalt in den Wäldern entgegenzuwirken. Es behandelt Schutz und Nutzung, Hege und Pflege sowie Achtung vor dem Tier als Grundgedanken der Jagd. Auch die Interessen der Land- und Forstwirtschaft und die Ansprüche der Gesellschaft finden Platz. Die drei Autoren verherrlichen die Jagd nicht, auch kritische Fragen haben Platz. Sie zeigen unter anderem auch auf, warum die Jagd polarisiert und wie sich das Verständnis des Jagens und der Jäger im gesellschaftlichen Umfeld gewandelt hat und welchen Stellenwert die Jagd im Kanton Bern besitzt.

Ebenso wird illustriert, wie es den unter das Jagdgesetz fallenden Wildtieren und Vögeln geht, wie sie gezählt und überwacht werden. Ein besonderes Augenmerk im Buch gilt den Grossraubtieren Luchs, Wolf und Bär.

Das Buch ist in gut verständlicher Art geschrieben. Es umfasst knapp 500 Seiten, hat zahlreiche Bilder sowie anschauliche Grafiken.

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Fred Bohren, Simon Capt, Peter Juesy: «Jagd und Wildtiere im Kanton Bern». Werd und Weber Verlag, Thun, 2019. Weitere Infos: www.weberverlag.ch