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Berufsmatura – eine Ausbildung mit Zukunft

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«Trotz der geringen Schülerzahl hat uns das Amt für Berufsbildung die Bewilligung erteilt, in diesem neuen Schuljahr eine integrierte, technische Berufsmaturaklasse zu eröffnen», hält der Berufsmaturalehrer Urs Wäfler gegenüber den Freiburger Nachrichten fest. Dies war in der Vergangenheit nicht immer so. «Vor drei Jahren konnten wir aufgrund der wenigen Anmeldungen keine Klasse eröffnen», sagt er.

Bezug zu Freiburg

Urs Wäfler würde es sehr bedauern, wenn für deutschsprachige Lehrlinge in techni- schen Berufen, also Elektri- ker, Schreiner, Polymechaniker, Konstrukteure und Automatiker, in Zukunft die berufsbegleitende Berufsmatura in Freiburg nicht mehr angeboten würde. «Der Bezug zur Stadt Freiburg und zu den französischsprachigen Berufskollegen ginge verloren. Bei uns werden die Berufsmaturanden stärker mit der französischen Sprache konfrontiert, was ihnen dann nicht nur im Berufsleben, sondern auch an den Fachhochschulen in Freiburg zugutekommt», betont er. «Diese Kontakte können sich auch später positiv auswirken, wenn unsere Lernenden in der Region und im Kanton bleiben», fügt er bei. «Wir sind ein zweisprachiger Kanton und müssen unbedingt versuchen, diese Zweisprachigkeit auch an der Berufsfachschule zu erhalten», so Wäfler. Freiburg habe eine Brückenfunktion, und seine Schule könne hier einen grossen Beitrag leisten.

Viele Vorteile

Urs Wäfler weiss nur allzu gut, dass heute guten OS-Schülerinnen und OS-Schülern oft angeraten wird, das Kollegium zu besuchen. Deshalb appelliert er an die Eltern, OS-Lehrerinnen und Lehrer, an die Berufsberater und nicht zuletzt an die Lehrbetriebe, die angehenden Berufsleute auf die Vorteile einer Berufsmatura hinzuweisen. Er betrachtet diese als gleichwertige Alternative zur gymnasialen Ausbildung. «Die Aufnahmebedingungen für die integrierte Berufsmaturität sind diesel- ben wie für das Gymnasium. Für einen prüfungsfreien Zutritt wird der Besuch einer Progymnasialklasse oder eine Durchschnittsnote von 5 auf der Sekundarstufe B verlangt», hält er fest.

Alle Wege stehen offen

«Den Berufsmaturanden stehen heute alle Wege offen», sagt Urs Wäfler. Das Berufsmaturitätsdiplom ermöglicht ihnen den prüfungsfreien Zutritt an eine Fachhochschule, also beispielsweise zur Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg. Wer sich für ein Universitätsstudium entscheidet, kann dies mit einem Passerellen-Jahr erreichen. Auch für Lernende, welche sich später auf eine Meisterprüfung vorbereiten, ist die Berufsmatura laut Wäfler eine grosse Hilfe. «Ein Berufsmaturand erhält nebst der spezifischen Berufsausbildung einen erweiterten allgemeinbildenden Unterricht.» Fächer wie Deutsch, Französisch, Englisch, Wirtschaftskunde-Recht, Physik, Chemie und Mathematik stünden auf dem Stundenplan. Die Berufsmaturanden lernten, unter Druck viel Stoff zu verarbeiten. Das logische Denken und das Strukturieren würden geschult. Diese Kompetenzen kämmen ihnen auch im Berufsleben zugute.

«Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz, also die Ausbildung in Betrieb und Berufsfachschule, ist einzigartig und wird mit dem Besuch der Berufsmatura noch zusätzlich aufgewertet», betont Wäfler weiter. «Unsere Schüler haben einen Beruf erlernt, mussten dabei im Betrieb Verantwortung übernehmen und konnten viele praktische Erfahrungen sammeln», sagt Urs Wäfler und weiss, dass gerade diese daraus gewonnenen Kompetenzen im heutigen Arbeitsmarkt sehr geschätzt werden. Die Industrie klagt seit Jahren über einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Diese müssen häufig aus dem Ausland rekrutiert werden. Berufsleute mit einer höheren Schulbildung sind deshalb heute sehr gefragt.

Lehrbetriebe profitieren

Urs Wäfler weiss, dass Lehrbetriebe in Deutschfreiburg,–meist kleinere Gewerbebetriebe–zögern, wenn sich ihre Lernenden für eine Berufsmatura entscheiden. Dies heisst nämlich, dass die Auszubildenden anderthalb bis zwei ganze Tage an der Berufsschule sind. Dies ist natürlich für den Lehrbetrieb aus finanzieller und organisatorischer Hinsicht weniger interessant.

«Die Lehrbetriebe profitieren aber auch von den Berufsmaturanden. Es handelt sich um Jugendliche mit einem hohen Bildungsniveau. Sie benötigen deshalb im Betrieb generell weniger Betreuung. Ihnen kann oft früher und vermehrt Verantwortung übertragen werden», erklärt Urs Wäfler aus Erfahrung. Natürlich ist ihm bewusst, dass Berufsmaturanden nach der Lehre ihre Ausbildung meist an einer Fachhochschule fortsetzen. Längerfristig sieht er aber dennoch einen Nutzen für den Lehrbetrieb oder den Berufsverband. «Wenn sich beispielsweise ein Berufsmaturand zum Architekten ausbilden lässt und in der Region bleibt, so erinnert er sich später bei einer Arbeitsvergabe an seinen Lehrbetrieb und wird diesen berücksichtigen», sagt er, um auf einen weiteren Vorteil für Lehrbetriebe aufmerksam zu machen. Er würde es zudem begrüssen, wenn von politischer Seite ein Anreiz für Lehrbetriebe, welche Berufsmaturanden ausbilden, geschaffen würde.

Integriert oder Vollzeitjahr

Die Berufsmatura kann berufsbegleitend (integriert; BM 1) oder nach der Lehre im Vollzeitstudium (BM 2) absolviert werden. Beide Ausbildungsgänge sind gleichwertig. Urs Wäfler sieht aber bei der integrierten Berufsmatura einige Vorteile. «Ich persönlich finde es besser, wenn die Berufsmatura parallel zur Lehre absolviert wird. Die Lernenden sind von der Orientierungsschule her an den Schulrhythmus gewöhnt, und der Unterrichtsstoff ist noch präsent.»

Der Stoff der Berufsmatura ist auf vier Jahre verteilt und kann somit laut Wäfler besser verarbeitet werden. Ausserdem sei für die Lernenden der integrierte Weg auch finanziell interessanter. «Sie erhalten einen Lehrlingslohn und beenden die Maturausbildung ein Jahr früher als die Vollzeitstudenten.» Bis anhin sei eine abgeschlossene Berufslehre die einzige Voraussetzung für den Zutritt zum Vollzeitstudium gewesen. Dies werde sich im nächsten Jahr allerdings ändern. Prüfungsfrei werden ab 2016 nur noch jene Personen zugelassen, die entweder die Zulassungsbedingungen für die BM 1 erfül- len oder die den Vorbereitungskurs erfolgreich bestanden haben.

Weitere Informationen: http://www.epaifribourg.ch

Absolvent: «Bin glücklich, die Berufsmatura zu haben»

E iner, der vor einem Jahr die integrierte Berufsmatura erfolgreich abgeschlossen hat, ist Alain Fasel aus St. Antoni. «Ich wollte nach der OS bewusst eine Lehre absolvieren. Und wenn ich als Sekundarschüler B die geforderte Punktezahl von 50 erreiche, dann habe ich mir gesagt, dass ich die integrierte Berufsmatura machen will», sagt Alain Fasel gegenüber den Freiburger Nachrichten. Und der gelernte Sanitär-Installateur bereut heute diesen Schritt keinesfalls. «Ich habe jetzt die Berufsmatura. Mir stehen nun alle Wege offen. Ich kann prüfungsfrei meine Ausbildung an einer Fachhochschule oder mit einem Übergangsjahr gar an einer Universität fortsetzen», strahlt der junge Mann und gibt so auch zu verstehen, dass er es keinesfalls bedauert, nicht das Kollegium besucht zu haben. «Ich habe einen Beruf und kann Geld verdienen. Wer das Kollegium absolviert, ist praktisch gezwungen, das Studium fortzusetzen», fügt er bei. Und froh ist er auch, die Berufsmatura berufsbegleitend und nicht nach der Lehre als einjähriges Vollzeitstudium gemacht zu haben. «Während diesem Jahr verdient man ja nichts.»

Mut haben

Einen halben Tag pro Woche musste er als Berufsmaturand zusätzlich die Schulbank drücken. Als belastend hat er dies nicht empfunden. «Ich habe die Berufsmatura mit relativ geringem Aufwand bestanden. Viele trauen sich eine Berufsmatura nicht zu. Natürlich muss man die Sache ernst nehmen», sagt er und kann die integrierte Berufsmatura nur weiterempfehlen. Die breite Allgemeinbildung, die er mitgenommen hat, kommt ihm schon heute zugute. Er hat sich entschieden, eine zweite zweijährige Lehre als Sanitär-Planer zu absolvieren, und dies in Villars-sur-Glâne. «Ja, bei meinem jetzigen Arbeitgeber wird vorwiegend französisch gesprochen. Da bin ich schon froh, dass wir an der Berufsmatura auch Französisch hatten», erklärt er und weist darauf hin, dass dies bei einer «normalen» Lehre nicht immer der Fall sei.

Alain Fasel hat die Absicht, nach der zweiten Lehre zum ersten Lehrmeister zurückzukehren und dann als Sanitär-Planer tätig zu sein. «Ich kann sowohl auf Baustellen als auch im Büro arbeiten. Das grössere Wissen dank der Berufsmatura kann ich da gut gebrauchen», hält er fest, will aber nicht ganz ausschliessen, dass er sich später doch noch für ein Studium an einer Fachhochschule entscheiden wird. az

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