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«Bescheiden und vorsichtig bleiben»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Thierry Loup, als Sie im Frühling die Saison abbrechen mussten, waren Sie sehr besorgt. Nun beginnt im Equilibre und im Nuithonie trotz der Krise die neue Saison. Fühlen Sie sich jetzt besser?

Es stimmt, ich habe nicht den besten Sommer hinter mir. Es gab sehr viele Unsicherheiten. Zu Beginn des Sommers war ich ziemlich optimistisch, doch dann begann sich die gesundheitliche Lage in verschiedenen Ländern wieder zu verschlechtern. Trotz allem bin ich sehr glücklich, nach fünfeinhalb Monaten Zwangspause wieder ein Programm präsentieren zu dürfen. Aber bei aller Vorfreude müssen wir bescheiden und vorsichtig bleiben. Darum haben wir jetzt auch erst die Hälfte unseres Saisonprogramms vorgestellt. Natürlich steht bereits das ganze Programm, aber es kann jederzeit zu Änderungen kommen. Das ist für uns, die wir gewöhnlich lange im Voraus planen, eine ganz neue Situation.

Zu der neuen Situation gehört auch das strenge Schutzkonzept …

Ja, das Schutzkonzept wurde im Rahmen des Westschweizer Verbands der Bühnenkünste ausgearbeitet. Es gibt den Theatern zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen zwischen den Gruppen, die gemeinsam reserviert haben, Plätze frei, oder sie führen eine Maskenpflicht ein. Wir haben uns für die Masken entschieden, denn wir können es uns schlicht nicht leisten, Plätze frei zu lassen. Ausserdem werden wir den Besucherfluss kanalisieren, auf Pausen verzichten und natürlich die Kontaktdaten aufnehmen.

Das klingt nicht nach unbeschwertem Theatergenuss. Wie gut können Sie mit diesen Massnahmen leben?

Ich kann insofern damit leben, als wir momentan keine andere Wahl haben. Es ist entscheidend, dass das Publikum sicher ist und sich sicher fühlt. Aber natürlich sind wir es in der Schweiz nicht gewohnt, mit Masken ins Theater zu gehen, und ich hoffe sehr, dass es die Ausnahme bleibt und nicht zur Gewohnheit werden muss …

Wie sind denn die Reaktionen aus dem Publikum?

Die Leute reagieren sehr unterschiedlich: Manche sind froh über die Maskenpflicht, weil sie sich damit sicherer fühlen, während andere sagen, dass sie mit Maske nicht ins Theater kommen wollen. Ich hoffe, dass sie es trotzdem tun werden, wenn sie eine Auf­führung wirklich gerne sehen wollen.

Aber Sie rechnen mit einem Besucherrückgang …

Es gibt Aufführungen wie die beiden verschobenen Konzerte von Stephan Eicher, die sicher ausverkauft sein werden. Aber insgesamt rechne ich eher mit einer Auslastung von fünfzig bis sechzig Prozent. Um unser Budget einzuhalten, brauchen wir normalerweise mindestens achtzig Prozent.

Bringt Sie das in finanzielle Schieflage?

Mit einer durchschnittlichen Auslastung von sechzig Prozent würden wir allein bis Weihnachten 200 000 Franken verlieren und unsere Reserven aufbrauchen. Vorerst springt der Kanton ein und zahlt achtzig Prozent des Ausfalls. Diese Regelung gilt momentan bis Ende Oktober, aber ich hoffe, sie wird verlängert. Die grossen finanziellen Probleme dürften aber erst später kommen.

Wie meinen Sie das?

Bis jetzt haben wir in diesem Jahr keinen Verlust gemacht, weil die Nothilfe gut funktioniert hat. Die Behörden haben auf vorbildliche Weise geholfen, die Subventionen sind geflossen, und auch unsere privaten Partner haben uns nicht im Stich gelassen. Aber ich fürchte, dass sich das mittelfristig ändern wird. Wenn man wegen der schlechten Wirtschaftslage sparen muss, dürften die Subventionen gekürzt werden. In schlechten Zeiten wird leider immer bei der Kultur gespart.

Sie blicken also, trotz des bevorstehenden Saisonstarts, eher sorgenvoll in die Zukunft?

Wir müssen irgendwie durchhalten, bis diese Krise vorüber ist. Das sind wir auch den Künstlerinnen und Künstlern schuldig. Klar ist, dass die öffentliche Hand nicht auf Dauer für unsere finanziellen Einbussen aufkommen kann und wird. Darum ist es wichtig, dass wir unsere Säle füllen können. Ich glaube, dass die Leute schon Lust haben, wieder ins Theater zu gehen, aber viele sind vorsichtig und warten erst einmal ab. Sie kaufen weniger Abonnemente und entscheiden sich kurzfristig für den Kauf von Einzeltickets. Das ist normal, und damit müssen wir vorläufig umgehen können.

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