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Beseeltes Geigenspiel im Schlosshof

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5. Sinfoniekonzert der Sommerfestspiele Murten

Autor: Von HUGO SCHALLER

Das Orchester unter der Leitung von Volker Schmid-Gertenbach und dem jungen aus Belgrad stammenden Solisten Nemanja Radulovic spielte vor dem vollbesetzten Schlosshof ein reichhaltiges Beethovenprogramm. Das aus hervorragenden Einzelmusikern bestehende Orchester aus Bratislava beeindruckte einmal mehr mit seinem kernigen Ton der Blech- und Holzbläser, mit Brillanz der Streicher, und diesem unvergleichlichen musikalischen Feuer. In glücklicher Verbindung mit einem in der rhythmischen und musikalischen Gestik gleichermassen prägnanten Volker Schmid-Gertenbach gelang so ein faszinierender Beethovenabend.«… Hier sitze ich, forme Menschen nach meinem Bilde, ein Geschlecht, das mir gleich sei, zu leiden, zu weinen, zu geniessen und zu freuen sich …», lässt Goethe den Schöpfer des Menschengeschlechts, Prometheus, in seinem Gedicht zu Zeus sagen. Diese provokativ trotzig philanthropische Haltung gegenüber dem Göttervater ist auch für die Gedankenwelt Beethovens bezeichnend, dem Wagner und Robert Schumann ein starkes Ethos und spekulatives philosophierendes Denken in seiner Musik attestieren. Die Ballettmusik «Die Geschöpfe des Prometheus» erklang in extremer rhythmischer Disziplin, mit klangvoller Tongebung und klar abgestufter terrassenartiger Dynamik. Das Werk konnte so seine ganze feierlich mysteriöse Wirkung entfalten.

Begnadetes Jungtalent

Der erst 21-jährige Geiger Nemanja Radulovic, der von den Veranstaltern als diesjähriger Festivalsolist nominiert worden war, hat alle Zutaten zum Publikumsliebling. Eine gewinnende Ausstrahlung, vitales unaufdringliches Geigenspiel und eine seltene musikalische Natürlichkeit. Das berühmte Violinkonzert von Beethoven gleicht eher einer Sinfonie mit konzertanter Solovioline als einem Instrumentalkonzert. Thematisch ist die Solovioline omnipräsent, dialogisierend mit dem Orchester, entweder melodietragend oder die Themen kunstvoll umspielend, eingewoben im musikalischen Klangteppich. Radulovics Geigenspiel ist hochsensibel, weich, temperamentvoll, virtuos und gleichzeitig von einer seltenen Unaufdringlichkeit. Sein grosses Talent offenbart sich vor allem in den Kadenzen, in denen er die Schwierigkeiten des mehrstimmigen Geigenspiels mit perfekter Intonation und scheinbarer Mühelosigkeit meistert. Als Zugabe spielte der junge Geigenvirtuose die Sarabande aus der d-Moll-Partita schlicht und ergreifend.

Mitreissende Beethovensinfonie

Das Orchester aus Bratislava bot unter der Leitung von Volker Schmid eine temperamentvolle Aufführung der 7. Sinfonie. Das von Celli, Bratschen und Violinen dominierte Allegretto gehört wohl zu den berührendsten und schönsten sinfonischen Sätzen Beethovens. Die Cappella Istropolitana der Donaustadt spielte diesen Satz besonders einfühlsam. Mit raffinierten Abstufungen vom leisesten Piano bis zum extremsten Forte dosierte auch hier der Dirigent den Orchesterklang und bot eine ausgewogene Interpretation mit lebendigem Pulsschlag und musikbezogenem Tonrelief. Als überschäumendes Finale spielte das Orchester Mozarts Ouvertüre zu Figaros Hochzeit als Zugabe.

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