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Besuch bei einem Steuerprivilegierten

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Die Freiburger Koalition gegen die Unternehmenssteuerreform III hat gestern eine unangekündigte Aktion im Rahmen des Abstimmungskampfs durchgeführt. Rund 35 Personen aus linken Parteien und Gewerkschaften haben sich beim Bahnhofsplatz in Freiburg besammelt und sind dann Richtung TPF-Gebäude an der Avenue du Midi gezogen. Dort befinden sich die Unternehmen ITX Holding, ITX Trading und ITX Merken, die gemäss Unia-Sekretär Armand Jaquier vom kantonalen Spezialstatus bei der Besteuerung der Unternehmensgewinne profitieren.

Wie die linke Koalition mitteilte, gehören die drei Gesellschaften zur Gruppe Inditex mit Sitz in Spanien. Diese sei wiederum Besitzerin des internationalen Textilriesen Zara und gehöre Amancio Ortega Gaona, einem der drei reichsten Männer der Welt. Gemäss einem Bericht der Grünen des Europäischen Parlaments habe das Mutterhaus dem Fiskus in diversen Ländern 585 Millionen Franken unterschlagen.

Die gestrige Aktion war in aller Verschwiegenheit vorbereitet worden. Die Demons­tranten versammelten sich geräuschlos im Treppenhaus und traten dann fast überfallmässig in den Empfangsbereich der Freiburger Inditex-Filialen ein. Sie forderten auf einem Transparent: «Zara, zahle Deine Steuern! Nein zur Unternehmensteuerreform III.»

Christophe Dafflon, Verwalter der drei Freiburger Gesellschaften, stellte sich den Fragen der Besucher. Er sei auf dem Laufenden über den europäischen Bericht, aber man solle sich doch ans Mutterhaus in Spanien richten; dieses habe eine Antwort auf die Vorwürfe gegeben. Zum Inhalt könne er nichts sagen, antwortete Dafflon auf eine entsprechende Frage. Was im Bericht stehe, sei nicht bewiesen. Sollte der Konzern aber verurteilt werden, würde dieser den Behörden Auskunft geben.

Guy Zurkinden vom Personalverband VPOD wollte wissen, wie viel Steuern die drei Freiburger Ableger des Konzerns bezahlen, doch Dafflon gab darauf keine Antwort. Wie viel die ITX-Gesellschaften bei Annahme der Steuerreform mehr an Steuern bezahlen müssten, wurde er weiter gefragt. «Wir zahlen jetzt schon viel Steuern. Vielleicht sind es in Zukunft ja sogar weniger», so Dafflon.

Auf die Frage der FN, was er von der Aktion der linken Gegner halte, sagte Dafflon: «Sie haben recht. Sie müssen ja auf die Vorlage reagieren.»

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