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Beten: Einfach unverschämt

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wort zum sonntag

Autor: Jakob Hertach/Kipa

Beten: Einfach unverschämt

Am morgigen Sonntag ist das Fest des Apostels Jakobus angesetzt; es wird aber nicht gefeiert. Jakobus der Ältere war der Sohn des Zebedäus und der Salome. Er wird im Neuen Testament bei wichtigen Ereignissen im Leben Jesu jeweils erwähnt: bei der Verklärung und im Garten Gethsemane. Nach der Überlieferung verkündete er nach Pfingsten in Samaria und in Jerusalem die Botschaft Jesu. Im Jahr 43 wurde er durch König Herodes Agrippa I. enthauptet. Er war der erste Märtyrer unter den Aposteln. An der Stelle seines Martyriums stehe heute die Jakobskirche in Jerusalem, sagt so mancher.

In Spanien ist die Überlieferung verbreitet, dass Jakobus dort nach der Himmelfahrt Christi gepredigt und Jünger geworben habe mit der Prophezeiung, dass er nach seinem Tod dort Unzählige bekehren würde. In Santiago de Compostela seien am Jakobstag 816 seine Gebeine in der neuen Kirche beigesetzt worden. Heute ist der Wallfahrtsort ein modernes touristisches Erlebnis. Viele Menschen machen sich auf den Weg, zu Fuss, mit dem Velo oder auch mit dem Pferd.

Der Jakobsweg ist heute gefragt und wird von vielen gegangen. Wenn jemand eine Wallfahrt macht, dann ist Beten ein Teil davon. Das Evangelium des morgigen 17. Sonntags im Jahreskreis vermittelt uns Hilfen zum Beten (Lk 11,1-13). Auf das Beten bezogen, sagte Jesus: «Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.» Jesus munterte die Jünger auf, Gott unverschämt zu bedrängen. Denn Gott will gebraucht werden. Jesus wird von einem der Jünger gebeten, sie das Beten zu lehren. Er sagte ihnen, wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden, denn wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.

Am Beispiel des Besuchs bei einem Freund um Mitternacht zeigt Jesus, dass die eindringliche Bitte den Freund schliesslich bewogen hat, trotzdem aufzustehen, um ihm die drei Brote zu geben, die er für einen unerwarteten Besuch dringend benötigte. Der Beter, von dem Jesus spricht, konnte freimütig reden, alles vorbringen, was er auf dem Herzen hatte. Er hatte ein grosses Selbstvertrauen.

«Not lehrt beten»: Beim Beten geht es oft um die letzte und äusserste Not und Zuflucht eines Menschen. Das Gebet kann auch Dank in der Stunde des Glücks sein. Pilger, die sich auf den Jakobsweg begeben, tun es oft, weil sie sich selber wieder finden wollen. Dies kann im Gebet geschehen, dankend und bittend, vielleicht mit dem nötigen Selbstvertrauen auch unverschämt.

Jakob Hertach (1937), Seelsorgehelfer und Journalist, lebt in Dielsdorf ZH

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