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Betrüger sind auch in den Läden am Werk

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Autor: karin aebischer

So wie dem Düdinger Hans V.* ist es in den letzten Monaten wohl so manchem Freiburger ergangen. «Ich wollte in einem Hotel mit meiner Karte bezahlen, doch sie wurde abgelehnt», erzählt er. Das System hatte Unregelmässigkeiten entdeckt und seine Karte automatisch gesperrt. Als Hans V. seinen Kontoauszug konsultierte, wusste er, weshalb: Innerhalb einer Viertelstunde wurden an einem Geldautomaten in Amerika mehrere Geldbezüge getätigt. Umgerechnet rund 2500 Franken. Hans V. war Opfer von Skimming-Betrügern geworden (siehe Kasten). Der Düdinger hat daraufhin Anzeige erstattet. An welchem Geldautomaten oder Kreditkarten-Lesegerät seine Daten ausspioniert wurden, bleibt ihm unklar. «Ich habe überhaupt nichts gemerkt.»

Im Laden eingeschlossen

Auch André Fogel, Filialleiter der Migros in Murten, wurde Anfang Mai vor überraschende Tatsachen gestellt. «Bei der täglichen Kontrolle haben wir festgestellt, dass vier Kartenlesegeräte manipuliert sind», erklärt Fogel. Nähere Analysen hätten ergeben, dass Skimming-Betrüger am Werk waren. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Fogel. Er sei nun seit 30 Jahren bei der Migros, und Betrug habe es immer wieder gegeben, jedoch nicht auf diese Weise. «Wir können uns nicht erklären, wie es zur Manipulation kam. Tagsüber ist es unmöglich. Das Karten-Lesegerät ist stets im Blickfeld der Kassiererin.»

Bei der SIX Group, die die sogenannten Zahlterminals bereitstellt, geht man davon aus, dass die Täter in den Lebensmittelgeschäften nachts am Werk waren. «Wir vermuten, dass sie sich einschliessen liessen und die Geräte in der Nacht manipulierten», sagt Sindy Schmiegel, Sprecherin der SIX Group.

Tägliche Kontrollen

Auch Coop ist von Skimming-Attacken nicht verschont geblieben. Schweizweit ist es in fünf Coop-Filialen zu Betrugsfällen gekommen. Darunter auch in Düdingen, wie Mediensprecherin Denise Stadler auf Anfrage der FN bestätigt. Die anderen vier Filialen befinden sich nicht im Kanton Freiburg, es sei also kein Muster ersichtlich.

Bei Coop wie auch bei Migros werden die Kartenlesegeräte täglich kontrolliert. Die SIX Card Solutions AG hat zudem für die Terminal-Software flächendeckend einen Sicherheits-Patch verbreitet. «Seither sind uns keine neuen Fälle bekannt», sagt Sindy Schmiegel. Das Betrugs-Kompetenz-Zentrum der SIX Group arbeite ständig daran, die Sicherheit zu erhöhen.

Kunde kriegt Geld zurück

Auch die Geldautomaten einiger Deutschfreiburger Raiffeisenbanken sind Opfer von Skimming-Attacken geworden, wie Aldo Greca, Pressechef des Deutschfreiburger Verbandes der Raiffeisenbanken bestätigt. «Bankintern haben wir schon vor Jahren bei den ersten Skimming-Fällen Massnahmen getroffen. Seither haben sich die Vorfälle wesentlich reduziert», so Greca. Auch jetzt gelte die Vorschrift, die Bancomaten ein- bis zweimal pro Tag zu kontrollieren. Der Kunde komme in Skimming-Fällen nicht zu Schaden. Die Bank zahle ihm das Geld zurück – innert Wochenfrist.

Auch einige Billettautomaten der SBB sind manipuliert worden. Die Westschweiz blieb davon aber bisher verschont, sagt SBB-Pressesprecher Jean-Louis Scherz auf Anfrage.

Pin abdecken ist das A und O

Beim Geldbezug am Automaten oder beim Bezahlen im Supermarkt ist der Düdinger Hans V. viel vorsichtiger geworden. Er tastet den Automaten ab und deckt die Codeeingabe gut mit den Händen ab. Den Pin konsequent schützen, ist auch Sindy Schmiegels wichtigster Tipp an die Karteninhaber. Die Sprecherin der SIX Group wundert es nicht, dass Hans V. vom Betrug nichts mitbekommen hat. Die Kartenleser und Kameras seien sehr raffiniert eingebaut.

*Name von der Redaktion geändert.

Die Karten-Lesegeräte der Grossverteiler werden täglich einer Kontrolle unterzogen.Bild Aldo Ellena

Skimming:Fälle nehmen markant zu

Lediglich fünf bis zehn Strafklagen wegen Skimming sind bei der Kantonspolizei Freiburg im vergangenen Jahr eingegangen. In diesem Jahr sind es bereits 140. «Das sind effektiv sehr viele Fälle», sagt Polizei-Sprecher Hans Maradan. Er rechnet damit, dass weitere Klagen eintreffen. «Das Opfer bemerkt den Betrug meist erst dann, wenn der Kontoauszug vorliegt und in Mexiko, Afrika oder den USA Geld abgehoben wurde.» Auch auf dem Oberamt kann die Anzeige gegen Unbekannt eingereicht werden. «Wir haben im Sensebezirk eine grosse Anzahl an Skimming-Opfern zu beklagen», sagt Oberamtmann Nicolas Bürgisser. Er rät, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten, die Bankauszüge gut zu kontrollieren und allenfalls die Kartenlimite zu senken.

Schweizweit verzeichnete man im Jahr 2009 laut Sindy Schmiegel erst 32 Fälle manipulierter Bancomaten. In diesem Jahr sind es bereits 225.

Kamera kaum erkennbar

Beim Skimming werden illegal Kartendaten erlangt, indem Daten von Magnetstreifen ausgelesen und auf gefälschte Karten kopiert werden. Ein typisches Angriffsmuster ist das gleichzeitige Ausspähen von Magnetstreifeninhalt der Kredit- oder EC-Karte zusammen mit dem Pin-Code an einem Geldautomaten. Die Daten der EC-Karte werden dann typischerweise auf einem leeren Kartenrohling angebracht, mit dem die Betrüger dann – zusammen mit dem Pin-Code – Bargeld an Geldautomaten abheben können. Die Karte bleibt im Besitz des Eigentümers. Die Eingabe des Codes wird meist mit einer kleinen Funk-Kamera gefilmt, die oft oberhalb der Tastatur in einer angeklebten Kunststoffleiste versteckt ist. Es kommen aber auch Tastenfeld-Attrappen zum Einsatz, die über das eigentliche Tastenfeld geklebt werden und einfach die betätigten Tasten aufzeichnen.ak

«Wir können uns nicht erklären, wie es zur Manipulation kam. Tagsüber ist es unmöglich.»

Autor: André Fogel

Autor: Filialleiter Migros Murten

«Wir vermuten, dass sie sich einschliessen liessen und die Geräte in der Nacht manipulierten.»

Autor: Sindy Schmiegel

Autor: Sprecherin SIX Group

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