Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Bettnässen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Bettnässen

Die Schülerinnen und Schüler freuen sich auf das bevorstehende Schullager. Nur Toni ist bekümmert. Der Gedanke an das Lager stimmt ihn traurig. Er schämt sich, die anderen könnten entdecken, dass er immer noch ein Bettnässer ist. Toni leidet unter Enuresis.

Mit ELISABETH ROUBY-LEIFELD sprach
IRMGARD LEHMANN

Im Alter von drei Jahren können die meisten Kinder tagsüber mehr oder weniger trocken sein. Wenn ein Kind, das bereits fünf Jahre oder älter ist, noch regelmässig einnässt, spricht man von Bettnässen oder Enuresis. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen.

Von primärer Enuresis spricht man, wenn das Kind seit Geburt einnässt und nie länger als sechs Monate vollkommen trocken war. Bei einem Kind, das nach mindestens sechsmonatigem Trockensein erneut einnässt, liegt eine sekundäre Enuresis vor.

Was sind die Gründe ?

Bei der ersten Form liegen häufig organische Reifungsstörungen vor. Bei der zweiten Form sind häufig psychische und soziale Faktoren von Bedeutung: Ängste oder Unsicherheiten – zum Beispiel nach einem Umzug, nach einem Schulwechsel, nach der Trennung der Eltern oder nach der Geburt eines Geschwisters – können Gründe für das nächtliche Bettnässen sein; ebenso können eine zu strenge Sauberkeitserziehung oder umgekehrt eine Vernachlässigung des Toilettentrainings eine mögliche Ursache bilden.

Wie können Eltern helfen?

Ist das Kind jünger als fünf Jahre, können die Eltern lustige, spielerische Anreize bieten, um trocken zu werden.

Ist das Kind mit fünf Jahren nur zeitweise trocken oder nässt es wieder ein, dann sollte psychologische Hilfe gesucht werden, nachdem eine organische Abklärung durch den Kinderarzt erfolgt ist.

Das Problem des Einnässens lässt sich erfolgreich mit Verhaltenstherapie behandeln. Als therapeutische Mittel werden unter anderem Blasentrainings am Tag, Belohnungspläne oder auch Weckapparate eingesetzt. Das Training mit Hilfe des Weckapparates beruht darauf, dass der Apparat, sobald das Kind einnässt, ein Weckzeichen gibt. Damit kann das Kind lernen, die volle Blase mit dem Erwachen zu verbinden.

Und wie haben sich die Eltern zu verhalten ?

Die wichtigste Belohnung für das Kind ist das Lob seiner Eltern. Zusätzlich können die Eltern einen Belohnungsplan einsetzen. In diesem Plan notieren die Eltern und das Kind (z. B. mit einem Smiley) jedes Mal, wenn das Kind mit Erfolg auf der Toilette war oder eine bestimmte Anzahl von Nächten nacheinander trocken geblieben ist.

Wenn das Kind zwischendurch wieder einnässt, sollten die Eltern auf keine Fall mit ihm schimpfen oder es bestrafen. Das Kind sollte aber an der Beseitigung der nassen Betttücher, der Pyjamawäsche und an den notwendigen Reinigungsmassnahmen beteiligt werden.

Elisabeth Rouby-Leifeld ist dipl. Psychologin FSP und Koordinatorin der Psychologischen Beratungsstelle des Departements für Psychologie an der Universität Freiburg. Tel. 026 300 76 47
Störungen bei
Kindern (I)

«Bettnässen» ist das erste Thema im Rahmen einer Artikelserie in den FN über Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Antwort auf die Fragen geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle der Universität Freiburg. FN

Meistgelesen

Mehr zum Thema