Archiv 22.10.2005

«Schöni Uussichte» für Martin Schick

«Schöni Uussichte» für Martin Schick

Der Taferser spielt mit in der neuen Sitcom von SFDRS

Wenn am 18. November auf SFDRS die neue Sitcom «Schöni Uussichte» beginnt, ist auch ein Freiburger dabei: Der 27-jährige Taferser Martin Schick spielt Juanito Merkli, den dusseligen Barkeeper.

Von JEAN-LUC BRÜLHART

«Juanito möchte immer gut sein, nur schafft er es leider nicht», beschreibt Martin Schick seine Rolle als Barkeeper Juanito Merkli in der neuen Sitcom von SFDRS «Schöni Uussichte». Juanito ist eine Nebenrolle und der Aussenseiter in der sechsköpfigen Besetzung. «Ein Sympathie-Träger», wie Martin Schick seine Rolle selber beschreibt. «Diese Rolle behagt mir sehr», sagt der 27-Jährige. Die Schwierigkeit bestehe darin, dusselig dreinzuschauen, aber trotzdem die Einsätze exakt zu treffen und blitzschnell zu reagieren. Mit seiner Rolle sei er am ehesten für die Unterhaltung der Grossmütter und Kinder zuständig, fügt Martin Schick schmunzelnd hinzu.

Die neue Sitcom von SFDRS dreht sich um Schweizer, die auf Mallorca ihr Glück suchen, dabei aber nicht unbedingt glücklicher werden als zu Hause. Nach «Fascht e Familie», «Mannezimmer», «Fertig lustig» und «Bürgerbüro» ist «Schöni Uussichte» die fünfte Sitcom von SFDRS in den letzten elf Jahren.

Grosse Verantwortung

Es ist das erste TV-Engagement von Schick. Was er noch nicht einschätzen kann, das ist, wie das Publikum ab dem 18. November auf die Serie und auf seine Rolle reagieren wird. «Diese Dynamik habe ich nicht im Griff.» Aber schliesslich gehe es ja um etwas Sympathisches. Er hegt denn auch keine Hoffnungen und Erwartungen bezüglich der Rückmeldungen nach den ersten Teilen der Serie. In seinen Theater- und Tanzproduktionen waren die Reaktionen des Publikums jeweils unmittelbar. «Es ist verrückt zu denken, dass ab November eine Million Menschen zuschauen werden.» Diese Verantwortung sei schon ein zusätzlicher Stressfaktor für die Schauspieler. «Einfach cool bleiben», nennt Schick sein Rezept.

Kampf mit den Regeln und
um die Kameraeinstellung

Das Schauspielen in einer Sitcom vergleicht Schick mit dem Ausmalen in einem Malbuch. «Figur und Form sind vorgegeben. Ich kann lediglich die Farbe wählen, mit der ich sie ausmale.» Keine unnötigen Gesten, keine wilden Bewegungen und keine unvorhergesehenen Utensilien: Es gibt auf dem Set klare Regeln, an die sich die Schauspieler halten müssen. «Ich darf also nicht darüber hinaus malen», schmunzelt Schick und gibt zu, sich ab und zu an den Regeln zu reiben. Aber schliesslich geht es auf dem Set auch um die Kameraeinstellung, die jeder für sich beanspruchen möchte. «Man darf nicht gegen das System spielen.» In «Schöni Uussichte» wird deshalb nicht der lebendige, spontane und initiative Martin Schick zu sehen sein, wie ihn viele kennen.

Eine Sitcom ist für Martin Schick ein ehrlicheres Spiel als eine Soap. Es werde eigentlich eine Theatersituation abgedreht. «Hier ist alles total durchschaubar. Die Zuschauer wissen, dass sich die Serie nicht in Mallorca abspielt, sondern in einem TV-Studio.»

Vom Lesen bis zur Probe

Die Wochen vor der ersten Ausstrahlung sehen alle gleich aus. Montag bis Mittwoch sind Schauspieler-Proben angesagt (Lesen, Besprechen), am Donnerstag wird mit der Technik zusammengearbeitet (Kamera, Licht, Ton) und am Freitag werden die Szenen gedreht. Am Abend hat das Publikum die Möglichkeit, am Dreh teilzunehmen. «Das Einzige, was meine Arbeit von einem Bürojob unterscheidet, ist die Auswirkung», sagt Schick in Bezug auf die regelmässigen Arbeitszeiten.

Juanito, der Publikumsliebling?

Als er zum Casting erscheinen musste, wusste Martin Schick nur, dass es um etwas Spanisches ging. Also trat er als Latin Lover auf und nicht als dusseliger Kellner. «Manchmal ist es besser, wenn man nicht zu viel weiss», so Schick. «Das Publikum wird ihn lieben», war in der Schweizer Illustrierten über die Rolle des Juanito zu lesen. So ist es besser, wenn er jetzt noch nicht weiss, wie viel Erfolg er mit seiner Rolle vielleicht haben wird.

Die Sitcom «Schöni Uussichte» wird ab dem 18. November jeden Freitag um 20 Uhr bei SF DRS ausgestrahlt.
Zur Person

Martin Schick ist 1978 in Tafers geboren. Nach dem Lehrerseminar folgte die Ballettausbildung bei Jiri und Ivana Halamka in Bern und später die Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern (Abteilung Theater). Er hat bei diversen internationalen Tanzworkshops teilgenommen und arbeitete diesen Sommer mit der Tanzkompanie Gisela-Rocha am neusten Stück «Itself».

In folgenden Theatern hat Martin Schick mitgespielt (Auswahl): 2004: «Heimathafen», Berner Schlachthaustheater; «Hello Dolly», Stadttheater Bern. 2003: «Die Überquerung des Niagara», Theater Biel-Solothurn. 2002: «Amerika», Luzerner Theater. Martin Schick hat eigene Tanz- und Theaterprojekte. So ist er Mitglied und Begründer der «5 Freunde» im «Programm-Zentrum für Kulturproduktion, Bern». jlb