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«Bibliotheken haben soziale Funktion»

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«Da ist der 3-D-Drucker», ruft ein Junge, kaum hat er die Schul- und Gemeindebibliothek Düdingen betreten. Vor dem Drucker stehen bereits mehrere andere Kinder und schauen fasziniert zu, wie dieser Schicht um Schicht aufträgt. Neben einer Einführung in die Bücherfaltkunst Orimoto war der 3-D-Drucker eine der Attraktionen, welche Margot Rohner, Leiterin der Schul- und Gemeindebibliothek Düdingen, und ihr Team zum Tag der Bibliotheken vom Samstag organisiert hatten. «Dieser Tag ist eine gute Gelegenheit, der Bevölkerung zu zeigen, dass unsere Bibliothek auch ein Treffpunkt ist, an dem man einen Kaffee trinken kann, ohne zwingend etwas auszuleihen», erklärt Rohner. Nicht nur an diesem Samstag in der Bibliothek anzutreffen ist Regula Ackermann Riedo, die mit ihren Kindern vor dem 3-D-Drucker steht. Sie schätze Angebote wie diesen Tag oder die «VorLeseZeit» für Kinder, welche die Bibliothek einmal im Monat anbiete. «Dann hören die Kinder Geschichten, und ich habe zwanzig Minuten Zeit, um zu schmökern.» Eine treue Kundin ist auch Monika Hayoz aus Tafers. An diesem Tag sei sie zwar eher zufällig vorbeigekommen, erzählt sie den FN. «Ich mag jedoch die Ambiance, und als gebürtige Düdingerin treffe ich stets viele Bekannte hier.»

Vielfältige Funktionen

Nicht nur in Düdingen gab es am Samstag besondere Attraktionen. 113 Bibliotheken in den Kantonen Freiburg, Neuen­burg, Waadt und Wallis hatten sich für diesen Tag ein spe­zielles Programm ausgedacht, 27 davon im Kanton Freiburg. «Mit dem Tag der Bibliotheken möchten wir einer breiten Bevölkerung zeigen, wie vielfältig unsere Bibliotheken sind, und damit auch neue Nutzerinnen und Nutzer ansprechen», sagt Therese Salzmann, Koordinatorin der öffentlichen Bibliotheken des Kantons Freiburg. Bibliotheken seien nach wie vor da, um Bücher und andere Medien auszuleihen. «Eine Bibliothek hat aber auch eine soziale und demokratische Funktion: Sie bietet kostenlose Informationen, freien Internetzugang und die Möglichkeit, sich ohne Konsumzwang zu begegnen.»

Permanent infrage gestellt

Insbesondere was die so­ziale Funktion betrifft, hätten sich die öffentlichen Bibliotheken im Kanton Freiburg in den letzten Jahren gut entwickelt, sagt Therese Salzmann. Märchenstunden, Buchstart für Babys mit Eltern sowie andere Veranstaltungen und Animationen gehörten mittlerweile zum Standardprogramm vieler Bibliotheken. «Diese müssen sich weiterentwickeln, denn sie werden permanent infrage gestellt.» Schweizweit sind die Ausleihzahlen in den letzten 15  Jahren um etwa 30 Prozent zurückgegangen, Hauptgrund ist die Digitalisierung. Stark eingebrochen sei die Ausleihe von Sachbüchern, auch das Interesse an DVDs sei massiv gesunken, erklärt Salzmann. «Sachliche Informationen und Filme findet man heute im Internet.» Beliebt seien hingegen nach wie vor die Angebote für Kinder, zum Beispiel Bilder- und Erstlesebücher sowie Krimis bei den Erwachsenen. E-Books hingegen seien vor allem bei Deutschsprachigen beliebt. «Die Romands bevorzugen das Papierbuch.»

Tiefe Nutzerzahlen

Den schweizweiten Nutzerrückgang hätten auch die Freiburger Bibliotheken gespürt, sagt Therese Salzmann. Seit fünf Jahren seien die Nutzerzahlen entgegen dem nationalen Trend jedoch wieder leicht steigend. 2017 verzeichneten die öffentlichen Bibliotheken des Kantons Freiburg knapp 33 400 Nutzerinnen und Nutzer. Zählt man die Nutzerzahlen der Kantonsbibliothek dazu, sind es 40 800. Davon ausgenommen sind Fachhochschul- und Universitätsbibliotheken sowie Spezialsammlungen.

Freiburg im Hintertreffen

Diese Entwicklung sei zwar erfreulich, sagt Therese Salzmann. Zu denken gebe jedoch die Tatsache, dass nur etwas mehr als 12 Prozent der Freiburger Bevölkerung öffentliche Bibliotheken nutzten. Zum Vergleich: Im Wallis sind es 28  Prozent. Laut Salzmann ist diese Zahl im Kanton Freiburg schon immer tief gewesen. In anderen Kantonen hätten Bibliotheken schon früh vielfältige Zusatzangebote gehabt. In Freiburg sei man diesbezüglich lange etwas zurückhaltender gewesen, und vor allem kleineren Bibliotheken fehlten oft die Ressourcen für solche Projekte. Auch in dieser Hinsicht sei der Tag der Bibliotheken gut: «Die Bibliotheken selbst entwickeln neue Ideen.»

Zahlen und Fakten

100 Bibliotheken im Kanton Freiburg

Im Kanton Freiburg gibt es insgesamt 100 Bibliotheken, 38 davon sind öffentliche Gemeinde- und Schul­bibliotheken. Die Fläche, die der Bevölkerung im Kanton für die Nutzung der Bibliotheken zur Verfügung steht, umfasst 5633 Quadratmeter. Von den 33 400 Personen, welche diese Bibliotheken im Jahr 2017 genutzt haben, waren 44 Prozent Kinder bis zu elf Jahren. 19 Prozent waren Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, 37 Prozent waren Erwach­sene. Im Jahr 2017 fanden 1,14 Millionen Ausleihungen statt. Zehn Jahre zuvor betrug diese Zahl 1,02 Millionen.

rb

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