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Biels Trainer ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich

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Der EHC Biel ist mit Trainer Antti Törmänen auf Erfolgskurs. Das ist nach dessen Krebserkrankung alles andere als selbstverständlich.

Normalerweise ist es nicht die erste Frage an einen Eishockey-Trainer. «Doch, es geht mir gesundheitlich sehr gut», sagt Antti Törmänen und zeigt ein strahlendes Lachen. In seinem Fall ist die Frage mehr als berechtigt. Dass er gesund ist, ist alles andere als normal. Viel lieber spricht der 51-jährige Finne aber wieder über seine grosse Passion, das Hockey.

Es ist noch nicht lange her, da war für Törmänen an Arbeit nicht zu denken. Im Juli des letzten Jahres erhielt er die niederschmetternde Diagnose Gallenblasenkrebs – eine der aggressivsten Krebsarten mit nur sehr kleinen Überlebenschancen. An Coaching war selbstredend nicht mehr zu denken, in der letzten Saison stand der ehemalige SCB-Meistertrainer Lars Leuenberger an der Bieler Bande – interimistisch, wie immer betont wurde. Die Chemotherapie ist brutal, körperlich und mental, doch sie verlief besser, als es erwartet werden durfte. Noch im März erklärte Törmänen aber, im Moment sei er weit davon entfernt, arbeiten zu können.

Eine sensible Mannschaft

Am 27. April dann die überraschende Meldung des EHC Biel: Antti Törmänen kehrt als Chefcoach zurück. Angesichts der Rückfallgefahr bei diesem Krebs ein Risiko, doch eines, das sich nun auszuzahlen scheint. Am Dienstag beeindruckten die Bieler beim 1:0-Auswärtssieg beim Leader Freiburg-Gottéron mit einem brillanten Auftritt. Hart, aber diszipliniert, druckvoll und doch defensiv stabil – und das, obwohl gleich vier Spieler der nominell ersten beiden Linien, darunter die Ausländer Alexander Jakowenko und Jere Sallinen, verletzungsbedingt fehlten. Von 19 Spielen haben die Seeländer deren 14 gewonnen, nach gut einem Drittel der Qualifikation liegt das Team von Törmänen auf dem 2. Platz.

Glaubt man Kevin Fey, der im letzten Jahr unter Leuenberger Captain war und seit 2013 beim EHC Biel engagiert ist, hat sich der Trainer durch die Krankheit kaum verändert. «Er ist so zurückgekommen, wie er uns verlassen hatte», sagt er. «Voller Elan und Energie.» Er habe ihnen gesagt, sie sollten das beiseitelegen. «Wir sind eine sehr sensible Mannschaft, die viel Mitgefühl hat», erklärt der erfahrene Verteidiger. «Bedenken über ihn seien aber nicht unsere Aufgabe.» Der Trainer habe betont, dass es ihm gut gehe und sie nach vorne schauen sollten.

Wenn überhaupt, dann ist Törmänens Krankheitsgeschichte eine extra Motivation für die Spieler. Nötig ist dies aber kaum, denn der Finne hat sowieso den Ruf, ein Coach für die Spieler zu sein. Er lässt sie an der langen Leine und überträgt ihnen viel Vertrauen. «Meine Philosophie hat sich nicht verändert», betont Törmänen. «Wir müssen zwar harte Entscheide treffen, aber wir sind auf der gleichen Seite wie die Spieler. Sie wissen, dass wir da sind, um ihnen zu helfen.»

Gaëtan Haas, der neue Captain, bestätigt dies von ganzem Herzen. «Er will dir helfen», sagt der Bern-Jurassier. «Wenn es mal nicht läuft, macht er keinen Druck, sondern sagt: Mach weiter oder versuch mal das», so der Stürmerstar, der nach je zwei Saisons beim SC Bern und in Nordamerika zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt ist. «Es ist sehr schön, mit ihm zu arbeiten.»

Ein besserer Coach

Törmänen selber glaubt schon, nicht mehr derselbe zu sein. «Ich war ein Jahr weg, habe viel analysiert und ein paar neue Ideen entwickelt», erklärt er. «Hoffentlich bin ich ein besserer Coach geworden.» Kann man die Mannschaft mit der vor zwei Jahren, als der Finne zum letzten Mal an der Bande stand, vergleichen? Törmänen lacht erneut. «Ui, das ist schwer zu sagen. Wir haben grossartige Charaktere, auch viel Können im Team.» Viele der Spieler, die schon damals dabei waren, hätten sich verbessert. Das ist auch ein verstecktes Kompliment an den «Lückenfüller» Leuenberger.

Dieser verlor wegen der Rückkehr Törmänens seinen temporären Job wieder – und nahm dies mit Grösse auf. Er gratulierte ihm sogar. Das wäre wohl nicht in manchem Verein so reibungslos abgelaufen. «Wir haben immer mit offenen Karten gespielt, und er hat die Spielregeln akzeptiert», betont Sportchef Martin Steinegger. «Wir sind Lars sehr dankbar für seinen Einsatz und sein Verständnis. Er hat uns viel mitgegeben. Ich freue mich, dass es ihm nun auch in Olten gut läuft.»

Noch nicht vollendet

Am Ende entschieden sich der Verwaltungsrat und er für eine Rückkehr Törmänens. Dessen Leistungsausweis spricht für ihn. 2013 wurde er mit dem SC Bern Meister, in den drei Saisons mit Biel klassierte er sich immer in den Top 5 und erreichte zweimal die Playoff-Halbfinals – erstmals in der Geschichte des Traditionsvereins. Im Frühling 2020 fielen die Playoffs wegen des Coronavirus aus. Auch deshalb sagt Steinegger: «Es war noch nicht vollendet. Wir haben dieses Team auch mehrheitlich gemeinsam zusammengestellt.»

Nun wird er für den Mut zum Risiko belohnt. «Ich wusste um das Potenzial in der Mannschaft. Zu erwarten, dass es gleich so gut läuft, wäre aber vermessen gewesen.» Ähnliches gilt wohl für Antti Törmänens Gesundheit, die dank der Erfolge tatsächlich mehr und mehr in den Hintergrund rückt.

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