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Billettpreise sorgen für Unmut

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Bisher nutzte die FN-Leserin für ihre Reisen von Düdingen nach Freiburg Mehrfahrtenkarten. Diese kosteten 10,80 Franken für sechs Fahrten – also 1,80 Franken pro Fahrt. Doch damit ist bald Schluss, denn der Tarifverbund Frimobil stellt den Verkauf der Mehrfahrtenkarten mit dem Fahrplanwechsel vom Sonntag ein (siehe FN vom 21. November). Künftig zahlt die FN-Leserin 3,10 Franken pro Billett. Für sechs Billette zahlt sie jetzt 18,60 Franken. Fast acht Franken mehr – das sei schlichtweg skandalös, schreibt die Leserin.

Ein anderer Leser hat sich fast zeitgleich bei den FN gemeldet. Ihn habe «fast der Schlag getroffen», als er gelesen habe, dass günstigere Tickets für den neuen Ortsbus Düdingen nur über zwei Smartphone-Apps erhältlich seien. Er empfinde dies als äusserst ungerecht. Er zähle zur älteren Generation und wolle sich nicht jede Technik aufzwingen lassen.

Sind solche Regelungen diskriminierend – und sind sie überhaupt zulässig? Die FN haben nachgefragt.

Technische Gründe

Den Wegfall der Mehrfahrtenkarten erklärt der Tarifverband Frimobil mit technischen Gründen. Valérie Chanez, operative Leiterin bei Frimobil, sagt, die Mehrfahrtenkarten seien bisher Ausnahmen gewesen. «Die Frimobil-Einzelbillette sind Zonenbillette. Die Strecke Freiburg-Düdingen beinhaltet zwei Zonen und man zahlt entsprechend zwei Zonen und kann während zwei Stunden in diesen beiden Zonen den ÖV nutzen.» Auch die Busse in der Stadt Freiburg sowie die Ortsbusse können damit genutzt werden. Die Mehrfahrtenkarten hingegen zählten pro Kilometer. Daraus ergebe sich der Preisunterschied. Bei der Gründung des Tarifverbundes Frimobil hätten die Tarifpartner ausgehandelt, die Mehrfahrtenkarten als Ausnahme beizubehalten. Diese waren einzig auf den Strecken Freiburg-Düdingen-Flamatt, Palézieux-Romont-Freiburg und Payerne-Murten-Kerzers im Einsatz.

Doch nun schliesst sich Frimobil mit anderen Tarifanbietern zum nationalen System Nova zusammen, welches ein einziges System für den Verkauf aller ÖV-Leistungen bietet. «In diesem System ist es nicht möglich, zwei verschiedene Tarifgestaltungen zu haben», sagt Chanez. Das sei der Grund, weshalb die Mehrfahrtenkarten abgeschafft würden.

«Nicht nachvollziehbar»

Valérie Chanez weist darauf hin, dass bei den Zonenbilletten die freie Fahrt in den Zonen enthalten sei. Das tröstet die FN-Leserin aber nicht: «Es wird eine zusätzliche Leistung aufgezwungen, auch wenn diese gar nicht gebraucht wird.»

Beat Niederhauser, Stellvertreter des Preisüberwachers, findet die Argumentation von Frimobil «nicht nachvollziehbar». Der Preisüberwacher habe die Sache nicht selbst prüfen können. Die technischen Gründe für die Abschaffung seien aber ein schlechtes Argument im heutigen Zeitalter der Digitalisierung. «Mit dem Schritt entstehen Mehreinnahmen. Man kann nur hoffen, dass diese den Kunden zugutekommen.»

Karten noch erhältlich

Als Silberstreifen sieht Nieder­hauser die Tatsache, dass die Mehrfahrtenkarten noch bis Sonntag erhältlich sind und drei Jahre gültig sind. Die FN-Leserin hat denn auch vor, sich bis dahin noch einige Mehrfahrtenkarten zu besorgen – und sie ruft alle auf, es ihr gleichzutun.

Valérie Chanez von Frimobil sagt, dass es für bisherige Mehrfahrtenkartennutzer zehn Prozent Rabatt auf ein Frimobil-Jahresabonnement gibt. Zudem seien Mehrfahrtenkarten für nationale Strecken, die über das Frimobil-Netz hinausgehen weiter erhältlich – beispielsweise für die Strecke Freiburg-Bern.

ÖV fördern

Auch bei den Tickets für den neuen Ortsbus Düdingen machen die Verantwortlichen technische Gründe geltend. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom Dezember ist zu lesen, dass die Benützung des neuen Ortsbusses während der ersten drei Monate gratis ist; die Gemeinde trägt die Kosten. Danach soll bis Dezember 2020 ein vergünstigter Tarif von zwei Franken für Fahrten von maximal vier Haltestellen gelten, wenn die Tickets mit den Smartphone-Apps Fairtiq und Lezzgo gelöst werden. Der Normaltarif beträgt 2,90 Franken beziehungsweise 2,20 Franken mit Halbtax für die ganze Zone.

Félicien Frossard, Generalsekretär der Agglomeration Freiburg, welche das ÖV-Angebot koordiniert, schreibt auf Anfrage, man setze auf den günstigeren Tarif, um das neue Verkehrsangebot bekannt zu machen und das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu fördern. Die Spezialangebote seien aus technischen Gründen einfacher mit den Smartphone-Apps zu gestalten. Auf die Frage, ob das nicht diskriminierend gegenüber älteren Personen sei, verweist Frossard auf spezielle Kurse für Seniorinnen und Senioren. Diese werden von der Agglomeration und Pro Senectute angeboten und haben zum Ziel, ältere Personen in der Alltagsmobilität zu unterstützen.

«Nicht problematisch»

Beat Niederhauser von der Preisüberwachung sieht die Smartphone-Tickets nicht als besonders problematisch an. Kostengünstigere Angebote für die Absatzförderung seien grundsätzlich in Ordnung. Es gelte der Grundsatz: «Wenn die Kunden mit dem Benützen einer Online-Dienstleistung helfen, Kosten zu sparen, ist es gerechtfertigt, dass sie für die Dienstleistung weniger zahlen.» Nicht in Ordnung sei es jedoch, wenn jemand mehr als zuvor zahlen müsse, weil er keine Online-Dienstleistung brauche. Da der Billettpreis am Automaten aber gleich bleibe wie zuvor und dem kantonsweiten Preis für ein Zonenbillett entspreche, sei die Online-Reduktion gerechtfertigt.

 

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