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Biobauer – ein Beruf mit Zukunft?

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Biobauer – ein Beruf mit Zukunft?

Autor: Carolin Foehr

Ist Bio im Trend? Glaubt man den Statistiken von Biosuisse, sind umweltfreundlich produzierte Konsumgüter auf dem Vormarsch. Tatsächlich stieg 2008 der Umsatz mit Bioprodukten schweizweit um rund elf Prozent, in der Westschweiz sogar um 13,6 Prozent.

Trotzdem scheint unter den Landwirten der Bio-Boom bereits vorbei zu sein. Denn im gleichen Jahr konnten kaum mehr Landwirte zur Umstellung auf Biolandwirtschaft gewonnen werden. Ihr Anteil an den gesamten Betrieben stagniert bei 10,7 Prozent, im Kanton Freiburg sind es sogar nur 120 Höfe (knapp vier Prozent). Ganze vier Freiburger Betriebe haben sich im Moment zur Umstellung in diesem Jahr angemeldet.

Boom in den Neunzigerjahren

Ganz recht kann sich Vitus Schafer diese Zurückhaltung nicht erklären. Der Präsident von Bio Freiburg, der kantonalen Mitgliederorganisation von Biosuisse, bewirtschaftet seinen Hof seit zwölf Jahren nach Bio-Richtlinien.

«Etwa siebzig Prozent der Freiburger Bauern haben ihren Hof zwischen 1995 und 2005 umgestellt», meint der Landwirt aus Alterswil. Heute gibt es in Freiburg rund 120 Biobetriebe (2365 Hektar Land) mit vielfältigem Angebot: Milch, Obst und Gemüse, Fleisch, Eier und sogar Wein werden biologisch produziert – «mehrheitlich für den nationalen Markt», so Schafer, denn nur wenige Betriebe könnten allein durch Direktvermarktung überleben.

Westschweiz skeptischer

Einer dieser Betriebe ist der Biohof der Familie Kohli-Schmid nahe der kleinen Kapelle «Notre Dame de la Faye» in Granges-Paccot. Seit 15 Jahren bewirtschaftet das gelernte Landwirtepaar auf biologischer Basis: schonend, vielfältig und mit der Natur verbunden. Für Ruth Kohli-Schmid ist Bioanbau vor allem eine Sache der Einstellung: «Wir versuchen, im Gleichgewicht mit der Erde zu leben.»

Aushängeschild des Hofes ist der Bioladen «La Cigale», der ihm die Unabhängigkeit von Grossverteilern garantiert, und dessen Angebot durch Produkte anderer Biobauern bereichert wird. Warum es in Freiburg so wenig von ihnen gebe? «In der Westschweiz steht man der Bioproduktion skeptischer gegenüber als in der Deutschschweiz», findet die Landwirtin.

Neues Angebot in Grangeneuve

Das bestätigt auch Nicolas Rossier, kantonaler Bioberater am Landwirtschaftlichen Institut in Grangeneuve: «Noch sind die Ausbildungswege eher klassisch. Die Nachfrage nach Biolandbau ist gering.»

Dabei bietet das Institut seit Jahren einen Weiterbildungskurs «Umstellung auf Biolandbau» an, der regelmässig zehn bis zwanzig Teilnehmer anlockt. Aber: «Der Kurs ist vor allem für jene, die bereits zur Umstellung angemeldet sind.»

Ein ungenügendes Angebot, findet Vitus Schafer. Das Fach «Biolandbau» verdiene einen Platz in der landwirtschaftlichen Grundausbildung. «Wir sind uns dieser Lücke bewusst», erwidert Nicolas Rossier und verspricht: «Ab August wird das Institut zumindest ein Wahlfach anbieten.»

Mehr Handarbeit, weniger Ertrag

Der Betrieb der Familie in Granges-Paccot umfasst rund dreissig Hektar Land. Darauf baut sie Obst, Getreide und Gemüse an und hält ihre zurzeit 18 Kühe und 12 Jungtiere.

Die Arbeit eines Biobauern unterscheidet sich nach Meinung von Ruth Kohli-Schmid nicht grundlegend von jener eines «herkömmlichen» Landwirtes. «Wir stehen genauso früh auf und verrichten die Arbeiten, die gerade anstehen.»

Mehr Handarbeit falle aber schon an, was sich auf die Produktpreise auswirke. Während der Ertrag in der Regel geringer ausfalle, seien die Ein- bussen bei schlechter Witterung aber die gleichen wie bei einem konventionellen Bauernhof.

Mehr Sicherheit dank Biokorb

Finanzielle Absicherung erhalten die Kohli-Schmids durch den langjährigen Hofladen und ihre Produktion für «Unser Biokorb». Das Projekt wurde 2006 in Freiburg ins Leben gerufen, unterstützt zwanzig Bioproduzenten und hat bereits 500 Kunden überzeugt. Sein Konzept der «Vertragslandwirtschaft» verfolgt das Ziel, die Selbstversorgung einer Region mit Nahrungsmitteln zu unterstützen.

«Die Idee ist genial», meint die Mutter von zwei Kindern begeistert. Seit Beginn der Aktion habe die Familie ihre Produktion um rund dreissig Prozent steigern können. Beim Biolandbau dürfe es aber in erster Linie nicht um Verkaufs- oder Produktionssteigerung, sondern um Motivation gehen. Trotzdem weiss sie: «Auch für uns ist es wichtig, dass es finanziell aufgeht.»

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