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Biodiesel aus Rapsöl im Tank

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Ehemalige Landwirtschaftsschüler aus Deutschfreiburg besuchen Biodieselfabrik

Autor: Von JOSEF JUNGO

Für den Bau und Betrieb der Biodiesel-Fabrik «Eco Enérgie Etoy» wurde 1994 eine Genossenschaft gegründet. Die Kapazität der Anlage, welche vier Millionen Franken kostete, ist auf die Verarbeitung der Rapsmenge von 2500 Hektaren ausgelegt. Die rund 1000 Genossenschafter produzieren jedoch nur auf etwa 1500 Hektaren Raps. Um den Betrieb auslasten zu können, werden laut Gérant Eric Herger grössere Mengen Raps für die industrielle Verarbeitung importiert.Der angelieferte Raps mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 6 bis 7 Prozent wird kalt gepresst. Vom Ertrag einer Hektare von etwa 3 Tonnen fallen 1150 Liter Biodiesel, 1800 kg Presskuchen und 180 kg Glyzerin an. Täglich werden in der Anlage 25 Tonnen Raps gepresst. Um diesen Treibstoff dem Motor anzupassen, muss das dickflüssige Glyzerin mit dünnflüssigem Methanol ersetzt werden. Der Methanolanteil beträgt 14 Prozent. Aus logistischen Gründen wird heute das Rapsöl an Treibstoffhändler verkauft. Der Preis für Biodiesel liegt leicht unter demjenigen aus fossilem Brennstoff.

Die Vor- und Nachteile

Für Herger, der ein überzeugter Produzent von Biotreibstoff ist, steht die erneuerbare Energie im Vordergrund. Biodiesel sei CO2-neutral, enthalte keinen Schwefel und verbreite nur wenig Feinstaub. Als Nachteil nannte er die Zurückhaltung der Fabrikanten, welche bei Benützung von Biotreibstoff keine Garantie für den Motor abgeben wollen, die Verteilung der kleinen Mengen und die Beschaffung des Rohstoffes.Auf den 300 000 Hektaren Ackerland in der Schweiz könnte man theoretisch 75 000 Hektaren Raps anbauen. Daraus könnten 100 Millionen Liter Biotreibstoff hergestellt werden. Diese Menge entspäche nur etwa 5 Prozent des Dieselverbrauchs in der Schweiz.

Rahmenbedingungen sind entscheidend

Mit der Befreiung der Bio-Treibstoffe von der Mineralölsteuer stehe den Landwirten mit Naturdiesel ein wesentlich günstigerer Treibstoff zur Verfügung, führte Herger aus. Gehe die Vorlage für die Steuerbefreiung im Parlament laut Anträgen des Bundesrates durch, dürfte nebst Rapssaat auch Rapsölkraftstoff steuerfrei importiert werden. Bis dahin bleiben die Kontingente für die Produktion von Rapsölkraftstoff unverändert – das heisst 5 Millionen Liter Dieselöläquivalent pro Anlage und Jahr oder 20 Millionen Liter für die gesamte Schweiz.Mit dem Öko-Treibstoff könne die Abhängigkeit von den arabischen Ölscheichs verringert werden, meinte Herger. Die Herstellung von Biotreibstoffen ermögliche der schweizerischen Landwirtschaft zudem die Diversifizierung der Produktion. Wenn aber die Verarbeitungsbetriebe die Beiträge des Bundes zur Förderung der erneuerbaren Energien nicht mehr erhalten, erhöhe sich der Preis für den Rohstoff. Und die Reduktion der Anbaubeiträge pro Hektare Raps von heute 1500 auf 900 Franken (Vorschlag AP 2011) wirke sich stark aus. Ob der Produzent dann noch bereit sei, Raps zu 50 Franken statt wie dieses Jahr zu 76 Franken je 100 kg zu liefern, bleibe fraglich. Verharre der fossile Treibstoff auf dem hohen Preisstand, habe der Biotreibstoff (Biodiesel, Ethanol) eine gewisse Chance. Hiezu brauche es aber noch ein Umdenken im Umgang mit Energien, meinte der Geschäftsführer.

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