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Bischof will im Wahljahr mitreden

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Der St. Galler Bischof Markus Büchel sprach kürzlich bei einem Empfang deutliche Worte zum Wahljahr 2019. Er beklagte sich dabei nicht nur über die Flüchtlingskrise, sondern wies auch auf den zunehmenden Antisemitismus und die Islamophobie hin. Und er kam auf das zurückliegende Reformationsgedenken in St. Gallen zu sprechen. Dieses habe gezeigt, «dass wir als christliche Kirchen nur noch gemeinsam eine Stimme in der Gesellschaft haben, die auch gehört und ernst genommen wird». Das habe im Bistum und im Kanton «eine innerkirchliche Frischzellenkur» bewirkt.

Achtung und Dialogfähigkeit

Dies habe dazu geführt, dass Themen wie die Achtung jedes Menschen oder eine gute Dialogfähigkeit, bei welcher die Menschen wirklich aufeinander hörten, «aus einem Nischendasein wieder ins Zentrum» der Gesellschaft fanden. Der Bischof betonte weiter: «Ich finde es grossartig, wenn sich Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen zu gemeinsamem Engagement zusammentun – bei Herausforderungen, die alle betreffen.»

Büchel verwies dabei auf die beispielhafte Botschaft, mit der sich im vergangenen Jahr der Rat der Religionen für die Migranten und Flüchtlinge einsetzte.

Kultur des Miteinanders

Eine solche Kultur des Miteinanders wünscht sich der Bischof auch «in unserem Staat und in den Kantonen» und «ganz besonders auch für die Politik in diesem Wahljahr». Der politische Schlagabtausch der Kandidaten für Nationalrat und Ständerat dürfe nicht auf Kosten der Schwächsten gehen, «die unsere Aufmerksamkeit am dringendsten nötig hätten». Der Bischof nannte Flüchtlinge, Heimatlose, Arme – Menschen also, die keine Stimme und keine Lobby hätten.

Die Kirchen und Religionen könnten sich nicht davon dispensieren, «gerade in diesen Fragen eine kritische Stimme zu erheben – auch mit der Gefahr, sich der kirchlich ungehörigen politischen Einmischung schuldig zu machen».

Saubere Streitkultur anstreben

Fürs Wahljahr wünscht sich der St. Galler Bischof eine gute Streitkultur, «die auf Verständigung und gute Antworten» aus ist und sich «nicht in gehässigen Scheindebatten» ergeht. Diese kritischen Worte würden auch für die Kirche gelten, betonte Büchel.

Die Entfremdung zwischen kirchlichem Christentum und allgemeiner Lebenswelt schreite rasant voran. Die zivilreligiöse Gestalt des kirchlichen Christentums sterbe, die Kirche verliere immer mehr Privilegien in Staat und Gesellschaft. Aber auch das eurozentrische und das konfessionalistische Christentum schwinde.

Vertrauen in Pfingstkraft

Die Kirche müsse sich heute nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Missbrauchsskandale in der gesellschaftlichen Realität neuen Herausforderungen stellen. Der Bischof rief dazu auf, «darauf nicht nur mit Verlustangst und Abwehr zu ­reagieren». Es bedürfe vielmehr eines «grossen Vertrauens in die Pfingstkraft, die über allem wirkt und aus Sterben Neues werden lässt».

kath.ch

«Ich finde es grossartig, wenn sich Menschen verschiedenster Religionen zusammentun.»

Markus Büchel

Bischof von St. Gallen

Zur Person

Er studierte an der Universität Freiburg

Der 69-jährige Markus Büchel ist der elfte Bischof des Bistums St. Gallen seit dessen Abspaltung vom Doppelbistum Chur-St. Gallen im Jahr 1847. Markus Büchel stammt von einem Landwirtschaftsbetrieb in Rüthi im Rheintal. Er kommt aus einer grossen Familie und hat einen Bruder sowie drei Schwestern. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rheineck-Thal und Einsiedeln studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Freiburg. Im Jahr 1976 empfing er die Priesterweihe. Von 1982 bis 1988 war er Domvikar an der St. Galler Dompfarrei. Im Jahr 1988 wurde Markus Büchel Pfarrer in Flawil, 1992 wurde er zum Dekan des Dekanats Gossau gewählt. 2006 wurde er Bischof. Sein Wahlspruch lautet «In Freude und Hoffnung». 2013 bis 2015 amtete Büchel zudem als Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz. Im Jahr 2015 sorgten seine pro­noncierten Aussagen zur gleich­geschlechtlichen Liebe für Aufsehen. Er erklärte, dass das heutige Wissen über die Homosexualität als Anlage und nicht frei wählbare sexuelle Orientierung zu biblischen Zeiten noch unbekannt gewesen sei. Die Sexualität sei ein «Geschenk Gottes», und die römisch-katholische Kirche müsse sich den historischen Lasten im Umgang mit der Homosexualität stellen.

jcg

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