03.02.2020

Dreizehn gute Gründe, um Lehrer zu sein

Im ZiG-Blog erhält diese Woche Deutschlehrer David Vonlanthen das Wort. Der Betreuer des «Blogger-Kollektivs» aus dem Kollegium St. Michael berichtet dabei von den Sonnenseiten des Lehrerberufs.

Man hört ja oft von Lehrermangel, von überdrehten Jugendlichen, Burnout, niedrigen Löhnen (und damit verbunden: frustrierte Lehrer), langen und unnützen Ausbildungswegen, komplizierten Eltern, zunehmender Bürokratie und anderen Widrigkeiten im Lehrberuf.

Hier folgt einmal ein Plädoyer, um den Lehrerberuf zu ergreifen oder diesen Beruf weiterhin ausüben zu wollen:

1. Sie können endlich mit jemandem über Literatur sprechen, ebenso über die Geschichte der abendländischen Musik oder über andere Fachinhalte.

2. Sie können sogar Prüfungen darüber schreiben lassen.

3. Sie werden fürs Lesen (literarische Werke, Fachliteratur und Schülerarbeiten) bezahlt.

4. Sie können vor einem grossen Publikum (als Entertainer) Ihre Meinung vertreten.

5. Auch wenn dies etwas ambitioniert ist: Sie können viele Jugendliche inspirieren.

6. Und umgekehrt: Sie können oft vom Wesen und vom Wissen der Schüler*innen profitieren und bleiben so in einigen Fragen (Musik, Literatur, Internet, Medien allgemein, Sport, Film und Kino etc.) immer auf dem Laufenden und können mitunter den eigenen Horizont erweitern.

7. Darüber hinaus haben Sie einen Beruf, in dem der einzelne Mensch im Mittelpunkt stehen kann. Sie brauchen also keine Sozialen Netzwerke.

8. Wenn sich Ihr Umfeld über ungehobelte, faule und gewalttätige Jugendliche aufregt, haben Sie mindestens 20 Gegenbeispiele pro Klasse parat.

9. Sie können einen angemessenen Teil Ihrer Arbeitszeit frei einteilen (ja, auch die Wochen, in denen Sie „Ferien“ haben).

10. Dies bietet oftmals Freiraum, damit Sie eine wunderbare Zeit mit Ihren Kindern verbringen können, wenn diese noch nicht zur Schule gehen.

11. Sie erleben oft flotte Ausflüge mit Lehrpersonen (und natürlich auch mit Klassen).

12. Es gibt keinen anderen Berufszweig, in dem sich breite Schichten der Bevölkerung so gut auszukennen scheinen und auch keine Gelegenheit auslassen, diese Meinung kund zu tun. Darüber hinaus kann es durchaus vorkommen, dass sich neben diesen auch (Bildungs-)Experten irren können.

13. Kaum ein anderer Beruf ist so streitbar, was sich auf mannigfaltige Weise manifestieren kann. Ihr Beruf bietet zumindest immer Anlass zu Gesprächsstoff.

14. Dieser Grund ist für Sie als Leser reserviert...

 

Dieser Text entstammt dem ZiG-Blog, der im Schuljahr 2019/2020 von einem Schülerkollektiv aus dem Kollegium St. Michael rund um Lehrer David Vonlanthen betreut wird.