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Die Tops und Flops des Jahres 2012

Mit seinen Aufritten am Spengler Cup hat Gottéron viele Sympathien gesammelt.
Freiburg-Gottéron hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Der Klub feierte im 2012 sein 75-jähriges Bestehen und nahm sowohl an der European Trophy als auch am Spengler Cup teil. Im heutigen Blog ziehe ich saisonübergreifend eine persönliche Bilanz über die Tops und Flops der vergangenen zwölf Monate.

Top

Saison 2012/2013

Die aktuelle Saison begann mit einem Novum. Zum ersten Mal seit zehn Jahren startete Gottéron mit einem Sieg in die neue Saison. Der 4:1-Heimerfolg gegen Biel war gleichbedeutend mit dem Ende des schon fast unheimlichen Startspiel-Fluchs. Seit einer kurzen Durststrecke Ende Oktober/Anfang November spielt Gottéron ein abgeklärtes und effizientes Hockey und steht, dem Lockout zum Trotz, zurecht an der Tabellenspitze. Mussten die Saanestädter in den vergangenen Jahren stets einen enormen Aufwand für einen Sieg betreiben, ist Gotteron nun in der Lage Spiele auch dann zu gewinnen, wenn es mal nicht so läuft. So spielen Spitzenteams und darum dürfen wir nach fast zwanzig Jahren wieder vom ersten Meistertitel der Klubgeschichte träumen.

 

Benjamin Conz

Der 21-jährige galt zwar schon vor seinem Engagement als Riesentalent, doch mit konstant starken Leistungen hat er bisher meine Erwartungen mehr als erfüllt. Conz lässt wenig Pucks abprallen, vermag dank seinem ausgezeichneten Stellungsspiel geschickt die Winkel zu verkürzen, ist ruhig und hat eine tiefe Fehlerquote. Wer sein Team trotz einer durchschnittlichen Abwehr an die Tabellenspitze hext, gehört ohne Zweifel in die Rubrik Top des Jahres.

 

Spengler Cup

Der Spengler Cup polarisiert. Für die einen ist es ein einzigartiges und hochkarätiges Klubturnier mit Spitzeneishockey vom Feinsten. Für die anderen ist es ein besseres Grümpelturnier, das die Meisterschaft während der lukrativen Ferienzeit blockiert und dem HC Davos die Klubkasse füllt. Mit der Teilnahme Gottérons hat sich das Image des Spengler Cups hierzulade zwar nicht massgeblich verändert, die guten Leistungen der Kossmann Truppe und der gewaltige Aufmarsch der Gotteronfans werden mir und wohl den meisten Anhängern Gotterons in bester Erinnerung bleiben.

 

Flop

Playoff-Halbfinale 2011/2012 gegen Bern

Zum ersten Mal überhaupt bekleidete Gottéron gegen den SCB die Favoritenrolle. Doch was folgte, war eine einzige grosse Enttäuschung. In der Abwehr leistete man sich zu viele Fehler, im Spielaufbau agierte man ideenlos und biss sich in der Mittelzone am Berner Beton die Zähne aus und im Abschluss fehlte es an Kaltschnäuzigkeit. Die Tatsache, dass zahlreiche Schlüsselspieler angeschlagen in die Serie gingen, erschwerte die Aufgabe zusätzlich. Die Folge: Out nach 5 Spielen und die Erkenntnis, dass mit Hurra-Eishockey alleine keine Meisterschaft gewonnen wird.

 

Sandy Jeannin / Pavel Rosa

Sowohl Sandy Jeannin als auch Pavel Rosa sind aussergewöhnliche Spieler. Beide sind mit einer überragenden Technik ausgestattet und können, sofern sie denn fit sind, jederzeit Spiele entscheiden. Doch die Fitness war und ist das grosse Problem dieser beiden Schlüsselspieler. Rosa ging während den vergangenen Playoffs nur in Trainerhosen aus den Haus, weil die Kühlbeutel um seine Adduktoren in keine Jeanshose passten. Mit der Rolle des Reservisten kam er nach einem schwachen Saisonstart nicht zurecht und hat den Klub kürzlich verlassen. Er sucht sein Glück nun im Tessin. Jeannin seinerseits ist verletzungsanfällig wie Kubilay Türkyilmaz zu seinen besten Zeiten. Seit Wochen wartet man bei Gottéron sehnsüchtig auf die Rückkehr des bald 37-jährigen Neuenburgers.

 

European Trophy

Während im Fussball zumeist die Teilnahme an der Champions League oder zumindest an der Europa League als grosses Saisonziel formuliert wird, sucht man im Eishockey ein solches Pendant vergeblich. Die neu ins Leben gerufene European Trophy, an der aus der Schweizer Meisterschaft Zürich, Zug, Bern und Freiburg teilnahmen, wird unisono als gute Saisonvorbereitung wahrgenommen. Mehr nicht. Der Wettbewerb ist aufgrund der hohen Reisekosten für die meisten Vereine gar ein Verlustgeschäft. Die Lust auf Hockey im Hochsommer hielt sich bei den Gotteronfans in Grenzen und das Medieninteresse für den Wettbewerb war gering. Oder wussten Sie, dass der Schwedische Vertreter aus Lulea die European Trophy kürzlich gewonnen hat?

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