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Gottérons legendärste Playoff-Serien

Gottéron hat schon so manche Playoff-Schlacht geschlagen. Hier meine Top 5 der spannendsten Serien, die Freiburg am Ende gewann.

Playoffzeit! Da schlägt das Eishockeyherz schneller und härter, alle zwei Tage gehts nur noch um eine kleine schwarze Scheibe auf Eis. Und in den Tagen dazwischen wird hautpsächlich darüber gelesen und diskutiert. Wenn die Playoffs wieder im Gange sind, erinnern wir uns gerne an frühere epische Serien und Schlachten, heldenhafte Siege und die bittersten Niederlagen. Heute präsentiere ich euch eine Auswahl der spannendsten Serien, die Gottéron jemals an sich riss.

1992 Halbfinal: Fribourg-Gottéron – Ambrì 3-2 (best-of-5)

Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 5-2
Ambrì-Piotta - Fribourg-Gottéron 3-0
Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 4-3
Ambrì-Piotta - Fribourg-Gottéron 6-3
Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 5-4 n.V.

Der dramatischste, nervenaufreibendste und auch mehr als 25 Jahre danach einer der glücklichsten Momente im St. Léonard ever: Gottéron steht erstmals in der Klubgeschichte im Playoff-Final! Das letzte Spiel kostete vielen Fans einige Monate ihres Lebens, die letzten Spielminuten waren in etwa gleich spannend wie der südkoreanische Olympiafinal. Andrei Khomutov gleicht nur 15 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit aus, in der 7. Minute der Verlängerung erlöst er eine ganze Stadt und Gottéron steht im Final. Wer denkt, der 11. März 2008 sei der lauteste Moment im St. Léonard gewesen, der war 1992 im Spiel 5 gegen Ambri nicht in der Patinoire.

2008 Viertelfinale : Bern - Fribourg-Gottéron 2-4 (best-of-7)

Bern - Fribourg-Gottéron 5-3
Fribourg-Gottéron - Berne 2-1 n.V.
Berne - Fribourg-Gottéron 5-1
Fribourg-Gottéron - Berne 3-2 n.V.
Berne - Fribourg-Gottéron 1-2 n.V.
Fribourg-Gottéron - Berne 4-3 n.V.

Bern gewinnt die Quali souverän und hat nach 50 Spielen satte 41 Punkte mehr auf dem Konto als Fribourg. Gottéron ist krasser Aussenseiter, niemand gibt den Saanestädtern auch nur den Hauch einer Chance. In einem Interview im französischsprachigen TV wird Gil Montandon gefragt, ob es denn ein klares 4-0 geben wird. Er antwortet lächelnd, Bern würde sicher auch zwei Spiele gewinnen. Zwei Wochen später entscheidet er die Serie in Spiel 6 mit einem Overtime-Treffer; der vierte Sieg in der Verlängerung für Fribourg. Die Radioaufnahmen der letzten Sekunden sind auf meinem Ipod abgespeichert, und tauchen alle paar Wochen in meiner shuffle playlist wieder auf; Hühnerhaut hab ich immer noch jedes Mal.

1998 Viertelfinale: Fribourg-Gottéron – Kloten 4-3 (best-of-7)

Fribourg-Gottéron - Kloten 0-4
Kloten - Fribourg-Gottéron 1-2
Fribourg-Gottéron - Kloten 3-2
Kloten - Fribourg-Gottéron 4-0
Fribourg-Gottéron - Kloten 1-2
Kloten - Fribourg-Gottéron 1-2 n.V.
Fribourg-Gottéron - Kloten 1-0

Gottéron schaffte es tatsächlich, diese Serie mit nur 9 Toren in 7 Spielen zu gewinnen. Sowas ist kaum möglich, und wird so schnell nicht wieder passieren. Im Spiel 6 war Gottéron im letzten Drittel virtuell schon ausgeschieden, schaffte aber noch die Wende und erzwang eine „Belle“ zu Hause. Dort führte Gottéron in der Schlussminute mit 1-0. Kloten nahm den Goalie raus und in den 5 letzten Sekunden des Spiels machte Thomas Östlund den vermeintlich entscheidenden Save. Denkste! Östlund, scharf auf einen Empty Netter, legte sich den Puck auf die Schaufel und schoss auf den heranbrausenden Hollenstein. Der Puck prallte an den Klotener, zurück Richtung Östlund und nur ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei. Aus, vorbei. Nach fünf verpassten Herzschlägen überlebten 7000 Zuschauer diese Schrecksekunden.

1991 Viertelfinale: Friboug Gottéron – Ambri-Piotta 3-2 (best-of-5)

Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 5-6 n.V.
Ambrì-Piotta - Fribourg-Gottéron 7-4
Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 10-2
Ambrì-Piotta - Fribourg-Gottéron 8-9
Fribourg-Gottéron - Ambrì-Piotta 7-2

Diese Serie bleibt für mich in meiner persönlichen Top-5, ganz einfach auch aus dem Grund, weil dies die erste Playoffserie war, die Gottéron jemals gewann. Fribourg - Ambri Anfangs der Neunziger war eine schöne Affiche. Unvergessen der 9-8 Auswärtssieg in Spiel 4, das vermeintliche 9-9 in der letzten Sekunde (war ein Tor, wurde aber von den Schiedsrichtern nicht gegeben – zu Unrecht). Der Sieg zu Hause im entscheidenden 5. Spiel lancierte in Fribourg definitiv „les folles années russes“.

2009 Viertelfinale: ZSC Lions – Fribourg-Gottéron 0-4 (best-of-7)

ZSC Lions - Fribourg-Gottéron 1-3
Fribourg-Gottéron - ZSC Lions 3-0
ZSC Lions - Fribourg-Gottéron 1-2
Fribourg-Gottéron - ZSC Lions 3-2 n.V.

Der frisch gebackene Champions-League-Sieger geht gegen das kleine Fribourg unter: Null zu vier! Sweep heisst das im NHL-Jargon. Von einer Auswärtspartie ging ich bierüberströmt nach Hause, nach der Schlusssirene wurde ich mit drei vollen Bierbechern beschossen, für einmal trafen die Zürcher. Die letzte Partie war ebenfalls episch, Gardner trifft 50 Sekunden vor Schluss bei leerstehendem Tor nur den linken Pfosten, die allerletzte Ausgleichschance verwertet Sprunger 12 Sekunden vor Schluss. Overtime! Nach 9 Minuten und 28 Sekunden ist es abermals Sprunger, der den Z in die Ferien schickt. Wie schon im Jahr zuvor, haut Gottéron einen Favoriten raus.

Es gäbe noch andere nennenswerte Serien, wie beispielsweise die Playoffs 1995 als es im Duell zwischen Davos und Gottéron nur Auswärtssiege gab und Fribourg mit 3-2 (Auswärts-)Siegen in die Halbfinals einzog. Oder aber 2013 als Fribourg scheinbar uneinholbar mit 3-0 Siegen gegen Biel/Bienne führte, ehe sich die Bieler Spiel für Spiel zurückkämpften und sich erst im siebten Spiel in Fribourg geschlagen geben mussten. Wann kommt die nächste legendäre Serie auf uns zu?

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