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Musikwellen

Schon seit geraumer Zeit stand auf unserer grossen Wandagenda "Eduwyssmeitleni" beim 10. November. Die Handschrift gehört zu Olivier, der mal etwas von Wettbewerb verlauten liess, bei dem er die Jodlerinnen wie bei Westschweizerischen im Sommer begleiten soll. Vor einer Woche klärte mich dann meine Nachbarin auf um welchen Wettbewerb es ging.

Ihre Töchter Ramona und Ivana jodeln zusammen mit Lea als Eduwyss-Meitleni und haben sich selbständig am Folklorenachwuchs Wettbewerb angemeldet. Darauf vorbereitet hat sie wie im Sommer Martina Moor von St. Stefan, wo die Mädels privaten Gesangsunterricht geniessen. Monika wollte nun wissen, ob wir mitfahren wollten am Samstag um unsere Teilnehmer zu überraschen und zu unterstützen. Am Mittwoch konnte sie dann die Teilnahmeinfos ihrer Töchter abluchsen und so wussten wir, dass sie um 14 Uhr in Rickenbach auftreten mussten. So wurde kurzerhand entschieden zwei Auto's zu füllen und den Nachwuchs glauben zu lassen, dass die Reise zu weit sei. Die Jauner Formation fuhr mit Olivier nach Boltigen und mit Martina in die Ostschweiz. Die zwei hiesigen Autos starteten knapp eine Stunde später und kurz nach Mittag staunte unser Nachwuchs nicht schlecht, als wir vor ihnen standen. Meine Eltern stiessen ebenfalls dazu, so gehörten 16 Nasen zum Fanclub.

Von Beginn an waren wir erstaunt über das hohe Niveau des schweizweiten Wettbewerbs in den Sparten Jodel, Instrumental und Alphorn. Der Auftritt der Eduwyss-Meitleni ging gut über die Bühne und der Nachmittag war sehr abwechslungsreich.  Nach einer Stunde Pause stieg die Spannung gegen 17 Uhr und mit Verspätung erklärte Sämi Studer, dass sich die Jury schwer getan habe mit den Entscheidungen wer in die nächste Runde kommt. 13 Formationen der insgesamt 36 durften nämlich ab 20 Uhr live in der Sendung "So tönts" der Musikwelle auftreten. Bekannt gegeben wurde die Reihenfolge der Gruppen in welcher sie auftreten durften. "Startnummer 9: Eduwyss-Meitleni aus Jaun!" Gross war der Jubel, gleichzeitig ging die Nervosität der Teilnehmer weiter, schliesslich hört bei der Livesendung die ganze schweizer Folklorewelt zu.

Der Fanclub wurde unterdessen spontan von meinen Eltern zu einem Imbiss nach Hause eingeladen, das nur knappe 20 Minuten entfernt liegt. So können die Jauner auch mal sehen woher ich komme, meinten sie. Da ich sie halbwegs vorgewarnt hatte, war die Verpflegung kein Problem und die Jüngsten konnten sich austoben während die Erwachsenen diskutierten. Der Aufenthalt war von kurzer Dauer und der Tross zog wieder Richtung Winterthur. Pünktlich um 20 Uhr startete die Sendung die von Sämi Studer und Pia Käser moderiert wurde. Nun hörten wir auch die Formationen die am Vormittag verpasst hatten. In der Jury sassen jetzt auch Redaktoren von Radio und Fernsehen, da ja der Anlass auch als Sprungbrett in die Medienlandschaft gedacht ist. Alle Formationen gaben nochmals ihr Bestes und danach spielten Geschwister Sutter auf, die Vorjahressieger der Sendung Viva Volksmusik. Die heutigen Sieger jeder Kategorie dürfen in dieser Fernsehsendung auftreten wo die Zuschauer einen Nachwuchssieger erküren. Nun stieg die Spannung, Sämi Studer verkündete als erstes die Resultate in der Sparte Jodel. Dritter Platz: Eduwyss-Meitleni aus Jaun und die Jauner jubelten! Zweiter Platz ging an EiLiDoLi aus Erlinsbach und Sieger wurden unsere Sitznachbarn aus dem Wallis, der Oberwalliser Nachwuchs-Jodelchor Naters. Beide Formationen haben schon letztes Jahr beim Wettbewerb mitgemacht und freuten sich ebenfalls über ihre Platzierung. In der Sparte Instrumental gewann verdient die Familienformation Strichmusig Dobler von Weissbad und bei den Alphornbläser Fanny Känzig aus Court. Diesen Gruppen bestand nochmals ein Auftritt bevor. Nach Ende der Sendung wurden dann die Preise übergeben und Fotos gemacht. Es war schon nach halb elf als die überraschten und zufriedenen Jauner sich auf den Heimweg machten.

Vor eineinhalb Jahren wurde Nicolas Senn beim Folklorefestival auf dem Vounetz von den Jaunern gefragt, wie man in seiner Sendung auftreten könne. Seine Antwort: "Macht beim Folklorenachwuchs Wettbewerb mit!" Die Eduwyssmeitleni haben ihn beim Wort genommen, mal sehen wie dem anwesenden Redaktor von Potzmusig der Auftritt gefallen hat. Vielleicht ist die Jauner Nachwuchsformation auf der richtigen Musikwelle.

 

Die Sendung kann auf Musikwelle nachgehört werden, ab der 50. Minute sind die Eduwyss-Meitleni dran.

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