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Unverpackt einkaufen

Seit einigen Jahren bin ich im "conseil d'animation" vom Sel de la vallée de la Jogne. Aus dem Verein heraus haben sich in den letzten Jahren mehrere Ideen entwickelt, zum Beispiel "La benne idee", le jardin communautaire beim Altersheim in Charmey und die Bürgerinitiativen von "Jogne en mouvment". Daraus entstand wiederum die Idee eines partizipativen Lebensmittelgeschäfts mit unverpakten Waren um den ökologischen Fussabdruck zu verringern. Eine "Epicerie en vrac" wird diesen Sommer in Charmey eröffnet, ein Unverpackt-Laden der sich Epivrac nennt. Das Projekt ist momentan in der Finanzierungsphase und ich durfte schon mal hinter die Kulissen schauen.

 

Murielle Tissot empfängt mich zukünftigen Verkauslokal an der Hauptstrasse in Charmey. Davor war hier ein Kiosk und schon etliche Jahre zurück der Blumenladen von Adrian Mooser.  Murielle streicht mit zwei Koleginnen die Wände neu, damit der Raum heller wird. Das Haus wurde im 19. Jahrhundert erbaut und beherbergte schon damals eine Epicerie. Sie erzählt von vielen interessanten Begegnungen mit  Gleichgesinnten, zukünftigen Kunden und Lieferanten. Auch mit Jaunern seien weitere Verhandlungen geplant. Dabei haben zwei Französsinen, Elisabeth und Dyana, 2016 das Projekt eines Unverpackt-Laden der Gruppe Jogne en movement vorgeschlagen. Von den Rückmeldungen ihrer Umfrage im Jauntal wurden sie schier überrumpelt. Es dauerte deshalb eine gewisse Zeit und viele weitere Gespräche bis der Trägerverein gegründet und ein passendes Verkaufslokal gefunden wurde. Nun sind die Schaufenster provisorische dekoriert und die gestaltende Innendekorateurin kommt nächste Woche zur Besprechung. Greg (der übrigens mit seiner Familie in der Boschena woht) wird die Aussewerbung überarbeiten und die Arbeitsgruppe "lokale Produzenten" ist mit Verhandlungen beschäftigt.

Wer ein Geschäft eröffnen will, muss erst einmal Geld in die Hände nehmen. Um die Lohnkosten tief zu halten, ist der Verein kooperativ organisiert. Die Mitglieder sind nicht nur Beitragszahler, sondern bereit, verschieden grosse Arbeitseinsätze zu übernehmen. Dies wird von Murielle organisiert, die mit dem erwirtschafteten Ertrag entlöhnt wird. Der Verein ist nicht gewinnorientiert, sondern will selbsttragend und partnerschaftlich sein. Die unverpackten Lebensmittel sollen wenn möglich regional und  bio sein. Dies sei ein schwieriger Spagat verrät mir Murielle, sie müssten da erst noch herrausfinden, wie die Nachfrage der Kunden und das Angebot der Lieferanten im Detail sein wird. Als nächstes gilt es die Finanzierungsphase via Crowdfunding erfolgreich zu beenden. Es bleiben noch knapp drei Wochen um den letzten Drittel der gewünschten Summe zu finden. Das Projekt wird realisiert, wenn 80% finanziert ist, da sei der Verein sehr zuversichtlich. Wer vom Projekt überzeugt ist und Starthilfe leisten will, bekommt auch etwas zurück. Zum Beispiel einen Lippenbalsam von JauNatur. Zahlen wird man künftig übrigens mit Kranich können, aber mehr darüber im nächsten Blogartikel.

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