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1. April

Scherztag des Jahres - die einen findes spassig, andere weniger

An einem ersten April vermeide ich es aufgrund meiner Erfahrungen nach Möglichkeit, Nachrichten zu hören oder die Zeitung zu lesen.
Ich hasse es, nicht zu wissen, ob eine Information ernst zu nehmen ist oder es sich bloss um einen Scherz handelt – zumal die wenigsten Aprilscherze, die mir bisher untergekommen sind, wirklich lustig waren.

Vor Jahren schickte ein Männer Turn- oder Trinkverein die Bevölkerung meiner damaligen Wohngemeinde in den April. Mein Sohn, damals in der ersten Klasse, fand im Briefkasten einen Flyer, der bekanntgab, dass demnächst am Dorfrand ein Aquapark gebaut würde. Mein Sohn, eben erst des Lesens kundig, entzifferte die Nachricht und war begeistert. Ein Aquapark – exakt vor seiner Haustür, er war ganz hippelig und aufgeregt! Seine Enttäuschung war riesengross, als er begriff, dass dies nichts als ein – schlechter – Scherz gewesen war (und vielleicht ist es dieser Erfahrung zuzuschreiben, dass er bis heute ein Lesemuffel ist).

Und nun frage ich Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ist es nicht so, dass wir das ganze Jahr über mit Mitteilungen konfrontiert werden, bei denen man annehmen möchte, es handle sich um (schlechte) Aprilscherze: Krankenkassen light, das Brexit-Spektakel, nach Jahren aberkannte Goldmedaillen, Aberkennung des Klimawandels, Boni-Zahlungen an Manager ...ich bitte Sie, die Aufzählungen liessen sich beliebig fortführen. Da brauche ich nicht noch absichtlich platzierten Scherze in den öffentlichen Medien, vielen Dank!

Es gibt lediglich ungesicherte Erklärungen, wie es dazu kam, dass der 1. April zum Tag für besondere Scherze auserkoren wurde. Also auch hier Gerüchte, Vermutungen – Falschaussagen, die möglicherweise aufgrund eines Witzes entstanden sind.

Auch das bekanntlich launische Aprilwetter wird als Erklärung herangezogen und diese Begründung gefällt mir am besten. Denn das wechselhafte Wetter (welches sich, und dies sei nur nebenbei bemerkt, nicht nur an den April hält) weist uns in unsere Schranken, zeigt uns, dass wir nicht alles bestimmen und planen können. Heute Frühlingswetter, morgen Schnee bis ins Flachland, dazwischen Blitz und Donner, 'April, April, der tut nur was er will'.
Mir reichen die meist harmlosen April-Wetter-Scherze völlig aus, ich brauche keine weiteren, weder in Zeitungen, Radio oder Fernseher. Ich halte mich heute von Medien fern, erspare mir die Scherze und das Rätseln über die Seriosität der neusten Nachrichten – die morgen eh Vergangenheit sind.

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

 

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