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Ei, Ei, Ei - Brüterei

In Avenches wird demnächst die modernste Brüterei der Schweiz in Betrieb genommen

25 Millionen Küken werden zünftig jährlich in Avenches schlüpfen, die Brüterei setze neue Massstäbe und sei energietechnisch auf dem neusten Stand. Sicher entstehen durch diesen Betrieb neue Arbeitsplätze, was lobenswert und für die Region wichtig ist. Ebenso klar - und ein weiteres Plus - ist, dass die Produktion von weissem Fleisch unsere Umwelt weniger belastet als die Rinderhaltung.

Die Küken erhalten, so habe ich gelesen, da sie gleich nach dem Schlupf ein paar Zentimeter nach unten auf eine tiefere Ebene fallen, unverzüglich Wasser und Futter und sie haben – ist das nicht grossartig! – Platz, sich zu bewegen.
Glückliche Küken!
Ich schaute mir an, wie der weitere Lebensweg dieser Küken aussehen wird. Sie verbringen ihr Leben dann in familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben (das klingt sehr nett, finde ich), werden gemästet und dann geschlachtet. Ob sie mit ihren Füssen je im Dreck scharren und einen Wurm fressen können, weiss ich nicht.
25 Millionen Küken jährlich ist eine enorme Zahl – und Avenches nicht weit von Murten entfernt.
Ich nehme an, dass Küken, es werden täglich etwa 66'000 schlüpfen, nicht geruchsneutral sind. Und so überlege ich mir, ob wir sie, sollte es je Probleme mit der Lüftung geben, zu riechen bekämen.
Der Gestank müsste beeindruckend sein und plötzlich kommen mir schaurige Science-Fiction-Filmszenen in den Sinn und meine Fantasie geht kurz mit mir durch.

Bekommen die Küken wachstumsfördernde Hormone verabreicht und ist das Futter genmanipuliert? Man stelle sich vor, dass dann etwas aus dem Ruder liefe. Die Küken würden, kaum hätten sie das erste Körnchen gepickt, aufpoppen wie ein Maiskorn in der Hitze. Sie würden mit jedem gegessen Korn ihre Grösse verdreifachen und bald wären sie gross wie ein Pferd, mit ihren scharfen Zehenkrallen hackten sie die Türen auf, das Gebäude würde bersten und die Küken wären frei. 66'000 pferde- oder bereits elefantengrosse gelbe Küken liefen gackernd Richtung Murten, trampelten alles nieder, verschlängen gierig, was sie zu picken fänden, Katzen, Ratten, Hühner, Hunde und Rapsfelder frässen sie innert Minuten kahl und sie würden grösser und grösser...

Na ja, mein Szenario ist unwahrscheinlich. Also zurück zur Realität. Realität?
Realität ist, dass innert kurzer Zeit möglichst viel Geflügel produziert werden muss, da die Nachfrage steigt.
Dieser enorme – und wachsende Bedarf – kann nicht durch eine natürliche Haltung gedeckt werden - das ist eine sicher unbestrittene Realität.

Dass dem Wohl der Tiere mehr Beachtung geschenkt wird, muss Pflicht sein. Allerdings – seien wir ehrlich – wäre es ein Hohn zu behaupten, dass diese Küken, selbst wenn sie gleich nach dem Schlüpfen Wasser und Futter bekommen, einen glücklichen Start in ein glückliches Hühnerleben haben – oder möchten Sie in ihrem nächsten Leben in der modernsten Brüterei der Schweiz das Licht der Welt erblicken?

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