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Stein, Holz, Metall – eine spät entdeckte Leidenschaft

Ich lernte Franz Schröder im Frühjahr an einer Ausstellung kennen und war fasziniert von seinen Arbeiten. ...

... so fasziniert, dass ich ihn später besuchte, weil ich wollte, dass auch Sie, liebe Leserin und Leser, ihn und seine Werke kennenlernen.

Franz Schröder wurde 1947 in Deutschland geboren. Nach seiner Ausbildung zum Biotechniker kam er in die Schweiz und arbeitete 40 Jahre in der biologischen Forschung und als Ausbildner.

'Langweilig' war sicher nie das Adjektiv der Wahl, wenn es um Franks Leben ging. In jungen Jahren gab er Job, Sicherheit und Wohnung auf und reiste mit seiner damaligen Partnerin quer durch Afrika, bis der letzte Rappen aufgebraucht war.
In späteren Jahren wurde Frank sesshafter. Er arbeitete, gründete ein Familie und entdeckte seine Leidenschaft fürs Segeln. Später kam die Begeisterung für das Liegerad hinzu und mittlerweile erkundet er Seen und Flüsse nicht mehr mit gehissten Segeln sondern gemächlicher und noch näher am Wasser mit dem Kajak.

Zum Künstler wurde Frank recht spät in seinem Leben. Kunst, sagt er, habe ihn immer interessiert. Formen, Farben, Materialien und was daraus entsteht und was damit ausgedrückt werden kann. Dass auch er ein Künstler ist, entdeckte er erst nach seiner Pensionierung.

Am Anfang war der Stein – und dann kam Holz (Schwemm- und Altholz) hinzu, Metall (vom Alteisenhändler) und seit etwa zwei Jahren die Tonköpfe, die seine Partnerin gestaltet. Auch sie hat ihre Kunstfertigkeiten erst nach ihrer Pensionierung entdeckt.
Holz und Stein findet der Künstler (oder sie finden den Künstler), wenn er zu Fuss, mit Rad oder Kajak unterwegs ist. Mittlerweile schenken ihm auch Freunde ab und zu einen besonders schönen Stein oder ein Stück Holz.

Es sind fantasievolle, teils filigrane, teils kraftstrotzende, lustige, harmonische Werke, die unter Franks Händen zum Leben erwachen und uns ihre Geschichten erzählen.

In Franks Haus und Garten in Cressier laden Tonfiguren, Köpfe, Holzskulpturen und Steine zum Staunen, Schmunzeln und Bewundern ein. Frank weiss von jedem Stein, wo er ihn gefunden hat, er kennt die Holzarten sämtlicher Werke.

Wenn er von seinen Skulpturen erzählt, ist ihm die Begeisterung anzusehen, er liebt es, ins rechte Licht zu rücken, was sich ihm im Holz zeigt. Wie es in der Natur kreativer Köpfe liegt, versucht auch Frank gerne Neues aus, seit Kurzem arbeitet er mit der Kettensäge; es entstehen zackige Konturen, kantige Formen und zuweilen ziert ein fein gearbeitetes Tonköpfchen das Werk.

Die tönernen Köpfe setzen spannende Akzente. Das feste, harte Holz, der Stein, geschliffen, poliert oder roh, und obendrauf – oder mittendrin - das Tonköpfchen, ausdrucksstark und zerbrechlich.

Es ist ein Geschenk, seine Kreativität wahrzunehmen und sie (aus)zu leben. Es ist ein doppeltes Geschenk, wenn zwei Menschen, die seit langem den Lebensweg gemeinsam gehen, ihr gestalterisches Geschick praktisch zeitgleich entwickeln. Es ist eine schier wundersame Fügung, wenn sie sich darüber hinaus in ihrer Arbeit ergänzen.
Um neue Wege einzuschlagen ist es nie zu spät.

Einige von Franks Werken sind an der permanenten Ausstellung bei DentaCare Murten (www.dentacaremurten.ch) zu sehen.

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

 

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