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Von Hasen, Eiern, Fischen und Brunnen

Über 40 österlich dekorierte Brunnen laden gegenwärtig am Vully zum Spazieren und Bestaunen ein

Mit Fantasie, floristischem Geschick, Humor und sicher viel Liebe wurden die Brunnen von Gross und Klein in den Dörfchen am Fusse des Vully geschmückt.

Auf dem Weg von Brunnen zu Brunnen machte ich mir Gedanken über das Osterfest und die damit verbundenen Brauchtümer. Symbole für Ostern sind unter anderem Hasen, Eier, Fische und Lämmer, grüne Speisen, Wasser und Feuer.

Osterhasen, Ostereier, Osterglocken, Osterlamm, Osterfisch.
Kindheitserinnerungen. An Ostern gabs den ersten Spargel und am Freitag Fisch - den ich nicht mochte. Eier anmalen, mit Papa in der Backstube einen Schoggi-Hasen giessen, am Ostersonntag – unabhängig vom Wetter! – zum ersten Mal wieder Kniestrümpfe statt der verhassten Strumpfhosen tragen.

Ich mag Bräuche, sie stehen für Beständigkeit, geben dem Jahr und dem Mensch Struktur und es ist spannend, zu erforschen, wo die Traditionen ihren Ursprung haben.
Hase und Eier stehen für Fruchtbarkeit, die Erneuerung des Lebens. Fisch ist das Symbol, mit welchem sich zur Zeit der Christenverfolgung die Gläubigen untereinander zu erkennen gaben und die grünen Speisen sollen Glück bringen. Der Name Gründonnerstag allerdings ist nicht auf die grünen Nahrungsmittel zurückzuführen.

Was allerdings Brunnen mit dem Osterfest gemeinsam haben und weshalb sie einen Osterschmuck bekommen, war mir bis Dato unbekannt. Google und Wikipedia sei Dank, konnte diese Wissenslücke geschlossen werden.
Ich erfahre, dass Krankheiten geheilt werden, wenn man oder frau an Ostern Wasser aus einer Quelle, einem Bach oder einem Brunnen schöpft; und wäscht man sich am Ostermorgen im fliessenden Bach, bleibt man für immer jung und schön und auch das Vieh, welches ins Wasser getrieben wird, soll gesund und fruchtbar bleiben.
Wasser, das Ursymbol für Leben und Fruchtbarkeit.

Mir kam Linda, die Tochter einer Freundin in den Sinn. Linda ist heute etwas über vierzig. Seit ihrem zehnten Lebensjahr nimmt sie an Ostern ihr erstes Bad im See, unabhängig davon, ob es schneit, stürmt oder frühsommerlich warm ist. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich ihr von diesem Osterbrauch erzählen, wenn sie ihn nicht bereits kennt.
Bräuche geben Stabilität und Halt. Ich mag sie und ich mag Feste, sie schenken Freude, laden vielleicht auch zum Nachdenken ein, sie unterteilen das Jahr, bieten Gelegenheit, mit Freunden und Familie Zeit zu verbringen, zu feiern.

Osterbrunnen. Ich meinte, sie seien nicht mehr als hübsche Dekoration, interpretierte sie als (weiteres) Touristen-Magnet. Es steckt mehr dahinter.
Wasser, die grösste Kraft. Ohne Wasser gibt es kein Leben.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen fröhliche, besinnliche Ostertage. Auf das Leben!

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