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Wenn eine(r) eine Reise tut....

Der Beginn einer Reise - Koffer packen - Haustüre schliessen - Vorfreude im Bauch - prickelnde Erwartung

So erging es mir kürzlich, als ich in Murten den Zug mit Destination Genève-Airport bestieg.
Kurz bevor der Zug in Genf einfuhr, signalisierte mein Smartphone eine eingegangene Mitteilung. Jemand, so nahm ich an, wollte mir genussvolle Ferien wünschen. Aber nein, oh Schreck, ich wurde informiert, dass mein Flug soeben storniert worden war.

Stunden später schloss ich in Murten müde und ein wenig frustriert die Wohnungstür auf. Ich strandete an diesem Abend nicht – wie erwartet – am Meeresufer.
Da mir die nette Airline-Dame in Genf vom Umbuchen des Flugs mit Zwischenstopp zwischen Genf und Urlaubs-Destination dringend abgeraten hatte, strandete ich auch nicht wie Schwemmgut irgendwo in einer Flughafenhalle und durfte die Nacht in meinem eigenen Bett verbringen. Was ich schätzte.
Gleichwohl war ich enttäuscht – natürlich.

Drei Tage später sass ich erneut im Zug und diesmal verlief alles plangemäss. Was man und frau nicht mehr als selbstverständlich hinnimmt, wenn andere Erfahrungen gemacht wurden.
Ich freute mich auf Sonne und Erholung - und wurde nicht enttäuscht.
Zudem war ich frohgemut und optimistisch, die Airline würde sicher für die mir erstanden Kosten aufkommen.
Denn ich hatte – als gut organisierte, vorausschauende Reisende - einen Wagen und für die erste Nach ein Hotelzimmer gebucht.

Nachdem ich mich nach meiner Heimkehr dem unglaublich bedienungsfeindlichen Rückforderungsformular der Fluggesellschaft widmete, war ich beinahe wieder ferienreif. Nein, ich hatte keinen Beleg über mein Ein- und Auschecken im Hotel – ich hatte ja leider nicht dort sein können! - und natürlich hatte ich das Fahrzeug vor dem geplanten Reiseantritt gebucht. Nach drei – oder waren es vier? – Versuchen, meine Forderungen geltend zu machen, gab ich auf und erinnerte mich an zweierlei.

Erstens an das Erlebnis einer Freundin. Vor ein paar Jahren hatte sie über die Weihnachtstage eine Reise gebucht. Der Flug war billig und sie leistete sich deshalb ein exklusives Hotel. Dumm war, dass die Fluggesellschaft Konkurs ging. Meine Freundin musste neue Flüge organisieren, die – kurz vor den Festtagen – extrem teuer waren und von der bankrotten Fluggesellschaft war natürlich nichts mehr zu kriegen. Lakonisch hatte sie damals gemeint: man muss es sich leisten können, mit Billig-Airlines zu fliegen.
Wo sie Recht hat, hat sie recht.
Zweitens erinnerte ich mich mit Wehmut an die Zeit, als man seine Reise auf einem Reisebüro buchte und eine echte, oft sogar anteilnehmende Ansprechperson hatte, wenn etwas nicht wunschgemäss verlief.

Ich werde diese Billigfluglinie in Zukunft meiden und habe mir, ganz easy, vorgenommen, überhaupt aufs Fliegen zu verzichten.
Ich wandle somit eine negative Erfahrung zu etwas Positiven und leiste einen Beitrag zum Klimaschutz; ab sofort unterstütze ich den Schweizer Tourismus und die Schweizer Wirtschaft. Zudem lerne ich endlich die Vielfalt meines Landes besser kennen, denn wir leben, da geben mir abertausende ausländische Touristen recht, in einem wunderschönen Land, es ist reich an fantastischen Landschaften, hohen Bergen, sauberen Seen; eine Einladung an Wanderer, Biker, Skifahrer, Städtebummler, Kulturinteressierte. Und Murten ist mittendrin in diesem Wunderland – das Zentrum sozusagen.

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

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