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Wir haben es einmal mehr speziell gut in Murten

Irgendwo in der Schweiz, in einer mittelgrossen Stadt, sass ich in einem Café und hörte dem Gespräch am Nebentisch zu. Drei Frauen und zwei Männer unterhielten sich über die Knigge-Regeln rund um die Festtage.

Zuerst ging es darum, ab wann und bis wann man ein gutes neues Jahr wünschen darf. Die Meinungen gingen auseinander. "Lieber zu früh und von mir aus noch bis Ende Januar", ereiferte sich Frau Nr. 1, "denn schliesslich kann man gute Wünsche immer brauchen!", und sie schaute Beifall heischend in die Runde. Einer der Männer stand auf, um draussen eine Zigarette zu rauchen. Frau Nr. 2 schüttelte den Kopf und meinte, die guten Vorsätze, mit dem Rauchen aufzuhören, hätten gerade mal 36 Stunden vorgehalten. Frau Nr. 3 kam auf die Neujahrswünsche zurück und sagte mit fester Stimme, ab dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, seien sie unangebracht, worauf der Mann, offenbar Ehemann von Frau Nr. 3 sagte, das stimme nicht, bis zum Neujahrsempfang des Diplomatischen Corps durch den Bundespräsidenten, der, wie man wisse, jeweils Mitte Januar anberaumt sei, dürfe man ein gutes Jahr wünschen. Man konnte sich nicht einigen und schliesslich wechselte der Raucher das Thema: "Es mag sein wie es will mit dieser Wünscherei, aber klar ist, dass nach dem 6. Januar der ganze Lichter-Firlefanz weg muss!" Zustimmendes Nicken der anderen. "Unsere Nachbarn", sagte eine der Frauen empört, "haben diese fürchterlichen Weihnachtsmänner, die Einbrechern gleich über den Balkon steigen, und im Garten stehen Rentiere, die einen Schlitten ziehen, und sie sind voller farbiger Lämpchen und es blinkt und blitzt. Ach, es ist so hässlich, einfach nur hässlich!" Wieder nickten die anderen fünf zustimmend.

Auf dem Heimweg freute ich mich an den noch immer festlich beleuchteten Strassen, den Weihnachtssternen, den Lichtgirlanden.
Ich liebe die weihnachtliche Beleuchtung, nicht die Weihnachtsmänner, Elche und Blinklichter, aber die Lichterketten, die Gartenzäune, Dachgiebel, Geländer oder Bäume zieren. Sie bringen Licht in die dunkle Jahreszeit, verleihen den kalten Nächten etwas Wärme. Auf mich wirken sie freundlich und einladend.
Bald schon werden sie für lange Monate weggeräumt, wie die Tischrunde im Café korrekt festgehalten hatte, meist exakt nach dem 6. Januar.

Ausser in Murten!
Schliesslich findet hier im Januar das Lichtfestival statt. Bis zum 26. Januar ist Murten die Stadt des Lichts und ich bin der Meinung, dass wir Murtner während dieser Zeit auch mit unseren Lichterketten um Bäume, Dächer, Zäune und Fenster zum Lichterglanz Murtens beitragen dürfen.

Bis Ende Januar also erstrahlt Murten im festlichen Lichterglanz. Haben wir ein Glück! Und wenn wir schliesslich unsere Girlanden wegräumen, spriessen bereits Schneeglöckchen und Krokusse und die Tage sind merklich länger und der Frühling nicht mehr fern.

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