0

Zu viele leere Pfarreisäle und Merzweckhallen

In Düdingen ist aus dem Saal des Bahnhofbuffets eine Arztpraxis geworden (Bild). Die Gemeinde Schmitten gibt dem privaten Besitzer des Weissen Kreuzes ein Darlehen für die Renovation des Saals und erwartet, dass die örtlichen Vereine den Saal dann zu Vorzugskonditionen benutzen dürfen. In Wünnewil nutzt den Pfarreisaal keim jemand mehr, weil die Gemeinde eine tolle Aula zur Verfügung stellt. Der Plasselber Gemeinderat hat einen Immobilienmakler beauftragt, das Restaurant Jäger zu verpachten oder zu verkaufen.

Die Gemeinden und Pfarreien gehen im Sensebezirkt unterschiedliche Wege, den sich verändernden Freizeitbedürfnissen und dem sich ebenso verändernden Vereinsleben ihrer Einwohner gerecht zu werden. Dort, wo man glaubt, Geld spiele keine Rolle, herrscht Übermut. Dort wo das Geld knapp ist, regiert Vernunft.

Das, was jedes Unternehmen tut, wenn es Investitionen plant, nämlich Marktanalysen, ist in den ehrenamtlichen Gremien unserer Pfarreien und Gemeinden oft ein Fremdwort. Pfarreien und Gemeinden sind keine Unternehmen, mag man nun einwenden. Das stimmt zwar, ist aber kein Grund, mit dem Geld der Steuerzahler trotzdem haushälterisch umzugehen. Das Vereinsleben und Freizeitverhalten wird sich weiter verändern. Wer investiert, sollte sich Gedanken über diese Veränderungen machen, um der nächsten Generation nicht teure Infrastruktur zu hinterlassen, die sich kaum braucht.
Die Leute sind mobil und verbringen ihre Freizeit nicht primär in der Wohngemeinde. Auch die Vereine organisieren sich immer weniger innerhalb der Gemeindegrenzen. Pfarrreien und Gemeinden müssen die Planung, den Bau und Unterhalt der Freizeitinfrastruktur deshalb mehr gemeinsam planen.

Kommentare zu diesem Artikel