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Schüler zu sein, das war schön!

Ein Essay von ZiG-Blogger Noah Gugler über die ausserordentlich schönen Momente eines Schülers.

Jeder kennt es aus seiner eigenen Vergangenheit, das Schülersein. Sei es nun in der Primarschule, der Oberstufe oder auch an weiterführenden Schulen. Es gab immer wieder Phasen, in denen man sehr gerne in die Schule ging aber auch teils Phasen, in denen die Motivation schlichtweg nirgendwo zu finden war. Nach jedem Durchlaufen der jeweiligen Schulstufe war es jedoch rückblickend betrachtet eine sehr schöne Zeit.

Manchmal wünschte ich mir sogar, die Zeit zurückdrehen zu können, um noch einmal die Primarschulzeit erleben zu können. Einfach mit Freunden in der grossen Pause am Morgen Fussball zu spielen und am Mittwoch den ganzen Nachmittag zur freien Verfügung zu haben – das war das Grösste.

Mit dem Älterwerden muss sich jeder früher oder später befassen. Älter zu werden heisst aber noch lange nicht, alt zu werden. In jungen Jahren wachsen die Rechte und Pflichten gleichsam mit der Verantwortung mit. Verantwortung bedeutet auch gewissermassen Freiheit. Das erste Mal richtig mobil sein, das fängt für die meisten in der Oberstufe an. Man hat die Mofaprüfung in der Tasche und fühlt sich frei. Sich mit Freunden aus den Nachbardörfern zu treffen ist nun problemlos möglich, ohne dass man die Eltern darum bitten muss, irgendwo hinzufahren. Das war wahre Freiheit.

Wenn man sich dafür entscheidet, nach der obligatorischen Schulzeit freiwillig vier weitere Jahre zur Schule zu gehen um die Maturität zu erreichen, kann man dies selbstverständlich  tun. Geht man nun diesen Weg, so ändert sich alles. Die alten Schulfreunde, mit denen man beinahe mehr Zeit verbracht hat als mit den Eltern, wird man auf Dauer kaum mehr zu Gesicht bekommen. Hie und da erhascht man das Antlitz einer Person von früher, begrüsst sich mit einem unpersönlichen „Hallo“ und geht dann wieder seinen gewohnten Weg. Diese Momente sind es nicht, die man im Alltag des Gymnasiums so sehr schätzt. Viel schöner ist es, wenn man am Morgen ans Kollegium kommt, dort bereits auf dem Schulhof drei Freunde sieht, die sich scheinbar seit gestern nach dem Unterricht auf dich freuen und dir alles erzählen möchten, was sie seitdem erlebt haben. Zu viert geht es dann auf ins Klassenzimmer, wo man auf weitere tolle Menschen trifft.

Während des gesamten Tages herrscht Zusammenhalt, denn alle befinden sich im selben Boot. Man unterhält sich über die aktuellen Themen in Philosophie, Geschichte, Deutsch, Französisch, Englisch und sogar Mathematik. Selten gibt es schlechte Tage, doch falls dies einmal der Fall ist, gibt es immer noch die Möglichkeit, bei einem Cappuccino unter Freunden den Frust gemeinsam rauszulassen.

Es ist eine spezielle Zeit. Eine Zeit zwischen der Jugend und dem Erwachsensein. Manche Freunde sind volljährig, andere kurz davor. Teils sind sie in einer Beziehung, teils nicht. Andere haben spezielle oder zeitintensive Hobbys und wieder andere wollen um jeden Preis zu Hause lernen, damit sie bei der nächsten Deutschprüfung über den „blauen Siphon“ mindestens eine 5.5 erhalten. Irgendwie sehr speziell. Sehr unterschiedliche Lebensarten, doch im Grunde genommen sind wir alle Schülerinnen und Schüler.

Bald ist es so weit, die Maturaprüfungen rücken stetig näher. Die Viertklässler der Kollegien in Freiburg sind bereits jetzt etwas nervös.

Wie geht es mit UNS weiter? Wohin verschlägt es UNS? Werden wir UNS in Zukunft oft sehen? Wie sieht es mit UNS in zehn Jahren aus? All diese und ähnliche Fragen beschäftigen mich und meine engen Freunde. Bei einem Cappuccino malen wir uns die Zukunft rosig aus. Wie schön es doch nur wäre, die Antworten darauf bereits heute zu kennen.

Die Zeit wird es zeigen. Doch für den Moment gibt es kaum etwas Schöneres, als mit meinen Freunden den Augenblick zu geniessen und mich darauf zu freuen, in Zukunft auf unsere gemeinsame Schulzeit mit tollen Erinnerungen zurückzublicken zu können.

Dieser Text entstammt dem ZiG-Blog, der im Schuljahr 2019/2020 von einem Schülerkollektiv aus dem Kollegium St. Michael betreut wird.

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