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Blut – ein heiliges Gut

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Im neusten Roman «Kindeswohl» von Ian McEwan muss die Richterin Fiona Maye eine schwierige Entscheidung fällen. Sie ist Richterin am Londoner High Court, ihre Spezialität ist Familienrecht. Oft sind es heikle Fälle, über die sie urteilen muss, nicht selten verbunden mit religiösen Fragen. Die Religion spielt auch in ihrem aktuellen Fall eine massgebende Rolle.

Essenz des Menschlichen

Im Zentrum des aktuellen Prozesses steht das Kindeswohl eines Siebzehnjährigen. Der an Leukämie erkrankte junge Mann benötigt dringend Bluttransfusionen. Die Klinik gelangt an das Gericht, weil sie sich absichern muss, um die Bluttransfusionen gegen den Willen der Eltern durchführen zu können. Die Eltern, wie auch der junge Mann selber, verweigern als Zeugen Jehovas die Transfusionen: «Blut ist die Essenz des Menschlichen. Es ist die Seele, es ist das Leben selbst. Und so wie das Leben ist auch das Blut heilig.»

Der Fall eilt, die Richterin muss binnen 24 Stunden entscheiden. Fiona Maye unterbricht den Prozess und besucht den jungen Adam in der Klinik. Sie trifft dort auf einen hochbegabten, intelligenten jungen Mann, der trotz seiner Angeschlagenheit Gedichte schreibt und sich das Geigespielen selbst beibringt. Die Begegnung in der Klinik ist Kernstück des Romans.

Parallel zu den Geschehnissen am Gericht erzählt Ian McEwan die Geschichte der Privatperson Fiona Maye. Sie lebt seit 30 Jahren glücklich mit ihrem Ehemann Jack, einem Geschichtsprofessor, zusammen. Die beiden sind kulturell interessierte, immer noch gut aussehende 60-jährige Eheleute. Mit ihrer Kinderlosigkeit scheint sich Fiona längst abgefunden zu haben, es gibt ja Nichten und Neffen.

Doppelt gefordert

Nun konfrontiert sie ihr Mann aus heiterem Himmel mit seinem Wunsch, sich, bevor es endgültig zu spät ist, eine Affäre mit einer jungen Frau zu gönnen. Jack will seine Frau nicht hintergehen, er erbittet sich ihren Segen.

Beide Ereignisse, der heikle Gerichtsprozess sowie die Eröffnung ihres Mannes, rütteln die geordnete Welt von Fiona gründlich durcheinander. Sie muss sich stellen, sowohl der extremen beruflichen Herausforderung wie auch der privaten. Fiona Maye ist eine kluge Frau und eine erfahrene Richterin, trotzdem, es liegt nicht alles in ihren Händen, genau wie im richtigen Leben.

Der Roman basiert auf gründlicher Recherche des Autors. Die ganze Tragweite der Urteilssprechung sowie das Leiden an der riesigen Verantwortung, die der Richterin oft Schlaflosigkeit bescheren, werden glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt. Ian McEwan ist einmal mehr ein brillanter Roman gelungen.

Ian McEwan:«Kindeswohl», Roman. Diogenes, Zürich 2015.

Silvia Häcki-Eggimannist Erwachsenenbildnerin.

Die wohl geordnete Welt von Fiona wird gründlich durcheinandergerüttelt.

Zur Person

Mit diversen Preisen überhäuft

Ian Russel McEwan ist 1948 in Hampshire als Sohn eines Berufssoldaten geboren. Er studierte englische und französische Philologie und schloss mit dem Bachelor of Arts in englischer Literatur ab. Seit dem Erfolg der Kurzgeschichtensammlung «Erste Liebe, letzte Riten» (1975) lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller. Im Laufe seiner Karriere wurde Ian mit nahezu allen bedeutenden Preisen für englischsprachige Literatur ausgezeichnet. 2007 wurde McEwans Roman «Abbitte» vom britischen Regisseur Joe Wright verfilmt. In der gleichnamigen Kinoproduktion spielen Keira Knightley und James McAvoy die Hauptrollen. McEwan gilt als einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller.im/Bild Wikipedia

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