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Bollwerk-Festival will näher zum Publikum

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Eine kleine grüne Insel auf einer erhöhten Plattform mitten in der Stadt, «Altare» mit Geschenken für fremde Menschen oder der Touristenzug «Tschou Tschou» auf Abwegen: So etwa sehen die Projekte aus, welche die Verantwortlichen des Internationalen Bollwerk-Festivals Freiburg im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs «Mis-Guided» ausgewählt haben und die während des Festivals umgesetzt werden.

Dass der Wettbewerb ausdrücklich auf Freiburg ausgerichtet war, kommt nicht von ungefähr: «Ich möchte das Publikum und speziell das Freiburger Publikum stärker in das Festival einbeziehen», so die neue Direktorin Sally de Kunst. Die Belgierin erhofft sich davon nicht zuletzt einen Imagewandel: Das Bollwerk-Festival wolle sich als offen und zugänglich präsentieren. «Viele Leute halten das Festival fälschlicherweise für zu schwierig oder zu schräg.»

Idee aus England

Hinter «Mis-Guided» steht das britische Künstlerkollektiv Wrights & Sites. Die vierköpfige Gruppe erfand 2003 für ihre Heimatstadt den «Exeter Mis-Guide», einen Stadtführer, der einen ungewohnten und fantasievollen Blick auf die Stadt ermöglichte. Seither waren Wrights & Sites mit vergleichbaren Projekten in Städten auf der ganzen Welt zu Gast.

Auch bei der Freiburger Version sind die Mitglieder des Kollektivs hautnah dabei. Vergangene Woche trafen sie sich in Freiburg zu einem Arbeitswochenende mit den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern (siehe Kasten).

Ein Quartier im Wandel

Einer, dessen Projekt ausgewählt wurde, ist der Architekt Robert Walker. Walker arbeitet zur Hälfte als Denkmalpfleger und zur Hälfte als Journalist mit Fachgebiet zeitgenössische Architektur. Diese beiden Standbeine hat er, zusammen mit seinem Interesse für die Fotografie, im Projekt «Gestern – heute – morgen» vereint: Er nimmt die Besucher mit auf einen Rundgang durch das Perollesquartier, in dem er seit sechs Jahren wohnt. Jeder Besucher erhält einen sogenannten Stereoviewer, mit dem er bei jedem Halt dreidimensionale Bilder des jeweiligen Standortes betrachten kann, wie er sich «gestern», «heute» und «morgen» präsentiert.

Der Rundgang führt vor Augen, wie sich das Quartier seit den Achtzigerjahren verändert hat. «Es geht mir darum, diese Prozesse bewusst zu machen», erklärt Walker. «Mein Ansatz ist nicht nostalgisch, sondern wertneutral.» Es gehe weniger um die Ästhetik der Häuser als um die Veränderungen und um deren Bezug zum öffentlichen Raum. «Manchmal hat ein hässliches neues Haus mehr Bezug zu der Strasse, an der es steht, als ein schönes altes», so der Architekt.

Nicolas Galeazzi geht in seinem Projekt «Une boîte pour Fribourg» nicht von bestehenden Orten aus, sondern von solchen, die er selber schafft. Der in Bern geborene und heute hauptsächlich in Berlin wohnhafte Künstler befasst sich regelmässig mit dem Spannungsfeld zwischen Urbanismus und Gesellschaft. Für sein Freiburger Projekt macht er die verschiedenen Quartiere zum Untersuchungsfeld. Dort sollen Holzkisten oder ähnliche «Satelliten» die Passanten zu Reaktionen, Handlungen oder Diskussionen animieren.

«Ich möchte die Vorstellungen und das Verhalten der Leute dokumentieren und sichtbar machen», so Galeazzi. Zudem verstehe er die Orte, die er für sein Projekt aussuchen werde, auch als Orte der Erholung, an denen man sich kurz niederlassen könne, um sich auszuruhen und mit dem Ort in Kontakt zu kommen.

Die Projekte von Walker und Galeazzi werden, ebenso wie die vier weiteren Siegerprojekte, vom 24. Juni bis zum 5. Juli am diesjährigen Bollwerk-Festival zu entdecken sein. Im sogenannten «Mis-Information Center» im Alten Bahnhof werden alle Fäden zusammenlaufen. Hier erhalten die Besucher zusätzliche Informationen oder können sich mit den Künstlern treffen.

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