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Böse Überraschung fürs Frauenkloster

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In der Nähe der Industriezone Bocheferra in Romont ist das Land verseucht. «Auf einer Landwirtschaftszone von 2000 Quadratmetern sowie auf 1400 Quadratmetern in der Arbeitszone besteht eine konkrete Gefährdung der Gesundheit», hielt Marc Chardonnens, Vorsteher des Amts für Umwelt, gestern vor den Medien fest. Grund ist der zu hohe Arsengehalt des Bodens, wohl verursacht durch die Glasfabrik Electroverre Romont SA und dann der Erie-Electroverre SA. 1982 wechselte die Fabrik den Besitzer.

 «Arsen wird bei der Herstellung von Glas verwendet», sagte Chardonnens. «Es gelangte früher durch den Staubausstoss der Fabrikschlote auf den umliegenden Boden. Seit 1994 ist der Kamin mit einem Filter ausgerüstet. Wir kontrollieren den Ausstoss regelmässig, und er entspricht den Bestimmungen des Umweltschutzes», führte er aus.

Nicht so schlimm?

2013 und 2014 wurden in der Nähe der Glasfabrik auf einer Fläche von zehn Hektaren, die grösstenteils dem Kloster gehören, 26 Bodenanalysen durchgeführt. «21 Probenahmestandorte in der Landwirtschaftszone sind gar nicht oder nur leicht belastet. Es sind dort keine Massnahmen erforderlich, und es besteht auch kein Risiko für die Gesundheit von Menschen und Tieren», betonte Barbara Gfeller Laban, Verantwortliche Bodenschutz im Amt für Umwelt.

Bei zwei Standorten in der Landwirtschaftszone auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern lag der Arsengehalt leicht über dem Prüfwert der Bundesverordnung über Belastungen des Bodens. «Es besteht möglicherweise ein Risiko für die Gesundheit von Menschen und Nutztieren. Wir werden Nutzungseinschränkungen wie Weideverbot und Anbaubeschränkungen erlassen müssen», fuhr sie fort. Bei den drei eingangs erwähnten Standorten lag aber der Gehalt über dem Sanierungswert. Eine Sanierung muss vorgenommen werden, wenn der Arsengehalt über 80 Milligramm pro Kilogramm beträgt. «Dort wurde ein Höchstwert von 122 Milligramm pro Kilogramm gemessen», so Gfeller. «Da besteht eine konkrete Gefährdung der Gesundheit. Die Landwirtschaftsfläche muss saniert werden. Für die Arbeitszone ist keine Massnahme nötig, doch wird jegliche landwirtschaftliche Nutzung untersagt.»

Welche Sanierung?

Wie die 2000 Quadratmeter in der Landwirtschaftszone saniert werden, steht laut Chardonnens noch nicht fest. «Möglich ist, dass die Erde abgetragen und durch neue ersetzt wird. So kann das betroffene Land wieder landwirtschaftlich genutzt werden», sagte er. Er könne sich auch vorstellen, dass es in eine Waldzone umzoniert wird, zumal dort bereits ein kleiner Wald besteht. Nun müssten Verhandlungen betreffend Verursacher und Kostenübernahme aufgenommen werden. Eigentümer und Bewirtschafter wie auch die Direktion der Glasfabrik wurden über die Ergebnisse und die Massnahmen informiert.

Electroverre: Ehemalige Deponie der Glasfabrik wird noch untersucht

U nter die Lupe genommen wird auch eine ehemalige Deponie der Glasfabrik Electroverre, die seit 2008 als Altlast im Kataster der belasteten Standorte eingetragen ist und in der Industriezone liegt. Sie befindet sich in der Nähe des Flusses Glâne. In diese Deponie wurden laut Romano Dalla Piazzo, Verantwortlicher Altlasten beim Amt für Umwelt, von 1935 bis 1975 von der Electroverre Romont SA produzierte Abfälle wie Glas, Dolomit und mit Arsen angereicherte Schamottesteine geschüttet. Untersucht wurden nun das Wasser der Glâne sowie das Grundwasser. «Die gemessenen Werte lagen unterhalb der Grenzwerte, mit Ausnahme von acht Wasserproben in unmittelbarer Nähe der Deponie. Es müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden», fuhr Dalla Piazzo fort. «Wir wollen die Auswirkungen der Deponie auf das Grundwasser und die Glâne genauer bestimmen, die Verteilung des Arsens in der Deponie besser verstehen und die Sanierungsbedürftigkeit bestätigen sowie bei Bedarf die Ziele und Dringlichkeit festlegen», sagte er.

Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende 2016 bekannt sein. «Dann wird der Kanton entscheiden, was zu tun ist», sagte er und wies darauf hin, dass die Glâne bisher nicht als verseucht gilt. az

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