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Braucht es in der Schule Philosophie?

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«Wozu müssen wir überhaupt Philosophie und Ethik lernen, Herr Lehrer? Das bringt doch nichts. Es ist ja nichts anderes, als bloss Meinungen auszutauschen. Am Ende hat man nichts davon.» Solch einer Schülermeldung hat sich wahrscheinlich schon manch ein Philosophie-Lehrer ausgesetzt gesehen. Und es ist den Schülern ja auch nicht zu ver­übeln, denn das Bild der Philosophie ist oft von Vorurteilen und Ressentiments geprägt. Daran sind die Philosophen nicht ganz unschuldig. Richard David Precht – seines Zeichens eher Philosoph für die Öffentlichkeit als Hochschul-Denker – drückte es so aus: «Die Bildung, die von der Hochschul-Philosophie ausgeht, ist geringer als die der Sendung ‹Wer wird Millionär› mit Günter Jauch.»

Das Leben prüfen

Was aber antwortet man nun auf eine solche Frage? Man kann natürlich zuerst einmal getrost eingestehen, dass die Philosophie in vielen Fällen keine abschliessenden Antworten geben kann oder will. Dennoch hat sie einen Nutzen. Dem Schüler kann man entgegnen, dass es in der Philosophie gerade nicht um den blossen Meinungsaustausch geht, sondern darum, gute Gründe für seine Meinung anzugeben. Nicht jede Meinung ist nämlich einfach so wahr. Diese Art von Relativismus ist zwar weit verbreitet, aber logisch nicht haltbar. Insofern hat man vielleicht – was möglich ist – nach einem philosophischen Gespräch zwar keine Einigung gefunden, dennoch ist man nicht am gleichen Punkt wie zu Beginn. Nach dem Gespräch hat man ein anderes, hoffentlich besseres, Bewusstsein dessen, worum es geht. Es geht dabei immer wieder um die Frage, ob das, was man tut, gut ist? Sein eigenes Leben zu prüfen und zu erkennen, ob das, was man tut, sinnvoll ist, ist eine der Hauptfragen der Philosophie.

Antworten finden

Es ist im Übrigen auch nicht wahr, dass die Philosophie keine Antworten liefert. Zwar gibt sie selten welche, aber gerade im Bereich der Ethik kann sie zumindest helfen, eigene Antworten zu finden. Das Bemühen, nach guten Gründen und Argumenten zu suchen, stets die Wahrheit im Auge zu behalten und die Argumente des Gegenüber ernst zu nehmen, kann durchaus zu Ergebnissen führen. So könnte man sich beispielsweise in der Debatte über die Sterbehilfe nach einem Ethik-Kurs differenzierter positionieren und gute Gründe anbringen, weswegen möglicherweise die Befindlichkeiten des Sterbewilligen höher zu gewichten wären als jene der absoluten Lebensschützer.

Die Gesprächskultur fördern

Philosophieren hat auch handwerkliche Aspekte. Sie lehrt, Begriffe klarer zu definieren, folgerichtige und präziser zu argumentieren, Gedankenexperimente durchzuführen, konstruktive Dialoge zu führen und Texte fair zu interpretieren. Das alles sind Kompetenzen, die einer guten Gesprächskultur zuträglich sind. Wer sich auf das Abenteuer Philosophie einlässt, der wird wahrscheinlich ein umsichtiger Gesprächsteilnehmer. (Dass dies natürlich nicht auf jeden Philosophen zutrifft, ist ebenfalls klar.)

Das Denken lernen

Nigel Warburton, ein britischer Philosoph, sieht den Nutzen der Philosophie darin, dass man durch sie lernt, klarer zu denken. Er schreibt in seinem Buch «Was können wir wissen, was dürfen wir tun?»: «Die Methoden des philosophischen Denkens können in einer Vielfalt von Situationen nützlich sein, da wir durch die Analyse von Argumenten für und gegen eine Position Fähigkeiten erwerben, die sich auf andere Gebiete des Lebens übertragen lassen. Viele Leute, die sich mit Philosophie befasst haben, bringen ihre philosophischen Fertigkeiten in viele Berufsfelder ein wie Jura, Computerprogrammierung, Managementberatung, Öffentlicher Dienst und Journalistik – alles Gebiete, in denen Klarheit des Denkens eine Hilfe ist.» Daneben macht die Philosophie – und das ist vielleicht der wichtigste Grund – vielen Menschen einfach Vergnügen.

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