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Brief-Knatsch wegen Fahrplanwechsel

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Der geplante Abbau von Bahnhalten an der Station Muntelier-Löwenberg wirbelt weiterhin Staub auf. Neben einem Informationsblatt der Gemeinde Muntelier und einem Flugblatt von betroffenen Pendlern flatterte einigen Einwohnern von Muntelier auch ein Schreiben des Bahnunternehmens BLS ins Haus. Der Brief, der den FN vorliegt, hält zum geplanten Fahrplan fest: «Es gibt einige positive Änderungen, aber vor allem im Fall von Muntelier auch viele negative.» Der Brief nennt namentlich die gestrichenen Direktverbindungen von Muntelier nach Neuenburg, S-Bahn-Züge nach Bern, die gerade zu Stosszeiten nicht mehr in Muntelier-Löwenberg halten sollen sowie die gestrichene erste Verbindung am Morgen. Der erste Zug halte künftig in Muntelier erst eine Stunde später, ausser man mache einen Umweg über Murten. Der Brief wendet sich direkt an die Betroffenen: «Sie haben die Möglichkeit, sich bis am 18. Juni gegen diesen massiven Abbau zu wehren.» Die Betroffenen sollen Nachbarn und andere Reisende ansprechen. «Je mehr einzelne Stellungnahmen abgegeben werden, desto eher bewegt sich etwas», schliesst der Brief.

Brief eines Mitarbeiters

Der Brief ist mit dem offiziellen Logo der BLS bedruckt. Erst auf den zweiten Blick erschliesst sich, dass sein Ursprung im lokalen BLS-Reisezentrum am Bahnhof Murten liegt. Unterschrieben ist er von Stefanos Domalis, dem lokalen Reiseberater. «Als ich von den Verschlechterungen erfahren habe, wollte ich unsere Kunden informieren», sagt Domalis auf Anfrage der FN. Der Brief sei an die Besitzer eines Generalabonnements oder eines Halbtax-Abonnements gegangen. «Von diesen Kunden hatten wir die Adresse.» Der Brief entspreche nicht der offiziellen Meinung der BLS, sondern sei auf seine Initiative entstanden, sagt Domalis. Er engagiere sich für seine Kunden. «Und für unsere Kunden aus Muntelier verschlechtert der neue Fahrplan die Situation». Er habe positive Reaktionen erhalten. «Viele betroffene Kunden haben uns gedankt, dass wir sie so gut informiert haben», sagt Domalis.

Am Hauptsitz der BLS erfuhr man durch die FN vom Brief. «Der Mitarbeiter hat im Brief seine persönliche Meinung geäussert, unglücklicherweise im Namen der BLS», sagt Mediensprecherin Helene Soltermann. Er habe den Brief intern nicht abgesprochen. «Die BLS distanziert sich deshalb vom Schreiben.» Der Brief sei nicht im Sinne des Unternehmens.

Konsequenzen noch offen

Die BLS fahre ihr Angebot auf Bestellung der Kantone, so Soltermann. Sie äussere zwar bei der Gestaltung des Fahrplans ihre Meinung. «Wir tragen aber die Entscheide des Kantons mit.» Muss Domalis nun Konsequenzen fürchten? «Seine Vorgesetzten werden diesen Vorfall sicher mit ihm besprechen», so Soltermann.

Reaktion

Auch die Gemeinde Murten setzt sich für Muntelier ein

Der Gemeinderat von Murten fordert in seiner Stellungnahme zum Fahrplan, dass der erste Zug in Richtung Bern um 5.47 Uhr nicht gestrichen werden dürfe. Das schreibt er in einer Mitteilung. Weiter müsse die Haltestelle Muntelier-Löwenberg weiterhin durch alle Züge bedient werden. «Für uns ist wichtig, dass das Angebot des öffentlichen Verkehrs in der ganzen Region gut ist», erläutert Vizestadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel, auf Anfrage. Denn ein Abbau des Angebots in Muntelier betreffe auch Murten. Der Gemeinderat fordert weiter, der Anschluss von Altavilla nach Gümmenen sei wieder auszubauen. Laut Schneider Schüttel wurde die entsprechende Buslinie 2015 abgeändert. Seither müssten die Einwohner von Altavilla einen Umweg über Murten in Kauf nehmen.

Der Gemeinderat lädt die Bevölkerung ein, bis am Sonntag, 18. Juni online zum Fahrplan Stellung zu nehmen, so die Mitteilung weiter.

sos

 

www.fahrplanentwurf.ch

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