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Brotgetreide: Produktion übersteigt Bedarf

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Autor: Josef Jungo

DüdingenNoch bevor die Ernte eingefahren ist, müssen sich die Getreidebauern schon mit dem Anbau für das nächste Jahr befassen. Um ihnen die Planung 2011 zu erleichtern, veranstalteten die Landis Deutschfreiburgs und die Saatzucht am Montagabend in Düdingen eine Informationsveranstaltung. In der Fragestunde kamen die gedrückte Stimmung und der Frust der Getreidebauern zum Ausdruck.

Futtergetreide verdoppeln

Dank guter Infrastruktur für die Übernahme und Verarbeitung von Getreide habe sich der Getreidebau in der Region halten können, führte Fritz Marschall, Geschäftsführer der Landi Düdingen und der Saatzucht aus. «Man muss aber auch offen sein für Neues», sagte Marschall. In der Region Überstorf beispielsweise würden an die 50 Hektaren Ur-Dinkel angebaut. Der Anbau von Biskuits-Weizen sei eine andere mögliche Nische.

Beim Brotgetreide müsse die Klasse Top reduziert werden. Diese macht gegenwärtig 53 Prozent der Produktion aus. Für den Anbau 2011 empfahl Marschall die Verdoppelung des Futterweizenanbaus. «Mit der eigenen Verwertung lässt sich die Wirtschaftlichkeit verbessern», sagte Marschall und erinnerte daran, dass die Preisdifferenz zwischen Brot- und Futterweizen kleiner geworden sind.

Die Biodiversität fördern

«Die grosse Getreideernte 2009 hat uns überrascht», sagte IP-Suisse (IPS) Geschäftsführer Fritz Rothen. Nach den Schwierigkeiten bei der Verwertung der letzten Ernte bezeichnet er die Aussichten für diese Ernte als eher düster. «Die Preise des Vorjahres dürften nicht zu erreichen sein», sagte Rothen. Dies begründete er mit dem Importdruck, dem Eurowechselkurs und der vom Bundesamt für Landwirtschaft angekündigten Mehlzollsenkung von 15 Franken pro 100 Kilo. Gleichzeitig umriss er die Forderungen zur Steigerung der Biodiversität.

IPS gruppiert 4100 Produzentinnen und Produzenten mit einer Getreidefläche von 17 000 Hektaren. Da noch Lager aus der letztjährigen Ernte abgebaut werden müssen, rechnet die Organisation dieses Jahr mit der Übernahme von 85 000 Tonnen.

Druck politisch gewollt?

Aus der Sicht der Fenaco analysierte Heinz Mollet die Vermarktung der Ernte 2009. Der Abbau des Grenzschutzes für Brotgetreide sei unschön und erhöhe den Druck auf die Preise, bemerkte er. Obschon die Getreidefläche seit 1990 von 220 000 Hektaren auf 150 000 Hektaren zurückgegangen sei, gebe es Überschüsse. Ausbaumöglichkeiten sieht er beim Futtergetreide und bei den Ölsaaten (Raps, Sonnenblumen). 50 Prozent der Rohstoffe für die Futtermittelproduktion müssen importiert werden.

«Mit einem Freihandelsabkommen würde der Brotgetreideanbau verschwinden, wenn nicht gleichzeitig Flächenbeiträge ausgerichtet werden», sagte Mollet. Die Weltbevölkerung wachse, während die Getreideproduktion nicht folge.

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