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Bruce Willis ist tot, Wilbur lebt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Aldo Fasel

Vorab eine äusserst treffende Pressestimme: «Was für ein mutiges Buch und was für ein grosser Wurf. Ein Roman mit unerhörter erzählerischer Grosszügigkeit geschrieben: wuchtig, kraftvoll erzählt und kühn erdacht.» (NZZ, 2008)

Angst vor Wasser

Der Held in Rolf Lapperts Roman ist der körperlich zurückgebliebene und vom Schicksal arg gebeutelte Wilbur. Wie ein roter Faden ziehen sich seine panische Angst vor dem Wasser und die Abneigung gegen das Schwimmen durch die Geschichte. Wilbur ist – und er leidet sehr darunter – das pure Gegenteil seines von ihm verehrten Vorbildes, des Filmhelden und Supermannes Bruce Willis.

Wilbur ist äusserst schmächtig, viel zu kurz geraten, fast kraftlos, jedoch, besonders im Cello-Spiel sowie in Wort und Schrift, hochbegabt. Mit diesen Voraussetzungen muss der Junge nun also fertig werden.

Fehlende Wärme

Und in der Tat, er schlägt sich durch, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und Pannen. Wir erleben die ganze Spannweite vom (ernstgemeinten ?) Suizidversuch bis zum Happy End.

Wilbur ist wahrlich kein Glückskind, sein Leben ist eine Aneinanderreihung von Verlusten. Seine irische Mutter stirbt bei seiner Geburt, sein schwedischer Vater drückt sich vor der Verantwortung und sucht das Weite. Wilbur wird von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht. Glück und Wärme findet er nur bei seiner Grossmutter, die jedoch bei einem Unfall stirbt und für Wilbur bricht eine Welt zusammen.

Er entschliesst sich, nicht mehr zu reden, er verschliesst sich gänzlich und taucht in seine eigene Welt ab. Immer ist er überzeugt, dass er ein Verlierer und ein Versager ist, dass sein Leben nutzlos und überhaupt nicht lebenswert ist.

Vorher und nachher

Er entwickelt sich immer mehr zum Neurotiker und will seinem Leben ein Ende setzen. Mit diesem Selbstmordversuch beginnt der Roman, denn Wilburs Geschichte wird – äusserst spannend und inhaltlich überzeugend und konsequent durchdacht – in zwei Erzählsträngen erzählt. Im ersten Strang berichtet ein Erzähler über Wilburs Leben vor dem Suizidversuch, im zweiten schildert Wilbur als Ich-Erzähler selbst die Zeit danach, wie er allmählich ins Leben zurückfindet und gar dem Wasser trotzt und nicht untergeht …

«Nach Hause schwimmen» ist eine leicht verrückte und tragikomische Geschichte, eine Art Bildungsroman mit märchenhaften Zügen.

Spannende Unterhaltung

Lapperts Sprache ist ungemein witzig, schnörkellos und direkt. Der Autor glänzt mit einem beneidenswert grossen Wortschatz und meistert grandios den Spagat zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und bietet darüber hinaus exzellente und spannende Unterhaltung.

Ein Buch, das sich zu lesen lohnt, auch wenn der Umfang ansehnlich ist.

Rolf Lappert, Jahrgang 1958, ist in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Irland. Ausbildung als Grafiker, heute freier Autor, schrieb Gedichte, Erzählungen, Romane und Drechbücher fürs Schweizer Fernsehen.

Rolf Lappert: «Nach Hause schwimmen», Roman. München: Hanser 2008, 543 S.

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien, Oberschrot, Zumholz.

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