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Brückenabbau nach englischer Art

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Stellen Sie sich vor, dass eine bequeme, vierspurige Autobahn das britische Königreich mit dem Festland verbindet. Darauf herrscht reger Verkehr in beiden Richtungen mit Vehikeln wie Dienstleistungen, Waren, Kapital und Personenfreizügigkeit. Beiden Seiten geht es dabei bestens. Doch plötzlich finden die Briten, dass das Hin und Her unerträglich sei, und beschliessen, die Brücke abzubrechen. Gleich daneben soll aber eine neue Autobahn gebaut werden, mit einem wesentlichen Unterschied: Sie soll nur zwei Fahrspuren in Richtung Festland aufweisen, in Richtung London aber ist nur eine Fahrspur vorgesehen, sichtbar schmäler als bisher und mit Hindernissen bestückt. Doch die Bauherren auf dem Festland wollen diesem Bauprojekt nicht zustimmen.

Diese Metapher heisst Brexit und zeigt, wie sich die Briten den Abschied aus der EU vorstellen. Um ja keinen Nachteil zu erleiden, wünschen sie parallel zur Scheidungsvereinbarung den Abschluss eines Handelsabkommens mit der EU, das ihnen gleiche Bequemlichkeiten im Warenverkehr, in Dienstleistungen wie heute bietet. Nein, nicht ganz! Die Personenfreizügigkeit und die EU-Jurisdiktion allerdings sollen fallen. Nur einen Tag, nachdem die Premierministerin May den Austrittsantrag in Brüssel deponiert hat, wurde den Briten eine kalte Abfuhr ihrer Umbaupläne präsentiert. Kein Parallelismus, sondern zuerst eine saubere Scheidungskonvention mit exakter Kostenregelung, mit Rechtsgarantien europäischer Bürger, Sicherung der Aussengrenze in Nordirland und so weiter.

Noch scheint es, als würden die Briten von ihrem Wiederauferstehen als Weltmacht mit (zwar verlorenen) Überseegebieten träumen und nicht begreifen, dass sich die Zeiten mit der Globalisierung gewaltig verändert haben. Ihnen dürften dann die Augen aufgehen, wenn Theresia May ihnen erklären muss, dass die Scheidung Dutzende Milliarden kostet, der Freihandel mit der EU ein Traum bleibt und warum der Bankenplatz London gewaltig redimensioniert werden muss. Und dass Schottland das Königreich verlassen und eigene Wege gehen will, dürfte nur das Sahnehäubchen auf dem süss-sauren Kuchen sein.

Und die SVP-Protagonisten der Masseneinwanderungs­initiative können schon einmal eine Nase davon nehmen, was der Schweiz blüht, wenn die bilateralen Verträge mit der EU gekappt werden.

Markus Escher, Corminboeuf

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