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Brügger fordert seine alte Liebe heraus

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Wenn er nicht gerade selbst spielt, schaut sich Sandro Brügger die Spiele von Gottéron meist live im TV an. Zwar zappt er ab und zu weg, um zu schauen, was der SC Bern macht, der Club, mit dem er 2019 Schweizer Meister wurde. «Aber ein bisschen fiebere ich halt schon noch mit Gottéron mit», sagt der 28-jährige Alterswiler. Das ist nicht weiter verwunderlich, es ist sein Club, in Freiburg durchlief er sämtliche Juniorenstufen und absolvierte von 2011 bis 2016 162 NLA-Spiele. In seiner produktivsten Saison durfte er 2012/13 zeitweise an der Seite von Simon Gamache und dem heutigen Gottéron-Trainer Christian Dubé auflaufen.

Visp mit sieben Ex-Freiburgern

Heute muss Brügger seine Sympathien für Gottéron allerdings vorübergehend ausblenden, denn im Cup-Achtelfinal spielt er mit dem EHC Visp gegen die Freiburger. «Ich freue mich natürlich sehr auf dieses spezielle Duell.» Und er ist nicht der einzige. Mit seinem Sturmpartner Makai Holdener, Melvin Merola, Sandro Wiedmer, Dennis Saikkonen, Luca Camperchioli und Reto Lory hat es im Kader der Walliser sechs weitere ehemalige Gottéron-Spieler. Nur zu gerne würden sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber zeigen, was sie draufhaben. «Das ist natürlich so», sagt Brügger und lacht. «Wir haben nichts zu verlieren, gleichzeitig wissen wir jedoch, dass für einen Coup alles zusammenpassen müsste.» Auf 30 Prozent schätzt er die Siegchancen aus Sicht von Visp noch recht optimistisch. Der Unterschied zwischen der Swiss League und der National League ist gross. In der letzten Cuprunde gewann Gottéron bei Visps Liga-Konkurrent Sierre 8:2. «Wir müssen alles daransetzen, möglichst lange die Null zu halten. Natürlich werden wir alle zunächst einmal defensiv arbeiten und geduldig auf unsere Chancen warten.»

Enttäuschender Saisonstart

Geduldig präsentierte sich der EHC Visp als Organisation in den letzten Wochen nicht. Nach der vierten Niederlage im siebten Spiel entliess der Club vor zweieinhalb Wochen Trainer Matti Alatalo. Für ihn übernahm Sportchef Bruno Aegerter. «Er war lange in Davos tätig, wir werden deshalb Eishockey à la Arno Del Curto spielen.» Eine schnelle Mannschaft, die viel läuft, werde Visp von nun an sein, sagt Brügger. «Das kommt mir entgegen.» Da Visp erst am Montag aus einer zehntägigen Quarantäne kam, wird das heutige Spiel auch die erste Partie unter dem neuen Trainer sein.

Eigentlich kann es unter Aegerter in Visp nur besser werden. Mit 1,14 haben die Oberwalliser den zweitschlechtesten Punkteschnitt der zwölf Teams in der Swiss League. Das entspricht so gar nicht den Ansprüchen und Erwartungen des Clubs. Vor der Saison wurde eine Top-4-Klassierung als Ziel herausgegeben. «Auf dem Papier haben wir eine super Mannschaft, und auch in der Vorbereitung lief es gut», sagt Brügger. «In der Meisterschaft passte dann aber nicht viel zusammen.» Warum das so sei, könne er sich auch nicht genau erklären. «Vielleicht hat es mit dem Druck zu tun.» Die Ambitionen beim EHC Visp sind hoch, erst recht seit der Club 2019 in die schmucke Lonza Arena gezogen ist. Dass es für die Teams aus der Swiss League noch nie so einfach war aufzusteigen wie in dieser Saison, weil es ausnahmsweise einen direkten Aufsteiger gibt, lässt den Druck nicht kleiner werden. Denn Visp wäre einem Aufstieg definitiv nicht abgeneigt.

Überraschender Strafenkönig

So enttäuschend der Saisonstart für das Team auch war, mit seiner persönlichen Leistung ist Sandro Brügger «recht zufrieden». Mit 15:13 Minuten pro Spiel hatte er von den Visper Stürmern am siebtmeisten Einsatzzeit, führt jeweils entweder den zweiten oder den dritten Sturm als Center an und kommt auch in Überzahl und Unterzahl zum Einsatz. «Ich habe in jedem Spiel meine Chancen, muss aber noch produktiver werden.» Nach sieben Spielen hat der Sensler ein Tor und ein Assist auf dem Konto.

Viel auffälliger ist eine andere Zahl: Mit 22 Strafminuten ist er der meistbestrafte Spieler seines Teams. Sechs Zweiminuten- und eine Zehnminutenstrafe hat Brügger bereits kassiert – mehr als in der gesamten letzten Saison. «Es haben mich bereits viele Leute gefragt, was los sei, sogar mein Vater.» Beantworten könne er die Frage allerdings ebenfalls nicht. «Hatte ich einfach Pech? War ein wenig Frust dabei? Oder bin ich langsamer geworden und kann mir nur noch mit Fouls helfen?», sagt Brügger und lacht. Letzteres glaubt er nicht. Schliesslich ist er erst 28 und hat noch einige gute Jahre vor sich – eigentlich.

Der Vertrag läuft aus

Doch sein Vertrag in Visp läuft Ende Saison aus. Gespräche über eine Verlängerung gab es noch nicht. «Mit der Corona-Krise ist gerade alles sehr ungewiss. Ich hoffe, ich bekomme irgendwo in der Swiss League einen Vertrag.»

Wie schnell es im Sport in beide Richtungen gehen kann, hat Brügger in den letzten Jahren oft genug erlebt. 2019 schrieb er sein persönliches Märchen, als er mit einer B-Lizenz auf die Playoffs hin von Visp zum Partnerclub SC Bern wechselte, dort zu seiner eigenen Überraschung zwölf Einsätze bestritt und Schweizer Meister wurde. Nur eine Saison zuvor hatte er allerdings mit Basel in der dritthöchsten Spielklasse gespielt, weil er in den ersten beiden Ligen keinen Club mehr gefunden hatte.

Gerne würde er beim EHC Visp bleiben, dem Club, der ihn 2018 aus der Versenkung ins Profieishockey zurückholte. «Es gefällt mir sehr gut, auch von der Gegend her. Die Oberwalliser sind von der Mentalität her ähnlich wie die Sensler, lustig und offen», sagt Brügger, der in Visp allein wohnt, weil seine Freundin in Basel lebt. Die beste Variante, sich für einen Verbleib im Profieishockey aufzudrängen, sind gute Leistungen – am besten bereits heute Abend gegen Gottéron.

«Mit der Corona-Krise ist gerade alles sehr ungewiss. Ich hoffe, ich bekomme irgendwo in der Swiss League einen Vertrag.»

Sandro Brügger

Stürmer EHC Visp

Cup-Achtelfinal

Gottéron mitAbplanalp und Hughes nach Visp

Der Cup-Achtelfinal zwischen Visp und Gottéron hätte eigentlich bereits vor zwei Wochen stattfinden sollen. Weil die Walliser damals in Quarantäne waren, wird die Partie heute (17.45 Uhr) nachgeholt. Der Club aus der Swiss League wird das Heimspiel auf seiner Website per Livestream übertragen.

Auf den Sieger wartet Ambri

Die Freiburger, die letzten Sonntag bei der 1:6-Niederlage in Lausanne müde wirkten, hatten fast eine Woche Zeit, ihre Batterien aufzuladen. Ob er heute trotzdem einige Teamstützen schont, wollte Trainer Christian Dubé gestern nicht verraten. Entlocken liess er sich einzig, dass Connor Hughes anstelle von Reto Berra das Tor hütet und Verteidiger Marc Abplanalp, der zuletzt verletzungsbedingt gefehlt hatte, in Visp sein Comeback geben wird.

Bereits fest steht ein möglicher Viertelfinal-Gegner. Setzt sich Gottéron heute im Oberwallis durch, wartet in der Runde der letzten acht am 1. Dezember ein Auswärtsspiel in Ambri.

fm

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