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Buchperlen für kalte Wintertage

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Brisant

Georgien – eine zerrissene Gesellschaft zwischen Vergangenheit und Tradition und den Ansprüchen einer jungen, zukunftsorientierten Bevölkerung. Davit Gabunia beschreibt in seinem ersten Roman den Alltag eines arbeitslosen jungen Vaters und Hausmannes. Die Geschichte beginnt harmlos: Surab beobachtet aus Langeweile seinen neuen Nachbarn. Schnell entwickelt sich das Geschehen von gegenüber immer spannender, bis es eines Nachts eskaliert. Surab sieht seine Chance gekommen, da­raus einen persönlichen Nutzen zu ziehen und durch Erpressung zu einer Arbeitsstelle zu kommen. Der Roman bietet spannende Lektüre aus der östlichen Ecke Europas.

she

Davit Gabunia: «Farben der Nacht», Roman, Rowohlt Verlag 2018, 192 S.

Suchend

Zu Beginn kracht Heinrich Übel auf einer Brücke über einem Schweizer See ins Geländer und fällt ins Koma. Als er wieder aufwacht, findet er sich an einem Strand in Sizilien wieder, umgeben von lauter fremden Menschen, die ihm seltsamerweise wohlgesinnt sind: «Seien Sie versichert, Si­gnore, Sie sind hier unter Freunden.» Er hat keine Ahnung, wie er dahin gekommen ist. Aber immerhin weiss er noch, wer er ist und dass er, der ewige Student, zu seinem Vater zurückkehren wollte. Es irritiert ihn, dass die Menschen ihn ganz anders behandeln als in seinem früheren Leben.

Was hat sich um ihn herum verändert? Ist vielleicht er selber ein anderer geworden?

af

Thomas Hürlimann: Heimkehr: Roman. – Frankfurt am Main: S. Fischer, 2018, 521 S.

Rätselhaft

Mr. Pinguin will ein spannendes Leben, als Detektiv wird ihm das bestimmt gelingen! Kurzentschlossen schaltet er ein Inserat: «Bin bereit für alle Abenteuer!» Eigentlich ist er ja nur ein gewöhnlicher Pinguin, allerdings mit aussergewöhn­lichen Ambitionen. Als flotter Detektiv trägt er einen auffallenden von einem Pfeil durchbohrten Hut, hängt sich eine riesige Lupe und eine Tasche mit leckeren Fischstäbchensandwiches um – und los geht das Abenteuer. Die witzig-­frechen Illustrationen demonstrieren auf jeder Seite, dass abenteuerliches Lesen auf die kleinen Leseratten zukommt. Mit schrägen Ideen und grosser Schrift wickelt Mr. Pinguin ­jedes Kind ab sieben um den Finger.

gr

Alex T. Smith: «Mr. Pinguin und der verlorene Schatz». Aus dem Englischen von Jan Möller. Kinderbuch, 203 S. Würzburg: 2018 Arena.

Schicksalhaft

Nach «Verbrechen» und «Schuld» vervollständigt Ferdinand von Schirach seine Trilogie mit «Strafe». Wie schon in den ersten Büchern thematisiert er in seinen Geschichten die Schuldfrage. Die Frage nach «gut» und «böse» oder «Gerechtigkeit» wird von neuer Seite beleuchtet. Oft geht es um «kleine Leute», die sich ungerecht behandelt oder schlicht vom Schicksal vernachlässigt fühlen; nun wehren sie sich auf ihre Weise. Wie schnell es im ganz normalen Leben kippen kann, das weiss Ferdinand von Schirach aus Erfahrung, er hat als Strafverteidiger geamtet. Unheimlich, aber die Geschehnisse könnten überall passieren, jederzeit.

she

Ferdinand von Schirach: «Strafe», Stories, Luchterhand Literaturverlag 2018, 192 S.

Beunruhigend

«Manche mögen dieses Buch und besonders seinen Titel alarmierend finden. Gut!» So der Kommentar von Autorin Madeleine Albright. Die ehemalige Aussenministerin der USA äussert sich nüchtern und dezidiert. Wie viele Zeitgenossen macht sie sich Sorgen um die Demokratie und deren Demontage, vor allem, aber nicht nur, in der westlichen Welt. Ihre Abhandlung beginnt sie mit einem geschichtlichen Diskurs über den Anfang und die verheerenden Folgen des «klassischen» Faschismus unter Mussolini und Hitler. Albright äussert sich dann über heutige Politiker und diktatorische Tendenzen. Die Lektüre ist interessant und spannend, eine berechtigte Warnung.

she

Madeleine Albright: «Faschismus – Eine Warnung», DuMont Buchverlag, 320 S.

Mütterlich

Virginia Helbling hat einen ergreifenden Roman über eine junge Mutter verfasst. Sie thematisiert darin den «Babyblues» auf literarische Weise. Die Protagonistin erlebt darin die Geburt ihres ersten Kindes als heftigen Eingriff in ihr Leben. Drastischer als die körperlichen Veränderungen empfindet sie die Tatsache, jetzt nur noch als Mutter wahrgenommen zu werden. Sie entflieht der engen Wohnung und erholt sich auf langen Spaziergängen. Die Auseinandersetzung mit der neuen Situation hilft ihr am Ende, zu sich selber zu ­finden und sogar einen ungeahnten Lebenshunger zu entwickeln. Ein eindrückliches Debüt der Tessiner Autorin Virginia Helbling, selber Mutter von sechs Kindern.

she

Virginia Helbling: «Am Abend fliesst die Mutter aus dem Krug», Roman, Edition Bücherlese, 152 S.

Charismatisch

Bernhard Russi gewann in den 1970er-Jahren Olympiagold, Olympiasilber, WM-Gold und zweimal den Abfahrtsweltcup. Das war der Beginn einer grandiosen Karriere, auf und in der Folge auch neben der Piste. 1978 beendete er seine glanzvolle Karriere als aktiver Spitzensportler. Dank seiner natürlichen Art, seinem sicheren Auftreten, seiner Eloquenz und seinem soliden Fachwissen wurde er bald zum Superstar im Fernsehen und Radio. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, Russi gehöre irgendwie zum nationalen Kulturgut. Bernhard Russi, eine Skilegende und ein geerdeter, bodenständiger Erfolgsmensch, der kein Verfallsdatum zu kennen scheint. Ein Buch, das sich nicht nur den Siegen und Triumphen widmet, sondern auch die Kehrseite des Erfolges beleuchtet, das aber zeigt, dass auch ein Superstar wie Russi von schweren Schicksalsschlägen nicht verschont blieb.

af

Thomas Renggli: Bernhard Russi – der ewige Olympiasieger. – Olten: Weltbild Verlag GmbH, 2018, 176 S.

Sinnsuchend

Die ausufernde glamouröse Künstlerszene in Wien lockt, zwei abenteuerlustige Sechzehnjährige tauchen darin ein. Alles, was «nach Kunst riecht» wird ausprobiert, wird zu ihrem Lebensziel. Dabei werden im jugendlichen Grössenwahn alle Hemmungen über Bord geworfen, um sich aus der kleinbürgerlichen Enge zu befreien. Die Freiheit der Hippiewelt mit einer neuen Weltordnung verführt zu immer frecheren Eskapaden. Ziel- und zügellos irren die jungen Pro­tagonisten durch das rasante Romangeschehen, um am Ende zurückzuschauen und zu versuchen, noch rechtzeitig die Weichen für eine lebenswerte Zukunft zu stellen. Der Entwicklungsroman, der in den wilden 70er-Jahren spielt, bietet brillantes Lesevergnügen voller überraschender Wendungen.

gr

Amaryllis Sommerer: «Lieblinge der Götter», 252 S., Wien: 2018, Picus Verlag.

Weiblich

«Dieses Buch ist für mich ein Herzensprojekt. Es geht um unsere eigene Stimme – um all die Momente, in denen Frauen sich erheben», sagt Autorin Cecelia Ahern. Jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte und in sich abgeschlossen. 350 Seiten voller Überraschungen, Gefühl und Aha-Erlebnissen. Die Frauen haben keinen Namen, es könnte jede Frau sein. Jede Leserin kann sich vermutlich in einer der Geschichten wiedererkennen. Die dreissig Kurz­geschichten beschäftigen sich mit dem alltäglichen Leben und den Problemen von Frauen, spielen allerdings mitunter in fantastischen Welten, wo es möglich ist, im Boden zu versinken oder den Ehemann auszutauschen. Für die Frauen eröffnen sich ganz neue Perspektiven in der Gesellschaft.

af

Cecelia Ahern: «Frauen, die ihre Stimme erheben. Roar!» – Frankfurt am Main: Fischer Krüger, 2018, 489 S. (Aus dem Engl. übersetzt)

Katholisch

Die Autorin hat sich einen Namen gemacht mit Krimis in flottem Tempo und einer Menge Spannung. So ganz nebenbei erfährt der Leser einiges über die Region und über die Eigenheiten der dort lebenden Menschen. Worum geht es? Im Sihlsee bei Einsiedeln werden die sterblichen Überreste einer Frau gefunden. Ein Schockerlebnis im beschaulichen Klosterdorf! Wer war die Frau, und wie ist sie gestorben? Die Leiche kann nicht mehr identifiziert werden. Aber es gibt Hinweise, die ins Kloster führen. Als ein zweiter Mord geschieht und auch ein Mitglied des Benediktinerordens in Lebensgefahr schwebt, wird die Lage immer brenzliger…

af

Silvia Götschi: «Einsiedeln»: Kriminalroman. – Köln: Emons Verlag, 2018, 368 S.

Erschütternd

Nach dem Tod ihrer Mutter räumt Susannah Walker das vernachlässigte Haus und findet Ungeahntes. Da sie nicht bei der Mutter aufwuchs, war sie ihr nie besonders nah. Umso erstaunter stellt sie beim Sichten der Habseligkeiten fest, dass viele Erinnerungen hochkommen, die ihr ein bisher unbekanntes Leben vor Augen führen. Gegenstände wecken verschüttete Gefühle, die ihr erst fremd, dann immer näher sind und ihr eine Familiengeschichte erzählen, die sie zu Lebzeiten ihrer Mutter so nicht wahrgenommen hat. Durch den Tod der Mutter kann und muss sich die Tochter mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Eine erschütternde Erfahrung, sachlich und trotzdem feinfühlig aufgezeichnet.

gr

Susannah Walker: Was bleibt. Über die Dinge, die wir zurücklassen. Aus dem Englischen von Yamin von Rauch. Bio- grafisch, 421 S. Zürich: 2018 Kein & Aber.

Geheimnisvoll

Ein Todesfall (oder Mord?) in besten Zürcher Kreisen! Jahre später erinnert sich der Diener daran zurück und schreibt auf, was ihm zum abstrusen Geschehen im Hause Hobbs wichtig scheint. Dabei kommt er einem Geheimnis auf die Spur und fühlt sich schuldig, weil er damals nichts gemerkt, geschweige denn versucht hat, die Katastrophe aufzuhalten. Alles, was passiert ist, ist auf den ersten Blick klar und durchschaubar – doch der Schein trügt. Der erzählende Protagonist schaut hinter die Fassade des Geldadels und erinnert sich mitunter mit doppelbödigem Humor an verschiedene Anekdoten, womit er seine Erzählungen ausschmückt. Um alle Ecken herum führt die Autorin zum unerwarteten Romanende, das den Leser perplex zurücklässt.

gr

Verena Rossbacher: Ich war Diener im Hause Hobbs. Roman, 379 S. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Giovanna Riolo (gr) ist freie Rezensentin. Aldo Fasel (af) ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot- Zumholz. Silvia Häcki-Eggimann (she) ist Erwachsenenbildnerin.

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