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Bundesratsentscheid: Vorsichtiger Optimismus bei Freiburger Läden und Museen, unzufriedene Gastro-Branche

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Der Bundesrat schlägt vor, die Läden wieder zu öffnen, die Restaurants müssen aber vorerst geschlossen bleiben.
Charles Ellena/a

Die Freiburger Museen und Läden zeigen sich vorsichtig optimistisch nach den Lockerungsvorschlägen des Bundesrats. Enttäuscht ist die Gastro-Branche, denn wann die Restaurants wieder öffnen dürfen, ist unklar.

Ab 1. März will der Bundesrat einen ersten Schritt aus dem Lockdown und hin Richtung Normalität wagen. Nicht nur die Läden sollen wieder öffnen dürfen, auch Museen, Bibliotheken und Zoos sollen wieder Besucherinnen und Besucher empfangen dürfen – allerdings nach wie vor mit gewissen Beschränkungen.

Der Bundesrat schickt die Vorschläge nun in die Vernehmlassung bei den Kantonen und wird nächste Woche definitiv entscheiden. In Freiburg herrscht verhaltener Optimismus angesichts der Vorschläge.

Ein Symbol für Kunstschaffende

«Es ist symbolisch ein schönes Zeichen gegenüber Kulturschaffenden», sagt Ivan Mariano, Präsident des kantonalen Museumsverbands und Direktor des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg (MAHF). Er sieht die mögliche Wiedereröffnung als ersten Schritt und denkt dabei an andere Kulturstätten, die noch nicht öffnen dürften. Für sie sei die aktuelle Zeit sehr schwierig.

Für Mariano und seine Mitarbeiter des MAHF stand die Zeit seit der Schliessung alles andere als still. Nach dem ersten Schock hätten sie versucht, viel positive Energie in neue Projekte zu stecken. Geplant haben sie vorerst bis Mitte März. Kommt der Entscheid des Bundesrats also nicht überraschend? «Ja und Nein», antwortet Mariano. Da die Museen zu den letzten Einrichtungen gehört haben, die schliessen mussten, gingen sie davon aus, dass sie möglicherweise früher wieder öffnen dürfen. Im Museum sei es einfacher möglich, die Schutzkonzepte umzusetzen.

«Bis der definitive Entscheid kommt, müssen wir vorsichtig bleiben.» Eine Ausstellung über Rassismus hätte Mitte Februar Vernissage gefeiert. Die Vernissage bleibt verschoben. «Auch wenn wir am 1. März öffnen können, ist es wohl noch nicht gleich möglich, alles normal durchzuführen.»

«Kein Jo-Jo-Effekt»

«Die Vorschläge geben uns endlich eine Perspektive», sagt David Krienbühl vom Freiburgischen Verband des Handels, des Handwerks und der Dienstleistungen (AFCAS). Sollten diese tatsächlich so umgesetzt werden, so sei dies ein sehr positiver Schritt in der Krise. «Wir sind zufrieden, dass die Läden wieder öffnen können.»

Krienbühl sagt aber auch, dass es einen Jo-Jo-Effekt unbedingt zu vermeiden gelte, also ein rascher Wechsel zwischen Öffnungen und Schliessungen. Er spricht sich darum für ein vorsichtiges Vorgehen aus, um einen dritten Lockdown um jeden Preis zu verhindern, «denn das wäre eine Katastrophe».

Gastro Freiburg ist enttäuscht

Die Restaurants bleiben bis im April geschlossen. Ab dem 1. April sollen sie schrittweise wieder öffnen dürfen. Der Plan des Bundesrats ist, dass dann vorerst auf den Terrassen serviert wird. «Das ist ein absurder Entscheid», sagt die Präsidentin von Gastro Freiburg Muriel Hauser. Insbesondere in der Schweiz, in der es nicht richtig möglich sei, Terrassen zu heizen. Sie fügt an:

Das ist eine Rabatt-Politik und reicht uns nicht aus.

Sie ist enttäuscht. Die Corona-Pandemie werde auf den Schultern der Gastrobetriebe ausgetragen, obschon nicht bewiesen sei, dass es in Restaurants zu Ansteckungen komme. «Welches Unternehmen kann überleben, ohne seine Ausgaben decken zu können?», fragt sie rhetorisch und spricht die teilweisen Umsatzentschädigungen an. 

Für die Gastrobetriebe gäbe es mit dem Plan des Bundesrats keine Zukunftsperspektive. Die einzige Hoffnung, die Gastro Freiburg und den Betrieben bleibt, sei der Kanton. Muriel Hauser kündigt an, dass sie zusammen mit Mitwirkenden dem Staatsrat eindringlich schreiben werde. «Das ist unsere letzte Möglichkeit.»

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