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Bürger entscheiden über Kiesabbau

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Am nächsten Samstag stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Kallnach über das Kiesgrubenprojekt Challnechwald ab. Die Hurni Kies- und Betonwerke AG aus Sutz will im Challnechwald über die nächsten 40 Jahre drei Millionen Kubikmeter Kies abbauen. Die Stimmbürger von Kallnach werden heute in einer Woche über die dafür nötige Überbauungsordnung befinden. «Es wird wahrscheinlich die grösste Gemeindeversammlung, die wir je hatten», vermutet Werner Marti, Gemeindepräsident von Kallnach. Er rechne mit einer Annahme, «ich hoffe es».

Mehr Verkehr ist Tatsache

Am grössten sind die Ängste in der Bevölkerung vor dem zusätzlichen Lastwagenverkehr. Pro Betriebstag werden voraussichtlich gut hundert Lastwagen mehr das Dorf durchqueren (siehe Kasten). «Ja, es gibt mehr Verkehr», sagt Marti, das sei eine Tatsache. «Doch wenn Kies in grosser Menge und von guter Qualität hier ist, dann muss man ihn auch hier nehmen.» Wenn sich jemand gegen den Kiesabbau in Kallnach ausspreche und finde, man solle ihn doch aus dem Oberland holen, «dann ist das nicht fair», ist Marti überzeugt. «Dann haben die dort oben den Verkehr, dieser lässt sich nun mal nicht vermeiden.»

Die Gemeinden Kerzers und Fräschels beobachten das Berner Vorhaben: «Wir können keinen Einfluss nehmen», sagt die Kerzerser Gemeindepräsidentin Nicole Schwab, «aber wir verfolgen das Projekt gespannt.» Fräschels als Nachbargemeinde von Kallnach war von Beginn an in den Planungsprozess involviert. «Wir haben den Fräschelser Gemeinderat nun auch an unsere Gemeindeversammlung eingeladen», sagt Marti. Peter Hauser, Ammann von Fräschels, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Doch für Marti ist klar: «Der Kanton Freiburg wird vom Verkehr überhaupt nicht betroffen sein.» Denn die Lastwagen seien auf der Strecke zwischen Kallnach und Sutz unterwegs.

Hängige Einsprachen

Während der öffentlichen Auflage gingen Einsprachen gegen das Projekt ein: eine von der Nachbargemeinde Bargen, eine von einer Privatperson sowie zwei Kollektiv-Einsprachen. Stimmt die Gemeindeversammlung der neuen Überbauungsordnung zu, wird das Berner Amt für Gemeinden und Raumordnung über die Einsprachen befinden. Denn eine Einigung konnte nicht erreicht werden, die Einsprecher hielten an ihrer Position fest, wie der Gemeinderat von Kallnach Ende Oktober informierte. «Doch sie werden kaum eine Chance haben», ist Marti überzeugt, «denn der Umweltverträglichkeitsbericht ist gut.» Der Kanton wird nach einem Ja der Gemeindeversammlung definitiv über das Projekt entscheiden. Doch auch hier macht sich Marti keine Sorgen: «Jedes Amt schaute sich das Dossier an, es werden wohl nur noch kleinere Änderungen nötig sein.»

Keltengräber unter dem Boden

Tatsächlich hat der Gemeinderat von Kallnach den Kanton hinter sich: Der Grosse Rat des Kantons Bern hatte sich für die Notwendigkeit einer Kiesversorgung in der Region Biel-Seeland und für den Standort Kallnach ausgesprochen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Challnechwald ein grosses und gut abbaubares Kiesvorkommen von guter Qualität aufweist und gut erschlossen ist.

Anfang September stimmte der Grosse Rat deshalb einem Kredit von 15,17 Millionen Franken für archäologische Rettungsgrabungen zu. Denn unter dem Waldboden hat es nicht nur Kies: Auf der Fläche der geplanten Kiesgrube liegen Keltengräber. Dies zeigten archäologische Sondierungen. An diesen Kosten beteiligen sich der Bund, der Kanton, die Hurni Kies- und Betonwerk AG sowie die Burgergemeinde Kallnach als Waldbesitzerin.

Finanzieller Segen

Kallnach entstehen durch das Vorhaben keine Kosten, im Gegenteil: Der Gemeinde würde die geplante Kiesgrube voraussichtlich 5,6 Millionen Franken in die Kasse spülen. Die Burgergemeinde hatte sich dazu verpflichtet, diese Mehrwertabgabe an die Gemeinde zu leisten. Für die Burgergemeinde selber stehen rund zwölf Millionen Franken in Aussicht. Ein Teil dieser Geldsumme ist für die Wiederherstellung des Waldes vorgesehen.

Zahlen und Fakten

Rund zwölf Prozent mehr Lastwagen

Die Fläche des Kiesabbauprojektes Challnechwald beträgt knapp 14 Hektaren. Das Rohstoffvolumen beläuft sich auf netto 3,09 Millionen Kubikmeter. Der Kies soll über einen Zeitraum von 40 Jahren abgebaut werden, pro Jahr sind es rund 100 000 Kubikmeter. Dies ist der Botschaft für die Gemeindeversammlung vom nächsten Samstag zu entnehmen. Der Wald werde in vier Etappen gerodet, der Untergrund archäologisch sondiert und teils ausgegraben. Anschliessend werde der Kies nach Sutz geführt. Sobald es die Platzverhältnisse zuliessen, werde die Kiesgrube mit unverschmutztem Aushubmaterial wieder aufgefüllt. Laut Botschaft sind je nach Verfügbarkeit von geeignetem Auffüllmaterial zwei verschiedene Endgestaltungen vorgesehen: Entweder wird die heutige Topografie wiederhergestellt und die Kiesgrube zu 100 Prozent aufgefüllt. Oder die Kiesgrube wird zu 83 Prozent aufgefüllt und damit auf einem leicht tieferen Niveau rekultiviert. Der Abbau- und Auffüllbetrieb führe in Kallnach zu einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von etwa 65 Lastwagenfahrten, was rund 100  Lastwagenfahrten pro Betriebstag entspricht. Dies ergebe eine Zunahme des Gesamtverkehrsaufkommens um gut ein Prozent respektive eine Erhöhung des heutigen Lastwagenverkehrs um zwölf Prozent. Auf die Stunde eines Betriebstages berechnet, führe der Kiesgrubenbetrieb im Schnitt zur zwölf Lastwagen pro Stunde. Die bestehende Waldstrasse werde ausgebaut und an die Kantonsstrasse angeschlossen.

emu

«Der Kanton Freiburg wird vom Verkehr überhaupt nicht betroffen sein.»

Werner Marti

Gemeindepräsident Kallnach

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