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Bürgerliche Mehrheit im Staatsrat bleibt

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Einen hauchdünnen Vorsprung von rund 478 Stimmen konnte Jean-Pierre Siggen (CVP) gegenüber seinem Konkurrenten Jean-François Steiert (SP) in den zweiten Wahlgang mitnehmen, 562 Stimmen Vorsprung hatte er am Ende im gestrigen zweiten Wahlgang. Und diesmal hat es für den Direktor des Freiburger Arbeitgeberverbandes und CVP-Fraktionschef im Grossen Rat gereicht.

Der Kandidat der bürgerlichen Allianz konnte seine Führung gegenüber dem prominenteren SP-Nationalrat Steiert sogar leicht ausbauen. Am Ende des Tages hatte Siggen mit 31 914 Stimmen (50,4 Prozent) gegenüber 31 352 Stimmen (49,6 Prozent) für Steiert ein Polster von rund einem Prozent erarbeitet. Zum Vergleich: Am 22. September erhielt Siggen rund 35 000 Stimmen.

Nur ein Drittel ging wählen

Auffällig war gegenüber dem ersten Durchgang die niedrigere Wahlbeteiligung. Während am 22. September fast 42 Prozent der Wähler an die Urne gingen, verzeichneten die Statistiken gestern eine Beteiligung von rund 34 Prozent. In absoluten Zahlen: 15 000 Wähler weniger gingen beim zweiten Durchgang an die Urne. Offenbar blieben viele Protestwähler aus dem ersten Wahlgang der Wahl fern. Vor drei Wochen hatte der Aussenseiterkandidat Alfons Gratwohl noch 6400 Stimmen erhalten, während rund 3800 Stimmen entweder leer oder ungültig waren. Gestern wurden nicht mehr als 1500 leere oder ungültige Wahlzettel verzeichnet.

In den Bezirken See und Broye war die Wahlbeteiligung mit rund 28 Prozent besonders tief. Just in jenen beiden Bezirken, die schon im ersten Durchgang kein grosses Interesse an dieser Ersatzwahl zeigten und zugleich einen hohen Anteil an Protestwählern aufwiesen. Nur im Saanebezirk gingen gestern mit 40,75 Prozent mehr als 40 Prozent der Wähler an die Urne.

Urbane Orte für Steiert

Am 22. September dauerte es eine Weile, bis das Ergebnis klar war – nicht zuletzt wegen der gleichzeitig stattfindenden eidgenössischen Abstimmungen. Diesmal ging es schneller. Schon kurz vor 13 Uhr waren alle 165 Gemeinden im Kanton ausgezählt, und der Sieg der bürgerlichen Parteien war besiegelt. Nur im Saanebezirk mit den Zentrumsgemeinden und in einigen vor allem grösseren Ortschaften–wie in Düdingen, Schmitten, Wünnewil-Flamatt sowie in Murten–hatte Steiert die Nase vorn.

Sein Vorsprung reichte jedoch nicht aus, um seinen Rückstand auf Siggen wettzumachen. Dieser erzielte im Glanebezirk mit 57,8 Prozent sein bestes Ergebnis, konnte das Rennen in Bulle für sich entscheiden und erhielt in jenen Bezirken, in denen der unabhängige Alfons Gratwohl im ersten Durchgang seine besten Resultate machte–See und Broye–je gut 53 Prozent. Gratwohl, der ausgeschiedene Dritte des ersten Durchgangs, hatte im Vorfeld eine Wahlempfehlung zugunsten von SP-Kandidat Steiert abgegeben.

 

Kommentar von Christoph Nussbaumer

 

Siggens Sprung auf den Wackelsitz

Jean-Pierre Siggen hat der Freiburger CVP das Debakel erspart. Die Erleichterung über den verteidigten dritten Regierungssitz stand den CVP-Vertretern gestern Nachmittag denn auch ins Gesicht geschrieben. Trotzdem ist klar: Die CVP ist gerade noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Denn aus eigener Kraft hätte es den Christdemokraten gegen die vereinte Linke um SP-Kandidat Jean-François Steiert nicht gereicht. Vielmehr war CVP-Mann Siggen auf die Stimmen von FDP und SVP angewiesen, um am Ende das Rennen knapp für sich zu entscheiden.

Trotz dem Erfolg ihres Kandidaten muss die CVP über die Bücher. Erstens muss sich die Partei fragen, was sie mit ihrer Wählerschaft im Zentrum anfangen will. Dort hat die CVP wegen der Allianz mit der SVP einiges an Vertrauen verloren. Zweitens muss die CVP die internen Querulanten disziplinieren. Inserateaktionen im Guerilla-Stil wie jene von Partei-Jungspund Emmanuel Kilchenmann schaden mehr, als sie nützen. Drittens muss die CVP ihre Rolle in der bürgerlichen Allianz klären. Obwohl die Unterstützung der FDP und SVP für die Wahl von Jean-Pierre Siggen entscheidend war, hätte sie deutlicher ausfallen müssen. Siggen musste am Ende um jede einzelne Stimme kämpfen. Bürgerliche Einigkeit sieht anders aus. So wird die CVP Mühe bekunden, ihre Basis bei den nächsten Staatsratswahlen in drei Jahren dazu zu bewegen, die Kandidaten der bürgerlichen Allianz und insbesondere jenen der SVP zu unterstützen.

Und die Linke? Sie und insbesondere die SP mit ihrem Kandidaten Jean-François Steiert verlassen die Wahl-bühne mit erhobenem Haupt. Eine kluge Strategie, eine funktionierende Allianz sowie ein bestens vernetzter Kandidat reichten aus, um das bürgerliche Machtgerüst gehörig ins Wanken zu bringen. Steiert hat den ganz grossen Erfolg knapp verpasst. Die Linke hat trotzdem allen Grund, den nächsten Wahlen mit Zuversicht entgegenzublicken. Die bisher in Majorzwahlen erfolgsgewöhnte CVP hingegen muss das Wahlkämpfen erst noch lernen. Sie tut gut daran, denn der dritte CVP-Sitz im Staatsrat wird weiter wackeln.

 

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